Zum Saisonabschluss und Ende seiner Zeit als Trainer des Fußball-Verbandsligisten Oscherslebener SC unterhielt sich Bördesport-Redakteurin Stefanie Brandt mit André Linzert.

Herr Linzert, der Oscherslebener SC war Ihre erste Trainerstation. Würden Sie die Entscheidung zu dem Amt heute noch einmal so fällen?

André Linzert: Auf jeden Fall.

Wie schätzen Sie die letzte Spielzeit mit Ihrer Mannschaft ein? Was waren die Höhe-, was die Tiefpunkte?

Das muss man detailliert betrachten. Mit dem Gesamtpaket war es schwer. Wir sind mit dem Kader gut in die Saison gekommen. Dann meldeten sich Gessner und Lutz ab. Danach stimmten die Ergebnisse nicht. Dann wurde durch Rote Karten und Verletzungen der Kader immer dünner. Das hat mir nicht gefallen. Toll war, dass mit dem Wechsel der Schwanebecker zu uns ein Ruck durch die Mannschaft ging. Auch Zachi und Huthi waren wieder dabei.

Von den Ergebnissen her haben wir uns in der Rückrunde nicht mit Ruhm bekleckert. Die Mannschaft hat gut gekämpft, aber die Belohnung blieb aus. Dann gab es Streitereien in der Mannschaft. Ich musste Klare suspendieren, weil der Stunk gemacht hat. Unruhe kam aber auch von außen.

Was bleibt Ihnen aus ihrer Amtszeit positiv im Gedächtnis?

Ich habe ja als Co-Trainer und als Spieler auch schon für den OSC gearbeitet, dann drei Jahre als Trainer. Dass es mit einigen mal Reibereien gibt, ist klar. Trotzdem hat es uns - auch meiner Frau Doreen, die als Physiotherapeutin dabei war, - Spaß gemacht. Das erste Jahr war mit Platz acht positiv. Dass die Leistungen dann schlechter wurden, liegt einfach an der Situation, dass das Personal dünner wurde. Leistungsträger gingen, kaum Neue kamen dazu. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht, sind nicht abgestiegen.

Was hat Ihnen weniger gefallen?

Es war keine schlechte Zeit. Dass es irgendwann zu Ende geht, wusste ich. Wie es zum Schluss gelaufen ist, fand ich aber nicht gut. Der Präsident und Dietrich Lehmann können nichts dafür, aber es treffen beim OSC Leute die Entscheidungen, die mit dem Sportlichen gar nichts zu tun haben. Unter Roland Zahn gab es schon ein Hickhack, wenn es Neue geben sollte, unter Michael Steffen und mir genauso. Und jetzt geht es auf einmal. Es ist schade. Im Winter hatte ich die Schwanebecker geholt, danach war eine richtig gute Stimmung in der Mannschaft. Und auch wenn jetzt einige Leute sagen, ich habe die Zweite absteigen lassen, war das nicht so. Ich denke, Michael Franke und ich haben gut zusammengearbeitet. Aber er wurde ja jetzt auch entlassen.

Fällt der Abschied schwer?

Am Anfang war ich wie vor den Kopf geschlagen. Über die Jahre hat man sich reingehangen. Es hat mir gerade riesen Spaß gemacht, vom Charakter her war das in der zweiten Halbserie eine gute Mannschaft. Und jetzt dieser Umbruch! Ohne den wären alle geblieben.

Ich habe als Letzter erfahren, was passiert. Man hätte sich vorher an einen Tisch setzen können. Aber ich sitze da mit meinem Zettel und frage wie es aussieht mit neuen Spielern. Und dann höre ich, es kommt ein neuer Trainer mit neuen Spielern. Der Abschied von der Mannschaft tut Doreen und mir weh. Inzwischen bin ich aber drüber weg.

Was der OSC nun aus der Sache macht, muss man sehen. Ich hoffe, es bricht nicht nach ein, zwei Jahren alles auseinander. Jeder schimpft auf Haldensleben und sagt, das wird bei uns nie passieren und dann passiert sowas. Die Neuen tragen das OSC-Zeichen sicher nicht links auf der Brust.

Welche Spieler bleiben im Gedächtnis, werden Sie weiter Kontakt halten?

Ich habe mit vielen noch Kontakt und will den auch halten, aber die Spieler sind nun in der Zwickmühle.

Können Sie denn die Entscheidung der Vereinsführung bezüglich des Trainerwechsels nachvollziehen?

Wenn mir gesagt worden wäre: Wir können nix anderes tun, weil wir keine Spieler kriegen und der neue Trainer bringt Spieler mit. Dann wäre das kein Problem gewesen. Vielleicht hätte ich in dem neuen Stab mitarbeiten können. Aber da muss man sich vorher zusammensetzen, nicht alles hinter meinem Rücken klarmachen. Das macht man nicht.

Für den Verein ist es natürlich eine Chance, wenn unsere Spieler jetzt auch bleiben. Sonst ist es nur ein Austausch und es bleibt nichts hängen. Unsere Spieler werden verärgert, falls sie in die Zweite sollen, und werden dann nicht wieder hoch wollen, wenn in der ersten Not am Mann ist. Das ist aber nicht mehr mein Problem.

Wollen Sie als Trainer in einem anderen Verein weitermachen? Oder bleiben Sie dem OSC in anderer Funktion erhalten?

Ich werde weiter Alte Herren spielen. Ansonsten mache ich erstmal Pause. Ich brauche das jetzt nicht. Meine Tochter kommt in die Schule. Das steht im Vordergrund. Vielleicht wird es irgendwann mal wieder ein anderer Verein.

Gibt es einen Rat, den Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben wollen?

Was soll ich ihm raten? Er muss beim OSC umdenken und das Beste draus machen. Ich wünsche ihm viel Erfolg mit der Mannschaft und hoffe, dass sie in der Verbandsliga bleiben.