Ein Heimspiel tragen Stendals Lok-Kicker am Wochenende aus. Gegen den derzeitigen Tabellenfünften Haldensleber SC (HSC) gilt es am Sonntag (Anstoß: 14 Uhr) im Stadion Am Hölzchen zu bestehen.

Stendal. Der Gast aus dem Bördekreis wollte in der laufenden Saison ganz oben anklopfen und sogar die Landesmeisterschaft feiern. Dazu wurde der HSC im Sommer 2010 und auch noch in den nachfolgenden Monaten personell regelrecht "vollgepfropft". In dessen Reihen tummeln sich mit Daniel Gassel, Maik Stach, Stephan Boy und Halil Ibrahim Özcelek unter anderem vier ehemalige Stendaler Spieler. Ganz abgesehen davon waren zwischenzeitlich auch Lok-Brasilianer vom Hölzchen an die Ohre gewechselt.

Haldenslebens Kicker haben tatsächlich ganz oben angeklopft, waren den zumeist führenden Sandersdorfern oftmals eng auf den Fersen. Zuletzt aber ging der Mannschaft etwas die Puste aus. Nach einer 1:2-Heimniederlage im Kreisderby gegen Oschersleben gab es zwei Remis (0:0 in Staßfurt, 2:2 gegen den HFC II). Nur zwei Punkte aus den letzten drei Spielen - die Meisterschafts-Träume der Grabinski-Elf dürften angesichts von nunmehr acht Punkten Rückstand auf Sandersdorf ausgeträumt sein.

Dennoch sind die Männer aus dem Bördekreis am Sonntag als die Favoriten der Partie im Hölzchen anzusehen.

Das auch, weil sie sich seit dem Verbandsliga-Aufstieg 2009 eine Serie gegen Lok erarbeitet haben, die einmalig sein dürfte. Alle fünf seither ausgetragenen Punktspiele zwischen beiden Teams haben sie gewonnen (zweimal 2:0, dreimal 1:0), und zwar ohne dass das Lok-Team jemals zu einem eigenen Treffer kam. Das schreit geradezu nach dem Bestreben der Lok-Spieler, diese - aus ihrer Sicht - tiefschwarze Serie endlich zu beenden. Der erste Auswärtssieg seit langer Zeit am vorigen Sonnabend in Naumburg dürfte ihnen Auftrieb geben.

Lok-Trainer Volkan Uluc zur Bedeutung der Begegnung: "Das ist schon ein ganz wichtiges Spiel. Unsere Mannschaft hat sich in den letzten Wochen am Hölzchen schwer getan. Die Leistung beim 0:3 gegen Arnstedt war natürlich sehr schlecht. Wir müssen entschieden besser auftreten und so mit den Zuschauern unseren Frieden schließen."

Sicherlich ist es dazu aber auch nötig, dass die oftmals sehr kritischen Lok-Fans von sich aus ebenfalls signalisieren, dass sie die Versöhnung mit dem Team wollen.

Zwei unsichere Punkte gibt es noch bezüglich des Kaders. Kapitän Marcel Werner ist am Montag im Training umgeknickt. Sein Einsatz sowie der von Anderson (Adduktorenprobleme) ist etwas gefährdet.

Wiedersehen mit Pokalhelden von 1966

Das Präsidium des 1. FC Lok Stendal hat anlässlich des Verbandsligaspiels am Sonntag ehemalige Aktive, die das Fußballgeschehen Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts geprägt haben, zu einem Treff im Stadion Am Hölzchen eingeladen. Im Mittelpunkt stehen jene Spieler, die das Finale um den FDGB-Pokal gegen Chemie Leipzig im Mai 1966 in Bautzen mitbestritten haben. Aber auch andere, prägende Akteure aus jenen DDR-Oberligajahren von Lok Stendal werden zum Jubiläumstreff im Stadion sein.

Aus Anerkennung für ihre Leistung und im Sinne einer gelebten Traditionspflege wird Vereinspräsident Prof. Ulrich Nellessen persönlich eine Ehrung vornehmen.

Lok-Vereinshistoriker Dirk Schulz hat ein Sonderheft zu diesem Ereignis zusammengestellt, das in kleiner Stückzahl auch zu erwerben ist. Die Spieler selbst werden sich nach Abpfiff noch zu einem "Erfahrungsaustausch" im Casino zusammensetzen.