Wulferstedt. Mit dem allerletzten Aufgebot haben sich Wulferstedter Fußballer gegen das unbequeme Reppichau tapfer geschlagen. Das stetig wachsende Lazarett und dieses Mal zusätzlich private Vorzüge einiger Spieler erforderten den Einsatz einer echten Notelf. Nur mit enger Kooperation zur Reservemannschaft konnte das Landesklasseteam überhaupt gefüllt werden. Die aufopferungsvoll kämpfende Truppe darf zu Recht stolz auf diesen knappen 3:2-Sieg sein.

Wer 100 km fährt, tut dies nicht umsonst und ist meist zusätzlich motiviert. Reppichau wusste von den Sorgen der Gastgeber und wollte in Wulferstedt gewinnen. Die Gäste wurden allerdings früh kalt erwischt: Philipp Jekal steuerte Keeper Wunderlich an. Der traf Jekal im Klärungsversuch und der Abpraller trudelte ins Tor (1:0, 3.). Ein Gewitterguss sorgte jetzt für rutschigen Untergrund und Reppichau reagierte blindwütig, wollte mit aller Macht den Ausgleich. Wulferstedt war die Unsicherheit trotz der schnellen Führung anzumerken. Dennoch blieb Germania vorn gefährlich, als Burghardt von der Grundlinie am nervösen Torhüter vorbei in die Mitte spielte, wo kein Abnehmer stand (10.).

Sebastian Nowack war nach einem der häufigen Eckstöße gefragt, als er ein Geschoss von Dirk Lange per Fußabwehr entschärfte und der Nachschuss das Ziel verfehlte (12.). Auch bei einer scharfen Eingabe zeigte sich der Germania-Keeper auf dem Posten (17.).

Auf der anderen Seite hatte sich Alex Burghardt auf dem rechten Flügel durchgesetzt, flankte auf René Jahn, der trocken per Linksschuss präzise ins kurze Eck traf (18.). Die Gäste wirbelten weiter und der Anschluss lag in der Luft. Nach einer Nowack-Parade rettete Sven Sieber in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Bangnowski (26.). Germania-Kapitän Daniel Frick zielte nach schöner Einzelleistung knapp am Tor vorbei (29.) und Manuel Zabel, von Torsten Herbst schön angespielt, ver-gab im Überzahlspiel vor dem Torhüter die wohl beste Chance (33.). Erneut bewies sich Herbst als Vorlagengeber mit schöner Flanke fast von der Eckfahne: Burghardt brauchte freistehend in der nun immer häufiger entblößten Reppichauer Defensive nur noch einzuköpfen (36.).

Wo die Sicherheit fehlte, war diesmal die Effektivität auf Germania-Seite und Wulferstedt führte mit 3:0. Reppichau allerdings setzte nach Wiederanpfiff alles auf eine Karte, spielte konzentriert und biss sich in der gegnerischen Hälfte fest. Wulferstedt war anfällig und fing sich schon bald das 1:3 durch Marcel Lorch (53.). Der Doppelschlag war perfekt, als bei einem scharf getretenen Freistoß aus dem Halbfeld ein Wulferstedter per Kopf ins eigene Netz traf (57.). Reppichau wollte noch mehr, doch Wulferstedt gelang es rechtzeitig, wieder für Entlastung zu sorgen. Besonders der eingewechselte Christian Reimann brachte die entscheidenden Impulse. Daniel Dräger klärte in der Abwehr oft in höchster Gefahr.

Für Wulferstedt hätten Philipp Jekal (63.) und Torsten Herbst, der es nach einem der vielen übermütigen Ausflüge des Reppichauer Torhüters zu genau machen wollte und den Ball am leeren Eck vorbeischob (66.) für das 4:2 sorgen können. Die besseren Chancen hatte Wulferstedt bis zum Schluss. Nach Jahns starkem Solo verfehlte sein Schuss knapp das Ziel (84.). Wulferstedt sicherte sich diese drei Punkte am Ende aufgrund der Chancenhoheit und des kämpferischen Einsatzes absolut verdient.

Germania Wulferstedt: Nowack - Dräger, Sieber (56. Reimann), Dreyer, Zabel, Burghardt (90. Jaffke), Frick, Jekal, Charwat, Herbst, R. Jahn.

Torfolge: 1:0 Jekal (3.), 2:0 Jahn (18.), 3:0 Burghardt (36.), 3:1 Lorch (53.), 3:2 ET (57.).

Schiedsrichter: Ralf Klinge (Magdeburg). Zuschauer: 77.