Sie können es also auch zu Hause, denn nach einer gefühlten Ewigkeit durften sich Langenweddingens Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer mal wieder dem eigenen Publikum präsentieren. Die Schützlinge von Trainer Markus Deinert ließen dabei ihren Gästen von der HSG Wolfen nicht den Hauch einer Chance.

Langenweddingen (cme) l Dank einer überragenden ersten Spielhälfte war die Partie frühzeitig entschieden, mit dem 37:26-Erfolg bleibt die Deinert-Sieben weiter auf Meisterschaftskurs.

Die Gäste, mit der Empfehlung des Sieges aus der Vorwoche bei der SG Spergau angereist, hatten sich auch in Langenweddingen einiges vorgenommen. Nach vier Siegen hintereinander sollte Nummer fünf folgen. Dem war man sich aber beim SVL bewusst, daher auch von Anfang an bissig und gut eingestellt. Einzig beim 1:1 und zum 3:2 blieben die Gäste dran, doch dann zogen die Hausherren ihr Spiel auf und präsentierten sich von ihrer besten Seite. Es begann ein wahrer Sturmlauf der Heimsieben.

Egal ob erste und zweite Welle, oder im Positionsangriff, der SVL war nicht zu stoppen. Klappte mal ein Spielzug nicht, so musste ein Gewaltwurf aus dem Rückraum helfen. Egal was die Gäste aus Wolfen auch versuchten, gegen die Stark, Seifert, Ebert und Co fanden sie einfach keine Mittel. Mit tollem Kombinationsspiel, sowie gelungenen Eins-gegen-Eins-Situationen, war der SVL mit Christian Stark und David Stolze zu Beginn meist über die linke Angriffsseite erfolgreich.

Da aber auch das Abwehrbollwerk um Tim Heine, Matthias Schröder und Matthias Scheller einen sehr ordentlichen Job machte, sowie dahinter Schlussmann Matthias Krüger gute Paraden zeigte, drückte der SVL aufs Tempo. Dies nutzte immer wieder Christopher Ebert im Tempogegenstoß, aber auch sein Nebenmann Mario Seifert konnte sich erfolgreich ins Spiel mit einbringen, denn Mittelmann Tim Heine fand immer wieder gute Ideen, setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene. Der SVL zog auf 9:2 davon, hatte über 14:6 und 19:9 bis zum 21:10-Pausenstand alles im Griff und bot seinen Fans bis dahin allerhöchste Handballkost.

Gästen droht ein Debakel

Nach dem Wechsel lief es zunächst rund, der eingewechselte Nick Bollmann selbst, oder mit tollem Auge für Alexander Rohr am Kreis, der SVL legte nach und erhöhte auf 25:12 und 26:13, den Gästen drohte ein Debakel, zumal der ins Tor gewechselte Michael Eisenkolb, ebenfalls mit tollen Paraden sofort ins Spiel fand. Doch im Gefühl des sicheren Vorsprungs wollte man phasenweise zu viel. Daher schlichen sich nach und nach Fehler ein. Da auch im Torabschluss die Konzentration nicht mehr ganz vorhanden war, sowie sich einige Fehlpässe aneinanderreihten, stockte das SVL-Spiel ein wenig und Wolfen verhinderte somit schlimmeres, verkürzte auf 28:20.

Dies konnte auf SVL-Seite natürlich niemandem gefallen, auch auf den Rängen wurde es unruhig, obwohl der Vorsprung immer noch deutlich war.

SVL-Trainer Markus Deinert rüttelte seine Jungs wieder wach und folgerichtig lief es auch wieder besser. Über 30:20 durch Matthias Schröder oder sehenswerten Treffern von Christian Stark, der SVL trat wieder besser auf, erhöhte auf 34:23. Mario Seifert versenkte alle seine Strafwürfe sicher, war am Ende mit zehn Treffern auch erfolgreichster Schütze seiner Mannschaft. Über 36:25 durch Carlo Bzdok blieb der Vorsprung konstant, hätte man ein bisschen weniger gezaubert und konzentrierter geworfen, es wäre auch ein weitaus höheres Ergebnis als schließlich der 37:26-Endstand möglich gewesen.

Dennoch konnte man am Ende mehr als zufrieden sein und wurde nach Spielende auch dementsprechend lautstark vom eigenen Publikum gefeiert. Jetzt stehen 32:0-Punkte auf dem Konto, das Träumen geht also weiter, doch noch ist es ein weiter Weg, auch wenn bei neun Punkten Vorsprung, eigentlich niemand mehr so richtig daran zweifelt.

SV Langenweddingen: M. Krüger, M. Eisenkolb - C. Bzdok (1), D. Stolze (5), C. Stark (7), N. Bollmann (1), S. Schneider, C. Ebert (7), M. Scheller, M. Schröder (3), M. Seifert (10), T. Heine, A. Rohr (3).