"Heimspiel in Kühnau" hieß es für den SV Langenweddingen am Sonntag. Neben einem ganz starken Michael Eisenkolb ragte aus der Mannschaftsleistung die des "achten Mannes", der Fans, heraus.

Kühnau/Langenweddingen l Die zahlreich mitgereisten Anhänger des SVL sorgten für ein Phänomen: Optisch füllten sie 40 Prozent der kleinen Sporthalle der Friedensschule in Dessau-Ziebigk, akustisch 100. Mit diesem Rückhalt konnte die Sieben von Trainer Markus Deinert nur gewinnen - und das tat sie.

"Es war ein sehr interessantes, kampfbetontes Spiel, welches im SV Langenweddingen einen glücklichen, aber verdienten Sieger gesehen hat. Kühnau hat eine beachtenswerte Leistung von Abwehr und Torhüter gezeigt - im Hinspiel allerdings noch etwas mehr."

K.-D. Wolf, Pokalverantwortl. HVSA

Die SG Kühnau war allerdings - wie schon im Hinspiel - eine größere Herausforderung, als es die meisten Langenweddinger Ligakonkurrenten bisher gewesen waren. Unter Führung des ehemaligen lettischen Nationalspielers Armand Uscins schienen die Gastgeber auf alles eine Antwort zu haben und stellten die Sülzetaler taktisch immer wieder vor neue Aufgaben.

Dennoch verlief der Start für den Landesmeister ganz gut. Nachdem Ricardo Schult zweimal eine Kühnauer Führung ausgeglichen hatte, begannen die Langenweddinger sich abzusetzen. Unter anderem durch verwandelte Strafwürfe von David Stolze, der sich von Beginn an einer Manndeckung erfreute, zog der Gast auf 9:5 davon. Die SGK antwortete mit Kontertoren und dem 9:9-Ausgleich in der 20. Minute.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit war der eingewechselte Michael "Bodo" Eisenkolb im Tor dann das Zünglein an der Waage, hielt erst einen Siebenmeter und sorgte mit weiteren Paraden dafür, dass es mit einer 13:11-Führung des SVL in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel sorgten Ricardo Schult und Stolze, dessen Einsatz nach einer Knöchelverletzung aus dem Hinspiel zunächst fraglich war, mit weiteren Treffern für einen komfortableren Vorsprung (14:18, 40.). Auch Stefan Schult zerrte immer wieder an den Ketten und unterzog dabei sich und seine Gegner einem Härtetest. Beim 16:21, das zusammen mit dem Hinspiel einem Sieben-Tore-Vorsprung entsprach, schien die Entscheidung gefallen. Mit dem Mut der Verzweiflung gab der Gastgeber aber noch einmal alles und verkürzte auf 19:21. Erst das 19:22 von Christopher Ebert (56.) unterbrach den Lauf.

"Meine Mannschaft hat nicht schlecht gespielt, aber ihr fehlt noch die Erfahrung. Wir haben am Ende Konter- und Siebenmetertore ausgelassen, sonst wäre mehr drin gewesen."

Armand Uscins, Trainer SGK

In den Schlussminuten hielt Eisenkolb den Sieg fest. So konnten er, sein Team und die Fans auf der Heimfahrt im Bus ausgelassen den Double-Sieg feiern. Die SGK hat in der nächsten Saison, dann als Aufsteiger in die Sachsen-Anhalt-Liga und vielleicht wieder mit ihrem besten Spieler Robert Rathmann, der verletzt fehlte, die Chance auf eine Revanche.

SV Langenweddingen: Krüger, Eisenkolb - Stolze (8 Tore), Stark, R. Schult (5), Bollmann, Ebert (2), Scheller (1), Schröder (1), Seifert, Heine (1), Rohr, St. Schult (4).

Zeitstrafen: SGK 4; SVL 3. Siebenmeter: SGK 2/4; SVL 5/5. Spielfilm: 2:1, 2:4, 3:5, 4:7, 5:9, 9:9, 10:12 11:13 / 11:15, 13:17, 14:19, 16:21, 19:22, 21:22.

   

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