Mit Thilo Hennigs, der als Spieler wie Trainer vor wenigen Wochen aus dem Sachsen-Anhaltligateam der SG Seehausen ausschied, unterhielt sich Wolfgang Seibicke.

Volksstimme: Die SG ist im fünften Jahr in Folge nicht aus dem Oberhaus abgestiegen? Sie haben sicherlich in den vergangenen Jahren oft davon geträumt, einmal nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Stimmts?

Thilo Hennigs: Stimmt. Wir hatten einen einstelligen Platz als Ziel gesetzt und wollten so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Aber es kam leider anders.

Wie fällt Ihr Fazit zur Serie aus: Was hat Ihnen an Ihrem Team gefallen, was nicht?

Durchwachsen. Nach gutem Start kam es zu einem Bruch, als das Heimspiel gegen Wolfen völlig unnötig verloren ging. Aus dem Tal kamen wir erst wieder langsam heraus. Die Auswärtssiege in Wittenberg und Borne waren wichtig. Kurz danach kamen zum Teil unglückliche Niederlagen gegen Spitzenteams. Bei Remis gegen Landsberg und Wernigerode hat die Cleverness gefehlt. Die Verletzung von Benjamin Mittag hat uns stark getroffen, da der kleine Kader so etwas kaum kompensieren konnte. Die meisten Spieler haben aber trotz eigener Verletzungen oder "körperlicher Gebrechen" auf die Zähne gebissen. Am Ende hat uns die Geschlossenheit den Klassenerhalt beschert.

Wer waren die konstantesten SG-Akteure? Gab es einen Aufsteiger des Jahres?

Bezüglich der Konstanz sind vor allem die Torhüter Sebastian Johannes und Sebastian Kramer zu nennen, häufig als "Fels in der Brandung". Lukas Philipp und Christoph Nöring sind die Aufsteiger.

Zu Ihnen. Wie viele Jahre haben Sie Handball gespielt? Fiel der Abschied nicht schwer?

Ich bin erst mit 17 als Quereinsteiger zum Handball gekommen und habe dann 25 Jahre ununterbrochen in der 1. Männermannschaft der SG Seehausen gespielt. Ich habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht, wobei die Aufstiege in die Nordliga, Verbandsliga hervor zu heben sind. Unbeschreiblich geil war der Aufstieg in die Oberliga sowie die Spiele 1997 gegen den SC Magdeburg und 2015 gegen den HSV Hamburg. Der Abschied war für mich ziemlich herzzerreißend und tränenreich. Dass mir der Verein und meine Mannschaft eine solch große Ehre zukommen lassen haben, damit habe ich nicht ansatzweise gerechnet.

Was machen Sie künftig?

Zukünftig werde ich weiter als Trainer im Jugendbereich tätig sein und, wenn die Zeit es zu lässt, in der 2. Männermannschaft spielen.

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