Volksstimme: Herr Sommermeyer, warum sind Sie nach Stendal gewechselt? Andreas Sommermeyer: In Schönebeck ging es nicht mehr weiter, so wie in der vergangenen Saison. Da musste eine Veränderung her. Sven Körner (Trainer des 1. FC Lok Stendal, Anm. der Red.) hat sich sehr bemüht um mich. Haben Sie ihn schon vorher gekannt? Ich kenne Sven schon länger. Ich war ja schon einmal in Stendal, habe hier ein viertel Jahr mittrainiert. Ich glaube, das ist jetzt sechs, sieben Jahre her. Wir hatten ab und zu Kontakt. Was gab letztendlich den Ausschlag, nach Stendal zu wechseln? Lok Stendal hat ein schönes Stadion und eine sehr gute Fankultur. War Ihnen die Fankultur in Stendal denn schon bekannt? Ich habe sie schon einmal miterlebt. Das ist natürlich ganz anders als in Schönebeck. Ich dachte, wenn ich schon noch einmal Verbandsliga spiele, will ich das auch mitnehmen. Darum bin ich jetzt hier. Sind Sie auch nach Stendal umgezogen? Nein, ich wohne und studiere in Magdeburg. Ich versuche, drei bis viermal die Woche zum Training nach Stendal zu kommen. Wir haben eine kleine Fahrgemeinschaft, es kommen ja noch mehrere Spieler aus Magdeburg. Warum spielen Sie dann nicht in Magdeburg. Ja, ich hätte auch in Magdeburg bleiben können, aber das wollte ich nicht. Jetzt sind sie ja schon ein paar Tage hier. Wie gefällt es Ihnen? Wir hatten ja bisher noch kein Heimspiel. Es ist aber alles schon professioneller als in Schönebeck. Es geht aber noch besser. Insgesamt bin ich aber positiv überrascht. Sie sind 29 Jahre alt. In der Lok-Mannschaft sind ja fast nur junge Spieler. . . . . . Ja, ich bin mit Abstand der älteste Spieler. Ich weiß gar nicht, ob der Trainer überhaupt älter ist als ich (32 Jahre). Das war schon ein kleiner Kulturschock für mich - mit so einer jungen Mannschaft. Werden sie als älterer Spieler die Mannschaft auch mit führen oder sind Sie mehr der ruhige Typ? Ich bin nicht der, der viel erzählt. Aber wenn es einmal wichtig ist, kann ich schon mal was sagen. Darauf legt der Trainer auch Wert. Das will er von mir sehen und hören. Ich hoffe, ich kann das umsetzen, was er von mir verlangt. Aber ich bin nicht der, der permanent die ganze Zeit erzählt. Wenn es sein muss mache ich das, ansonsten halte ich meine Fre . . . Sie sind 29 und studieren noch, warum? Ich habe spät angefangen. Ich habe ein paar Jahre Fußball gespielt, unter anderem in Auerbach. Irgendwann habe ich mir überlegt, dass ich was anderes machen muss, deshalb habe ich mit dem Studium angefangen. Haben Sie versucht, als Fußballer Ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Ich haben es versucht, in der 4. Liga. Es hat nicht weiter gereicht, aus welchen Gründen auch immer. Ich konnte von dem Geld ganz gut leben, aber weiter hat es eben nicht gereicht. Ich wollte wieder nach Hause nach Magdeburg, da hat sich das Studium angeboten. Was ist mit dem 1. FC Lok Stendal in dieser Verbandsliga-Saison drin? So wie wir uns in den vier Wochen Training gesteigert haben, spielen wir doch eher oben mit. Wenn alle machen, was der Trainer will, wird es für ganz oben vielleicht nicht reichen, aber wir haben eine gute Truppe. An einem guten Tag können wir jeden schlagen. Wir sind aber noch nicht ganz da, wo wir hin wollen. Platz eins bis fünf halte ich für möglich. Lok hat derzeit einen kleinen Kader, wie sehen Sie das? Richtig, wir haben einen kleinen Kader, müssen deshalb verletzungsfrei bleiben. Vielleicht kommt noch ein Freund von mir nach Stendal. Der hat früher in der Jugend von Cottbus gespielt. Wir brauchen noch einen Innenverteidiger, er ist Innenverteidiger.