Am heutigen Mittwoch spielt der 1. FC Magdeburg in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen.

Stendal l Dieses Spiel gab es bereits vor 21 Jahren. Dabei war Dirk Grempler, der heutige Trainer des Fußball-Landesligisten TuS Schwarz-Weiß Bismark. Der Altmärker stand auch 1995 mit Lok Stendal im legendären Pokalspiel gegen Leverkusen auf dem Platz.

Er ist somit der einzige Akteur aus dieser Zeit, der zweimal innerhalb kurzer Zeit gegen Bayer antrat. Und: Er war der einzige Spieler, der damals ein Tor gegen Bayer erzielt hat. Volksstimme-Sportredakteur Frank Kowar sprach mit Dirk Grempler.

Volksstimme: Herr Grempler, wann haben Sie beim 1. FC Magdeburg gespielt?

Dirk Grempler: Von 1990 bis 1994 habe ich beim Club gespielt.

Eine Höhepunkt dabei war sicher das Spiel gegen Leverkusen, oder?

Ja. 1993 haben wir in der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals vor 20000 Zuschauern gegen Bayer Leverkusen gespielt. Unvergesslich.

An was erinnern Sie sich besonders?

Ich habe damals kurz nach der Halbzeit das 1:2 gemacht, ein Freistoßtor. Dadurch ist die Spannung nochmal etwas aufgeflammt. Am Ende haben wir 1:5 verloren. Dass ich das Freistoßtor geschossen habe, war für mich sportlich ein ganz großer Moment.

Was ist noch hängen geblieben?

Die Vorgeschichte war schon krass. Der DFB wollte das Stadion sperren, weil es so marode war. Auch wir als Spieler haben versucht, mit Firmen und Fans die einzelnen Ränge herzurichten, sonst hätte man 20000 Zuschauer nicht reinbekommen. Mit dem FCM haben wir damals den Aufstieg in den bezahlten Fußball nicht geschafft. Die Magdeburger Fans waren also hungrig nach großem Fußball.

Auch der Weg zum Leverkusen-Spiel war holprig, oder?

In der zweiten Hauptrunde sind wir gegen den Wuppertaler SV nach Verlängerung und Elfmeterschießen weitergekommen. Bis zur 86. Minute lagen wir 0:2 hinten Dann habe ich beide Tore gemacht.

An wem können Sie sich aus der damaligen Leverkusener Mannschaft noch besonders erinnern?

Mit Bernd Schuster oder Paulo Sergio waren zwei Weltstars dabei. Dazu noch Andreas Thom.

Wer war Ihr Gegenspieler?

Paulo Sergio.

1995 haben Sie mit Lok Stendal noch einmal im DFB-Pokal gegen Leverkusen gespielt. Was war anders?

1993 wollte Magdeburg und Umgebung das Spiels sehen, aber 1995 war es eine ganze Region. Wir haben Wolfsburg, Hertha BSC und Mannheim aus dem Pokal geworfen. Das hat eine ganze Region polarisiert. Ich denke, da ist Lok Stendal bundesweit bekannt geworden. Mit uns hat damals keiner gerechnet. Beim FCM waren wir Halbprofis, bei Lok dann Amateure, aber wir haben mitgehalten und sind unglücklich ausgeschieden.

Welcher Spieler aus Leverkusen war wieder dabei?

Bernd Schuster zum Beispiel.

Nach diesem Spiel haben Sie dann auch ihr Trikot bekommen. Richtig?

Richtig. 1993 habe ich das verpasst. Ich habe das Trikot mit Lupescu getauscht. Heiko Buchheim mit Völler, Rainer Wiedemann mit Bernd Schuster. Ich glaube, es hätte damals

20000 oder 30000 Zuschauer ins Stadion gepasst.

Was haben Sie beim FCM und bei Lok gespielt?

In Magdeburg rechter Verteidiger, bei Lok dann Libero.

Warum sind Sie nach Stendal gewechselt?

1994 haben wir mit dem FCM die Qualifikation für die 3. Liga verpasst. Lok war drin. Ich war 26 Jahre und dann kam das Angebot. Ich wollte einfach nochmal 3. Liga spielen.

Sind Sie beim Spiel in Magdeburg dabei?

Ja, ich habe Karten für mich und meine Familie.

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