Gröningen (mbo) l Als am 28. Februar vor 60 Jahren Gerd Obst auf die Welt kam, konnte niemand ahnen, dass er einmal wie kaum ein anderer die Geschicke des Gröninger Fußballsports mitbestimmen sollte.

Seit seinem sechsten Lebensjahr spielte "Gerdchen" bei Traktor und Eintracht und durchlief alle Altersklassen von der Kindermannschaft bis zu den Altherren. Er war als technisch hochbegabter und gefährlicher Torschütze weithin gefürchtet. In den siebziger Jahren kam er aus dem Juniorenbereich auf Anhieb in die stark aufstrebende erste Männermannschaft und schaffte innerhalb von drei Jahren, aus der Kreisklasse heraus, über die Bezirksklasse 1976 den Aufstieg in die Bezirksliga. Lok Halberstadt wurde auf ihn aufmerksam und er wechselte für zwei Jahre in das DDR-Liga-Team.

Nach Gröningen zurückgekehrt, war er wieder Leistungsträger und brachte später seine Erfahrungen auch jahrelang als Spielertrainer ein. Der Erfolg blieb nicht aus. Es gab Jahre, in denen die Eintracht kein einziges Spiel verlor. 1993 stieg Gröningen mit ihm in die Bezirksliga und 1996 für drei Jahre in die Landesliga auf.

Hier die Spielebilanz des beliebten und untadeligen Sportsmannes: Von 1973 bis 1999 spielte er 818 Mal in der ersten Männermannschaft (Platz vier der ewigen Bestenliste seit 1945) und erzielte dabei 532 Tore (Platz drei der ewigen Bestenliste).

Auch als er danach einige Zeit die Mannschaft von Fortuna Halberstadt trainierte, blieb er seinem Heimatverein im Altherrenbereich treu und kam bis zum heutigen Tage auf imposante 750 Einsätze und sage und schreibe 814 Tore. So etwas gibt es so schnell nicht wieder. Es scheint ein Rekord für die Ewigkeit zu sein.

Am 1. Mai diesen Jahres plant Gerdchen in Gröningen ein Abschiedsspiel. Es werden viele alte und bekannte Weggefährten erwartet. Dann hängt Gerdchen die Fußballschuhe endgültig an den berühmten Nagel und eine Ära geht zu Ende. Für seine Verdienste um den Fußballsport wurde Gerdchen mit der Silbernen Ehrennadel des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Die Eintracht gratuliert, bedankt sich und wünscht noch viele Jahrzehnte bei bester Gesundheit.