In der Sporthalle der Stendaler Gagarinschule hat das diesjährige Kampfsport-Seminar mit dem Neffen des japanischen Kaisers, Prof. Soke Keido Yamaue (10. Dan Aiki-Ju-Jutsu), stattgefunden. Ein ganz besonderes Erlebnis wurde es für Steffi Gericke und Karsten Ullrich vom Ausrichter.

Stendal (kbr/wse) l Veranstalter war die Deutsche Jiu-Jitsu-Akademie Landesverband Sachsen-Anhalt und Ausrichter der 1. Jiu-Jitsu Verein Sachsen-Anhalt Stendal.

Zuerst waren die Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren an der Reihe. Natürlich waren sie sehr gespannt auf den Gast aus dem fernen Osten, obwohl einige ihn ja schon kannten. Er war nicht zum ersten Mal hier.

Soke verstand es wieder perfekt, die Kinder auf seine Seite zu bringen. Gespannt folgten sie den Ausführungen des großen Meisters und übten hinterher eifrig und mit Begeisterung die gezeigten Techniken. Am Ende erhielten die Kinder ein dickes Lob von Yamaue für ihre hohe Disziplin.

Sympathieträger Yamaue

Dann unterrichtete der Japaner die Erwachsenen. Neben Stendalern kamen auch Kampfsportler aus Hettstedt, Osterhausen und Hamburg.

Zu Beginn machte Soke Ausführungen zur Geschichte und zum Leben der Samurai. In der Sporthalle herrschte magische Stille, alle hörten gespannt zu.

Dann begann der sportliche Teil. Soke demonstrierte Techniken aus dem Aiki-Ju-Jutsu. Auch seine Ki-Techniken kamen nicht zu kurz. Steffi Gericke und Karsten Ullrich vom hiesigen Verein (einzige persönliche Yamaue-Schüler Deutschlands) bekamen das mehrmals zu spüren, weil er an ihnen die Techniken demonstrierte.

Mit Elan und Begeisterung trainierten die Sportler diese Techniken. Soke hat es wieder einmal verstanden, alle mitzureißen. Durch seine freundliche, bescheidene Art und hohes technisches Können erntete er viel Beifall und Respekt.

Aber es sollte auf diesem Seminar für zwei Stendaler noch eine große Überraschung geben. Lange wurde es von allen geheim gehalten. Karsten Ullrich und Steffi Gericke wurden im Rahmen einer traditionellen japanischen Zeremonie, wie sie am Kaiserhof in Japan zelebriert wird, durch Prof. Soke Keido Yamaue zum Großmeister ernannt. Er überreichte ihnen das Diplom zum 6. Dan Jiu-Jitsu. Sie dürfen jetzt den rot-weißen Gürtel tragen.

In seiner Zeremonie sagte Soke, dass er schon seit längerer Zeit die Entwicklung von Steffi und Karsten als Menschen und Kampfsportler beobachtet. Sie haben Großartiges geleistet, sind in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten gereift. Durch ihren Einsatz und ihr Engagement ist das traditionelle Jiu-Jitsu weit über die Altmark hinaus keine unbekannte Sportart mehr.

Als Trainer haben sie viel erreicht. Ihre Schüler haben bei nationalen und internationalen Wettkämpfen viele Titel und gute Platzierungen erreichen können. Sie haben sich nie in den Vordergrund gestellt und sich nicht geschont, sondern all ihre Kraft dafür eingesetzt, dass der Sport, der Verein und seine Menschen in der Region einen guten Ruf besitzen.

Deutschland-Premiere

Menschlich gesehen, sagte Soke, dass er großes Vertrauen zu beiden habe. Er selbst habe gesehen, welch große Beachtung und auch Respekt beiden von den eigenen Schülern entgegengebracht wird. Er hat dazu auch Schüler von Karsten und Steffi zu ihrer Meinung gefragt). Hier, im Stendaler Verein, wächst ein Potential heran, dem er vertraut und von dem er noch viel erwartet.

Aus diesem Grund hat er, nachdem er sich mit den Mitgliedern des Imperial Tempels in Japan, dem er als Priester angehört, abgesprochen hat, diese Verleihung vorgenommen. Sichtlich überrascht und auch gerührt von dem, was Soke sagte, nahmen das Duo seine Diplome entgegen.

Der Japaner hat übrigens zum ersten Mal eine solche Zeremonie in Deutschland vorgenommen. Er achte besonders die Menschlichkeit, Herzlichkeit und Aufrichtigkeit von Karsten und Steffi und nicht zuletzt auch von deren Schülern. Auch das ist eine besondere Wertschätzung gegenüber den beiden Stendalern.

Am Abend fand im Dojo in Stendal eine eigens für die beiden organisierte Überraschungsparty mit Soke statt.