Einen der fußballerischen Tiefpunkte des Stendaler Lok-Fußballs haben etwa 270 Zuschauer am Ostersonnabend im Stadion Am Hölzchen erlebt. Der Gastgeber unterlag Edelweiß Arnstedt mit 0:3 (0:0). Der Großteil der Besucher war richtig sauer auf die eigene Mannschaft.

Stendal. Eigentlich hatten die Lok-Fans nach den beiden letzten Niederlagen gegen den HFC II (1:3) und in Piesteritz (1:5) gegen die Arnstedter einen Befreiungsschlag ihrer Mannschaft erwartet. Doch genau das Gegenteil traf ein.

Die ohne Danny Kiefel (5.Gelbe) und Benedikt Nellessen (Knöchelverletzung) antretenden Altmärker besaßen in der achten Minute die erste ordentliche Torchance. Der diesmal von Beginn an aufgebotene Kevin Assmann drang von rechts in den Arnstedter Strafraum ein, scheiterte mit seinem Schuss auf die kurze Ecke jedoch am Edelweiß-Keeper Christian Kurth.

Das war es in dieser Begegnung bereits, was richtige Stendaler Torchancen betraf. Ein Armutszeugnis gegen eine Mannschaft, die sichtbar Respekt bei ihrem Auftritt am Hölzchen erkennen ließ.

Die Stendaler operierten gegen die vielbeinige, dicht gestaffelte Gästeabwehr ohne jede zündende Idee. Wieder einmal wurde das Kurzpassspiel völlig überzogen. Zudem gab es gravierende Abwehrfehler. So in der 23. Minute, als Christian Liegmann bei einem Arnstedter Freistoß völlig frei an der Fünfmeterlinie stand, das Leder jedoch knapp am Lok-Kasten vorbei bugsierte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte ein Edelweiß-Doppelschlag die Stendaler Lok aufs Abstellgleis. Das zweite Gästetor war allerdings höchst umstritten. Die Altmärker warteten offenbar noch auf eine Entscheidung des Referees, der jedoch schon Freistoß gepfiffen hatte. Arnstedt brachte einfach mal das Leder im Lok-Kasten unter - und bekam das Tor. Auch der Wechsel von gleich drei Gastgeber-Akteuren danach brachte keine Wende mehr.

Ein richtiges Aufbäumen beim Gastgeber? Fehlanzeige. Ganz offensichtlich stimmt es nicht in der Mannschaft. Die Körpersprache zeugte bei den meisten Akteuren (Ausnahmen: Runge, Assmann, Gebauer) nicht von unbedingtem Willen, wie er vonnöten wäre, um noch wenigstens einen Punkt zu retten. Spätestens nach dem 0:3 (75.) verließen die ersten Besucher das Stadion. Andere riefen "Aufhören" beziehungsweise "Wollt Ihr absteigen?" oder "Mensch, sollen wir uns umziehen?"

Keine Frage, der Auftritt schreit nach Konsequenzen.

Stendal: Bayeye Nikouetchoua (Dida) - Gross (63. Erdmann), Werner, Runge, Alika, Gebauer, Butze, Assmann, Aumann (63. Valentim), Anderson, Eggemann (63. Gödecke).

Zuschauer: 270, Schiedsrichter: Weiß (Sülzetal), Torfolge: 0:1 Schmidt (50.), 0:2 Darmochwal (52.), 0:3 Schmidt (75.).