Mit ihren gerade einmal 15 Jahren gehört die Wanzleberin Catharina Bartsch schon zu den erfolgreichsten Leichtathletinnen unserer Region. Bördesport-Redakteurin Stefanie Brandt sprach mit dem Talent über den Sport, der schon mehr als nur ein Hobby ist.

Volksstimme: Catharina, wie bist du zur Leichtathletik gekommen?

Catharina Bartsch: Ich bin in Wanzleben zur Grundschule gegangen. Herr Neundorf war mein Sportlehrer und hat auch die Leichtathletik-AG geleitet. Er hat mich dann gefragt, ob ich Lust hätte, auch im Verein zu trainieren. Mir hat das gut gefallen, also bin ich dabeigeblieben. Irgendwann hat mich dann auch ein Talentescout vom SC Magdeburg beim Wettkampf gesehen und angesprochen. Seitdem trainiere ich auch dort.

Ist es nicht sehr aufwändig, für das Training nach Magdeburg zu fahren? Du darfst ja selbst noch nicht Auto fahren.

Nein, ich gehe ja inzwischen auch in Magdeburg auf das Werner-von-Siemens-Gymnasium, kann also nach der Schule immer zum Training. Meine Eltern und überhaupt meine ganze Familie unterstützen mich natürlich auch.

Und wie oft in der Woche trainierst du?

In der Wettkampfzeit fünf Mal. Außerhalb versuche ich aber auch immer, ein bisschen was zu machen.

Wie ist das im Urlaub?

Na da gucke ich schon, dass dort auch die Möglichkeit besteht zu trainieren. Hin und wieder ist es aber auch so, dass meine Eltern mit meinem Bruder in den Urlaub fahren und ich ins Trainingslager.

Wie steht dein Bruder denn zu deinem Hobby?

Er ist mein Zwillingsbruder, wir verstehen uns super. Er fährt auch mal mit zu den Wettkämpfen und drückt mir die Daumen.

Wie oft sind diese Wettkämpfe im Jahr?

Außer in den zwei Wettkampfpausen im Sommer und über die Weihnachtsfeiertage eigentlich an fast jedem Wochenende.

Gibt es bestimmte Lieblingsdisziplinen in der Leichtathletik für dich?

Natürlich machen einem die Sachen, in denen man erfolgreich ist, besonders Spaß. Bei mir sind das der Hoch- und Dreisprung. Ich trainiere aber noch auf Mehrkampf. Beim SC Magdeburg wird in der 6. Klasse eigentlich entschieden, worauf man sich spezialisiert. Ich gehöre aber zu einer kleinen Trainingsgruppe, die noch Mehrkampf macht. Ich denke, dass das später ein Vorteil ist, wenn man vielseitig ist.

Hast du entsprechende Vorbilder?

Da gibt es viele, zum Beispiel Hochspringer Raul Spank oder Sergey Mudrow. Die habe ich auch schon beim Hochsprung mit Musik in Arnstedt gesehen. Das ist immer ein richtiges Highlight. Ich fiebere aber auch mit den Zehnkämpfern mit, wie Rico Freimuth. Den sieht man öfter mal, denn er trainiert ja in Halle.

Welches waren deine Highlights in dieser Saison?

Ich bin Landesmeisterin im Hochsprung und Mitteldeutsche Meisterin im Dreisprung geworden. Bei den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf kam ich Platz 29. Zuletzt war ich Mitte August in Köln bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse 15. Dort bin ich im Dreisprung Sechste und im Hochsprung Fünfte geworden. Wichtig war auch, dass ich wieder die D-Kader-Norm geschafft habe. Dadurch werde ich vom Land gefördert. Das macht alles einfacher.

Und wie sehen deine nächsten Ziele aus?

Im September geht es wieder mit den ganzen Bahnabschlussfesten los und dann geht es in die Halle. Dort stehen dann unter anderem die Landesmeisterschaften an. Wichtiges Ziel für mich ist es, weiterhin die D-Kader-Norm zu schaffen.

Bleibt bei so vielen Wettkämpfen überhaupt Zeit für Freunde und andere Hobbys?

Die habe ich ja hier in Wanzleben in meiner Trainingsgruppe und genauso beim SC Magdeburg. Andere Hobbys brauche ich nicht, für mich ist Leichtathletik nach der Schule Entspannung.

Aber macht es wirklich immer Spaß? Hast du nie ein Motivationsproblem?

Das ist kein Thema. Ich weiß ja, wofür ich es mache. Der Sport ist ein fester Teil meines Lebens.

Also willst du das auch weitermachen? Professionell?

Natürlich würde ich das gern. Ich werde es versuchen. Aber die Schule ist mir sehr wichtig. Ich will unbedingt ein gutes Abitur machen. Die Chance, dass man später nur mit Leichtathletik Geld verdient, ist doch gering.

Gab es schon einmal Rückschläge für dich?

Ja, letztes Jahr klappte irgendwie gar nichts. Ich habe mich im Hochsprung einfach nicht gesteigert und dachte immer nur: Hoffentlich hört das bald auf! Aber solche Phasen hat jeder mal. Wichtig ist, dass man weitermacht. Wenn etwas mal nicht klappt, darf man nicht gleich aufgeben!

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