Stendal l (ckr/wse) Die Sportart Ringen musste 2013 eine ihrer größten Herausforderungen meistern. Nach dem Protest von Millionen von Menschen in allen Teilen der Erde verblieb Ringen im olympischen Programm. Ein Kritikpunkt waren die schlechten medialen Quoten. Wie ist der status quo?

2013 befand sich das Ringen auf der Streichliste des Internationalen Olympischen Komitees für das Kernprogramm der Spiele. Die Sportart, die schon bei den antiken Spielen vertreten war und in der olympischen Hymne verewigt ist, sollte ihren Wettkampfhöhepunkt verlieren. Argumente für die Entscheidung waren unter anderem unflexible Strukturen im Weltverband, schlechte mediale Repräsentanz und unspektakuläre Kämpfe. Über ein Jahr später haben nun die ersten Änderungen Früchte getragen.

Das Regelwerk wurde verändert. Die beiden Stilarten Freistil (Angriffsfläche ist der gesamte Körper) und griechisch-römischer Stil (Angriffsfläche vom Scheitel bis zur Hüfte) haben verschiedene Regeln erhalten. Anhand der technischen Wertungen kann man nun diese beiden Disziplinen auseinander halten. "Insgesamt sind die Kämpfe aktionsbetonter geworden. Es passiert mehr auf den Matten", weiß der Stendaler Kampfrichter Christoph Krumrey zu berichten. Die Regelanpassungen haben auch dazu geführt, dass gerade in TV-Berichten wieder Würfe und Schwünge zu sehen sind. Das Ringen als aktiver Kampfsport kann sich medial besser präsentieren. Die Zuschauer sehen körperbetonte Auseinandersetzungen zwischen den Athleten und nicht mehr nur taktisches Belauern.

Die Weltverband der Ringer, die FILA, hat sich auch verändert. Das neue Präsidium hat nicht nur die Regeländerungen veranlasst. Die gesamte Arbeit profitiert von der transparenten Handlungsweise. Das Ringen soll sich nach außen als dynamischer und innovativer Sport verkaufen. Dies konnte unter anderem mit dem neuen Präsidenten Nenad Lalovic erreicht werden. Die Reformbereitschaft ist jedoch noch nicht zum Erliegen gekommen. Frei nach dem Motto "Stillstand ist Rückschritt" werden die bisherigen Anpassungen stets evaluiert und gegebenenfalls variiert. Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Kleidung der Kampfrichter. Momentan verkaufen die Unparteiischen auf der Matte ein eher steifes Bild. Auch die Kampfleiter müssen für ein attraktives Gesamtbild des Ringens sorgen.

Der RSV Stendal 07 ist der einzige Ringerverein in der Altmark. Nächste Trainingsgruppen gibt es erst wieder in Magdeburg und Wittenberge. Neben der Sammlung von Unterschriften setzte man sich in den vergangenen Jahren stets für mehr Popularität der Randsportart in der Hansestadt ein. Traditionell trägt man den Rolandpokal, ein Nachwuchsturnier mit Teilnehmern aus mehreren Bundesländern, aus. Somit besteht für die Altmärker die Möglichkeit, sich von der Sportart ein Bild zu machen. Weiterhin gibt es seit letztem Jahr die Homepage ringen-stendal.de mit zahlreichen Informationen. Der RSV Stendal 07 arbeitet weiter fokussiert an dieser Aufgabe.