Stendal l Die Geschichte des Ringens in Stendal ging jedoch viel früher los. Die Sektion der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Lok Stendal wird im Dezember 1960 von Bernd Eich gegründet. Zu Beginn verfügte man weder über Räumlichkeiten zum Üben noch über das nötige Equipment.

Aber Eich war voller Tatendrang. Er versuchte aus den gegebenen Bedingungen das Beste heraus zu holen. Bereits 1961 zeigten sich erste Erfolge mit dem Abräumen von drei Bezirksmeistertiteln.

Mit Horst Stottmeister brachten die Stendaler einen großartigen Athleten hervor. Er lernte in der Altmark die Grundlagen und wechselte später zum Sportclub Leipzig. Stottmeister gewann einen zweiten Platz beim internationalen Werner-Seelenbinder-Turnier in Leipzig 1963. Auf nationaler Ebene brauchte sich Stottmeister nicht zu verstecken. Sechsmal konnte er den Titel des DDR-Meisters einheimsen. Dank dieser Leistungen ging er auch international an den Start. Er konnte viele Medaillen bei internationalen Turnieren für sich verbuchen. Bei Weltmeisterschaften gewann er dreimal die Silbermedaille und holte 1970 und 1975 sogar den Titel des Europameisters. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München und 1976 in Montreal gewann er vierte Plätze. Insgesamt kann man ohne jeden Zweifel feststellen, dass Stottmeister zur Weltspitze des Ringens gehörte.

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Siegfried Müller gewann 1964 bei den DDR-Meisterschaften der Schüler den zweiten Platz für die BSG Lok Stendal. Vorher wurde er Bezirksmeister.

Erich Nehl konnte sich im Einzelwettbewerb die Goldmedaille sichern. In der Mannschaftswertung kam man auf den siebten Platz. Die Stendaler Ringer erkämpften 1965 den Mannschaftstitel bei der Bezirksspartakiade. Besonders stolz zeigt man sich über einen 6:4-Sieg im internationalen Freundschaftsvergleich mit Honved Budapest.

Bei der zentralen Spartakiade in Berlin belegten Norbert Stern, Jürgen Soisson, Klaus-Dieter Gbur und Lutz Salomon die Plätze zwei bis fünf. 1966 holte man schon zehn Bezirks-titel nach Stendal. Beim viel beachteten Werner-Seelenbinder-Turnier in Leipzig wurde Uwe Miklosch Zweiter.

Im Trainingsjahr 1979/80 holten die Stendaler 13 Bezirksmeistertitel durch Ronald Pagel, Harald Titze, Mario Klitsch, Olaf Franke, Rainer Stoll, Jens Raßmuß, Andreas Buchhorn, Frank Seeger, Andreas Rückschlag und Björn Buchhorn.

Auch bei der Bezirksspartakiade durften sich die Erfolge der Stendaler sehen lassen. Gold gab es für Frank Seeger und Mario Klitsch. Silber holte Rainer Stoll und Andreas Rückschlag. Bronze ging an Michael Kania, Mario Soisson und Ronald Pagel. Bei den Gruppenwettkämpfen im DDR-Maßstab holte Thomas Pluntke den ersten Patz und Andreas Rückschlag Rang fünf. Bei den DDR-Meisterschaften gewann Andreas Buchhorn die Silbermedaille. Frank Seeger holte Bronze.

Anfang der 1980er Jahre leitete Jürgen Grabensdorf seit 15 Jahren die Geschicke im Trainingszentrum mit vollem Einsatz. Er war Übungsleiter der Stufe vier. Zum Ringen kam er über seinen Sohn, der das Training besuchte. Er konnte regelmäßig Sportler zum Sportclub delegieren. 1983 wurde Jürgen Grabensdorf für seine langjährige und verdienstvolle ehrenamtliche Tätigkeit im Deutschen Turn- und Sportbund der Deutschen Demokratischen Republik als vorbildlicher Übungsleiter ausgezeichnet. Sozusagen als Geschenk dafür gab es Erfolge bei der zentralen Spartakiade in Leipzig: Andreas Rückschlag wurde Dritter und ging an die Kinder- und Jugendsportschule Leipzig. Mario Paulsen holte den vierten Rang. Uwe Klawitter, Detlef Bowe und Jonny Soisson wurden neue Übungsleiter und halfen beim Abdecken des Trainings.

Frank Seeger holte große Erfolge in die Altmark. Er wurde 1984 DDR-Meister und 1985 Vize-Meister. Mitte der 1980er Jahre hatte die Sektion über 100 Mitglieder. Sektionsleiter waren bis dahin Bernd Eich, Wolfgang Born, danach Silvia Nehl und dann Jürgen Grabensdorf.

Im Jahr 1986 gewann Marco Gast zwei Bezirksmeistertitel. Er holte auch die DDR-Vizemeisterschaft in beiden Stilarten und wechselte zur Kinder- und Jugendsportschule Leipzig. Ein Trainingslager wurde vor der Saison 1986/87 zur Vorbereitung in Märkisch-Buchholz durchgeführt.

Marco Leseke nahm 1987 an der DDR-Spartakiade teil und ging an die KJS Leipzig. Jürgen Grabensdorf war aus gesundheitlichen nicht mehr Leiter des Trainingszentrums, Nachfolgerin wurde seine Frau Waltraud. Grabensdorf bliebt weiterhin Übungsleiter. Das Training wird nun auch durch Mario Paulsen, Dirk Müller und Thomas Müssig durchgeführt.

In der nächsten Woche werden die sportlichen Erfolge der Stendaler Ringer seit in den 1990er und 2000er Jahren vorgestellt.