Thomas Hasenfuß von der SGi Seehausen hat eine Einladung zur Sichtung für die Deutsche Nationalmannschaft im Bogenschießen erhalten.

Seehausen l Am Wochenanfang rief Oliver Haidn, Deutscher Nationaltrainer Bogensport des Deutschen Schützenbundes (DSB), beim Altmärker an und überbrachte ihm diese Botschaft.

Thomas Hasenfuß fährt vom 17. bis 21. September zur Kadersichtung nach Kienbaum. Diese Einladung kam für den 38-Jährigen völlig überraschend, denn seine Zeit im Deutschen Kader schien vorbei zu sein.

Entscheidend für diese Nominierung war der dritte Platz bei den Deutschen Meisterschaften des DSB am Wochenende in Zeven (bei Hamburg). Er holte die Bronzemedaille in der Herren-Recurvekonkurrenz (Volksstimme berichtete bereits).

"Ich bin zu alt war die Begründung."

Schon in der Vorrunde überzeugte der Altmärker mit 647 Ringen. Er war damit mit dem Viertplatzierten ringgleich, hatte nur die schlechtere Quote. "Dann habe ich bis zum Halbfinale drei Matches gewonnen", freute sich Hasenfuß. Im Halbfinale verlor er gegen Florian Kahllund (Europameister und Weltcup-Finalteilnehmer) 3:7.

Hasenfuß führte im anschließenden kleinen Finale im Stechen schon 5:3, aber sein Gegner kam auf 5:5 heran."Dann musste ein Stechschuss entscheiden", sagte Hasenfuß. Der Niedersachse Sebastian Rohrberg schoss eine Acht. Hasenfuß traf kurz unter der Zehn die Neun und gewann damit die Bronzemedaille.

Einzige Möglichkeit, sich für die Deutschen Meisterschaften des DSB zu qualifizieren, sind die Landesmeisterschaften. Hasenfuß holte sich in Gröningen den Titel.

Der Sommer begann für den Altmärker jedoch ganz bitter. Er wurde für den Nationalkader zur Europameisterschafts-Qualifikation nicht berufen. "Sie haben mich nicht eingeladen, ich bin zu alt war die Begründung", erklärte der Altmärker.

Der Nationalkader sollte in Hinblick auf die nächsten Olympischen Spiele (2016 in Rio) verjüngt werden.

Die Zeit des Altmärkers, an höherklassigen Wettkämpfen teilzunehmen, schien abgelaufen. Jetzt die Wende.

"Man gibt mir die Möglichkeit, mich zu präsentieren."

"Man gibt mir die Möglichkeit, mich zu präsentieren. Ob es reicht, wird die Zukunft zeigen. Klar, ich bin mit 38 Jahren in vielen Sportarten zu alt. Beim Bogenschießen braucht man auch Kondition, aber bei vielen Ländern sind ältere Schützen am Start", macht sich Hasenfuß Hoffnungen auf einen Neustart im Nationalkader.

Für die Zeit in Kienbaum muss er übrigens Urlaub nehmen und die Kosten vorerst alleine tragen. Gehört er wieder zum Nationalkader, dann sieht die Sache völlig anders aus.

"Jetzt bin aber erst einmal froh, dass ich nach Kienbaum fahren darf", sagte Hasenfuß abschließend.