Im Interview mit Volksstimme-Sportredakteurin Stefanie Brandt spricht André Töpfer über den steilen Aufstieg des Wanzleber Männerfußballs in den vergangenen Jahren, Veränderungen im Verein seit dem Zusammenbruch und künftige Ziele.

Volksstimme: Herr Töpfer, Sie sind ein Wanzleber Urgestein. Was haben Sie nach dem Zusammenbruch des Männerfußballs bei Empor gemacht?

André Töpfer: Ich hatte alle Nachwuchsabteilungen bei Empor durchlaufen, dann aber als 17-Jähriger in der damaligen Verbandsligamannschaft wenig Einsatzzeiten bekommen. Danach habe ich ein Jahr lang ausgesetzt, keine Lust mehr auf Fußball gehabt. Ich bin dann nach Hohenwarsleben gewechselt, war kurzzeitig bei Lok Stendal, was aber wegen der weiten Anfahrt sehr stressig war. Anschließend habe ich beim OSC gespielt, wo es unter Trainer Holger Döbbel und Co-Trainer Bernd Görsch viel Spaß gemacht hat. Da hatte ich meine größten Erfolge. Aber als alter Wanzleber bin ich dann doch zurückgekehrt, als Rüdiger Petrasch erzählte, dass dort etwas Neues aufgebaut werden soll.

Volksstimme: Was hat sich seit dem Neuanfang im Vergleich zu der Zeit vor dem Zusammenbruch bei Empor verändert?

André Töpfer: Damals, zu Verbandsligazeiten, drehte sich alles nur um diese erste Mannschaft. Wobei ich aber dazusagen möchte, dass wir mit Günther Wrüske einen sehr guten Trainer hatten. Jetzt haben wir mit Rüdiger Petrasch einen Präsidenten, der sich Tag und Nacht um alles kümmert, Reparaturen, Arbeitseinsätze, und vor allem wird der Nachwuchs gefördert.

Volksstimme: Wird dieser Nachwuchs denn auch an die erste Mannschaft herangeführt?

André Töpfer: Ja, viele frühere A-Jugendspieler sind jetzt dabei, zum Beispiel Michael Zeppernick, Kevin Liehr oder Patrick Wiegel. Die spielen alle, sind Stammspieler geworden. Das ist viel besser als früher. Die jungen Spieler haben eine sehr positive Entwicklung genommen.

Volksstimme: Glauben Sie, es könnte noch einmal soweit kommen, dass Empor keine Herrenmannschaft mehr im Spielbetrieb hat?

André Töpfer: Nein! Wenn es so weiterläuft wie bisher, habe ich keine Bedenken. Man guckt ja auch selbst und ich sehe, dass in der Jugend sehr gute Spieler dabei sind. Solche Leute muss man später natürlich halten, sie einbinden, damit sie nicht wieder auf die umliegenden Dörfer gehen.

Volksstimme: Empor hat seit dem Wiederaufbau den Durchmarsch bis in die Kreisoberliga Börde geschafft. Sind Sie mit dem Verlauf der Hinrunde in der neuen Spielklasse zufrieden?

André Töpfer: Ja. Ich muss sagen, als Mannschaft hat man gewisse Ansprüche. Wir selbst sahen uns nicht als Favoriten, aber so wie wir uns jetzt präsentiert haben, ist es super. Am Ende ging uns leider die Luft aus, wegen Verletzungen und Sperren, insgesamt bin ich aber sehr zufrieden.

Volksstimme: Wo haben Sie und ihre Teamkollegen noch Verbesserungspotenzial?

André Töpfer: Konditionell waren wir in der ersten Halbserie top, eigentlich passt es alles. Aber man kann immer noch eine Schippe mehr drauf legen - auch was mich selbst betrifft. Gerade kämpferisch könnten wir manchmal vielleicht noch etwas mehr geben.

Volksstimme: Bisher ging es für Empor steil bergauf. Wohin soll der Weg noch führen?

André Töpfer: Wenn wir noch eine Klasse höher kommen, wäre damit ein gutes Ziel erreicht.

Volksstimme: Sie denken also, das Potenzial für die Landesklasse wäre da?

André Töpfer: Spielerisch ja! Davon bin ich fest überzeugt.

Volksstimme: Welche Voraussetzungen müssten dafür auch im Umfeld erfüllt werden?

André Töpfer: Es wäre für unser Training schön, wenn wir nicht nur den Schotterplatz als Ausweichplatz hätten, auf dem dann auch noch zwei Mannschaften gleichzeitig trainieren müssen. Der mögliche Ausweichplatz wird ja derzeit als Bogenschießplatz genutzt - wobei ich dort bisher noch nie jemanden gesehen habe. Wenn wir den nutzen könnten, könnten wir besser trainieren, das Training ganz anders gestalten.

Volksstimme: Die Unterstützung im Ort stimmt sonst aber?

André Töpfer: Ich muss sagen, die Fans haben uns in den letzten Jahren schon sehr gut unterstützt. In der Landesklasse, dann auf einem noch besseren Niveau, erhoffen wir uns natürlich noch mehr.