Um die 450 Starts gingen am Wochenende beim Reitturnier in Badingen über die Bühne. Mehr als 20 goldene und darüber hinaus etliche bunte Platzierungsschleifen wurden an die Akteure im Sattel und deren Vierbeiner vergeben. "Wir sind insgesamt sehr zufrieden", zieht Turnierleiterin Britta Nagel ein erstes Fazit.

Badingen. "Es war ein sehr gemütliches Turnier", sagt Britta Nagel. Fast könnte die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Badingen eine ausnahmslos positive Bilanz ziehen. Doch ereignete sich ausgerechnet zehn Minuten vor dem Turnierende ein Unfall. Torben Hietel, der sich mit Ladykracher für das Stechen des M*-Springens qualifiziert hatte, stürzte auf dem Abreiteplatz.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen Bänderabriss an der Schulter. "Wir hoffen, dass sich Torben rasch erholt und wieder im Sattel sitzen kann", schickt Nagel beste Genesungswünsche ans Krankenbett.

Ansonsten "ist alles gut verlaufen, wenn auch das Wetter uns manche Schweißperle auf die Stirn getrieben hat". Der befürchtete große Wolkenbruch blieb zum Glück aus. Dafür kam überraschend Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Herman Onko Aeikens, im November 2011 von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zum "Freund des Pferdes" ernannt, und gratulierte dem Sieger und den Platzierten des Abschlussspringens zu deren sportlichen Erfolgen.

Zu den Hinguckern des Turniers gehörten die mittelschweren Springen. Während zum Abschluss des ersten Turniertages Andreas Pasewald den Sieg in den Landkreis Börde holte, blieb die goldene Schleife am zweiten Tag im Gastgeberkreis, genauer gesagt bei Mike Bardehle und seinem Laencer. Der 42-Jährige, der als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der ländlichen Vielseitigkeitsreiter schon international auf Erfolgskurs ritt, mischt seit etwa zwei Jahren in der regionalen Springszene mit. In Badingen gelang ihm am Abschlusstag des Turniers nach einem tadellosen Umlauf auch im Stechen ein strafpunktfreier Ritt. Zudem stimmte mit 40,80 Sekunden die Zeit. Die konnte kein anderer der insgesamt fünf Finalisten toppen.

Vor Bardehle war schon Armin Streiter auf Casablanca ohne Abwürfe durch den Stangenwald gekommen, allerdings brauchte er mit 47,39 Sekunden deutlich mehr Zeit. Das machte am Ende aber nichts, denn alle weiteren Finalisten kassierten Strafpunkte, so dass Streiter Zweiter wurde.

In der nach Ranglistenpunkten höheren Abteilung des L-Springens mit Stechen erreichten mehr als zehn Pferd-Reiter-Paare das Finale. Den Sieg schnappte sich hier Streiter auf Casablanca, der in 33,05 Sekunden am schnellsten und auch strafpunktfrei unterwegs war.

Insgesamt behielten hier sieben Reiter eine reine Weste. Das Gerangel um die weiteren Platzierungen war denkbar knapp. So wurde Tobias Zeplin auf Pamina Zweiter (34,51 Sekunden), gefolgt von Andreas Pasewald auf Gerda (35,02), Natalia Lakomy auf Chiara K. (36,15), Anna-Lena Bierstedt auf Queen Querin T (36,42) und Tobias Zeplin auf Mecton (36,73).

Als Dressur-Königin konnte sich Luise-Jessica Schnüber feiern lassen. Sie gewann beide L-Dressuren. Partner des Erfolgs war Rimrok, mit dem sie Ellen Schulze auf Asterix jeweils auf den zweiten Platz verwies. Während in der Trensen-L 19 Teilnehmer in der Startliste standen, waren es in der Prüfung auf Kandarenzäumung nur sieben. Das sagt aber nichts über die Leistung der Pferd-Reiter-Paare.

In der Kandaren-L gab es für die Siegerin und die Zweitplatzierte sogar höhere Wertnoten als in der L2, die mit Trense zu absolvieren war. So freute sich Schnüber über eine 7,8 und Schulze über eine 7,6. In der Prüfung zuvor waren sie mit den Noten 7,6 und 7,5 aus der Bahn gegangen. Auf den achtbaren dritten Platz hatten sich einmal gemeinsam Franziska Meißner auf Krazy King sowie Liane Heyne auf Walesca (7,4) gekämpft und dann Anika Teickner auf Merlin (7,4).

Leistungsstark präsentierte sich darüber hinaus der Reiter- und Pferdenachwuchs. So gewann Lady Ann unter Laura-Sophie Schütte mit der Wertnote 7,75 die Reitpferdeprüfung. Die Plätze zwei und drei belegte Lokalmatador Uwe Wendeborn mit Samba\'s Penelope (7,58) und Cherry (7,25), der darüber hinaus in Springen so manche Schleife für die Gastgeber holte. So etwa in der Springpferdeprüfung Klasse A**.

Nachdem Rossau auf Cellestra hier mit einer 8,4 die goldene Schleife gewonnen hatte, gab es für Wendeborn und Quen Rubin eine 8,2 und die silberne Schleife.

Die Nachwuchsreiter der Altmark lieferten ebenfalls achtbare Ergebnisse ab. Nora Thiele errang beispielsweise einen Doppelerfolg. Mit einer 8,1 entschied sie den Reiter-Wettbewerb für sich und mit einer 7,5 den Dressurwettbewerb.