Zwei Wochen Zeit bis zum Punktekampf in Naumburg haben Präsidium und Trainer von Fußball-Verbandsligist 1. FC Lok Stendal nach drei deprimierenden Niederlagen in Folge, um das Team wieder aufzurichten und für den Saison-Endkampf fit zu machen.

Stendal. Nur wenige Stunden nach der Heimschlappe gegen Arnstedt erhielt die Volksstimme-Sportredaktion eine Mail vom Berliner Matthias Riemann. Das ist praktisch der "Statistik-Papst" von Lok Stendal. Er kennt sie, alle wichtigen Zahlen über die Kicker vom Hölzchen. Und er macht auf eine "Negativ-Marke" der Lok-Elf aufmerksam. Wörtlich:

"Mit der Niederlage gegen Arnstedt jagt Lok Stendal einen weiteren Negativrekord (neben dem der meisten auswärts sieglosen Spiele). Nach 25 Spieltagen gab es seit über 50 Jahren keinen schlechteren Punktedurchschnitt. Aktuell liegt er mit 21 Punkten (aus 25 Spielen) bei 0,84 Zählern/Spiel.

Dies wurde nur 1959 unterboten mit 18 Punkten (0,72 Punkte/Spiel) und 1961/62 mit lediglich 17 Punkten (0,68 Punkte/Spiel). In beiden Serien stieg man als Tabellenletzter aus der DDR-Oberliga auch ab (wenn auch immer hauchdünn, denn lediglich ein Sieg mehr hätte damals Klassenerhalt bedeutet). Die besten Punktausbeuten gab es natürlich in der Bezirksliga Magdeburg. Von 2,76 Punkten/Spiel bis 2,44 Punkten/Spiel sind da nach 25 Spieltagen die ersten fünf Plätze belegt."

Die Statistik schürt zweifellos Angst. Doch noch haben es die Lok-Kicker angesichts von fünf Punkten Vorsprung vor einem Abstieg bedeutenden Tabellenplatz in der Hand, sich eine weitere Saison Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse von Sachsen-Anhalt zu sichern.

Ist der Wille da, körperlich an die Leistungsgrenze zu gehen und nichts als einen Sieg anzustreben, dann werden die Lok-Fans das auch honorieren.

Einigen von ihnen muss allerdings gesagt werden: Auch wenn es zeitweise nicht gut läuft in den Stendaler Reihen, ist erst einmal Unterstützung zu geben. Denn: Auch in der Partie gegen Arnstedt entstand der Eindruck, dass diverse Zuschauer den Weg ans Hölzchen einschlagen, um sich mal richtig "auszumeckern". Kritik war und ist am Hölzchen auch weiterhin angebracht, doch davor steht zweifellos erst einmal die Unterstützung für die einzige altmärkische Mannschaft in der Männerfußball-Verbandsliga.

Noch zwei Heimspiele haben die Lok-Kicker in der sich dem Ende zuneigenden Serie vor sich, gegen den Haldensleber SC und Grün-Weiß Wolfen. Angesichts der Schwere der Aufgaben braucht Stendals Mannschaft da die uneingeschränkte Unterstützung des Publikums.