Die neue Halle des Universitätssportclubs Magdeburg war am vergangenen Sonnabend Austragungsort der Landesmeisterschaften der Altersklassen U18 und U21. Der VfB Germania Halberstadt war bei diesen ersten offiziellen Meisterschaften mit fünf Judokas vertreten, die durch Lisa-Marie Walz und Eric Sieland zwei Meistertitel erkämpften.

Halberstadt (bkr/hhe) l Dass der Halberstädter Judosport in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, war für die jungen Germanen" bei den Titelkämpfen zusätzliche Motivation.

Celine-Jill Neumann hatte in der Altersklasse U18 nur einen Kampf zu bestreiten. "Diesen verlor sie zwar eindeutig und vor Ablauf der regulären Kampfzeit, dennoch wusste sie in einigen Kampfsequenzen zu überzeugen und kämpfte mit viel Willenskraft" stellte Germanias Trainer Holger Henschel fest.

In der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm, wohl die qualitativ am stärksten besetzte Gewichtsklasse, waren es gleich vier Judokas die am Landesleistungszentrum in Halle trainieren, unter ihnen auch der Halberstädter Kevin Jäger. Er siegte in seinen ersten beiden Kämpfen. Der nächste Kampf sollte über den Finaleinzug entscheiden. Diesen verlor er nach einem taktischen Fehler mit einer Kontertechnik. Somit hatte er in diesem Klassefeld die Bronzemedaille sicher.

Gleich vier Kämpfe hatte Germanias Halbschwergewichtler Eric Sieland zu bestreiten. In drei Kämpfen siegte er jeweils vorzeitig mit unterschiedlichen Techniken. Im Finale gab es dann für Sieland zwei fragwürdige Bestrafungen, durch die er dann nach Punkten zurücklag. Mit viel Wut im Bauch und einem unbändigen Siegeswillen gelang es ihm, den Kampf zu drehen und für sich zu entscheiden. Der Lohn für diesen Kraftakt ist der Gewinn des Landesmeistertitels in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm.

In der Altersklasse U21 legte seine Vereinskameradin Lisa-Marie Walz gleich noch einen Titel nach. "Sie besiegte im Finale eindeutig ihre Gegnerin vom JC Halle vorzeitig und bestach dabei wieder einmal durch ihre aggressive Griffkampfführung und Vielseitigkeit", freute sich Henschel mit ihr über den Titelgewinn.

Ebenfalls bis in das Finale seiner Gewichtsklasse kämpfte sich Felix Schlamm vor. Dort konnte er den Kampf lange offen gestalten, ehe er bei einer Angriffsaktion reflexartig nach dem Bein des Gegners griff. Dieses Greifen nach den Beinen stellt nach den aktuellen Wettkampfregeln ein Verstoß dar und wird mit der höchsten Bestrafung geahndet. Damit war für den Halberstädter das Finale beendet, für ihn blieb jedoch die Silbermedaille. "Das passiert selbst absoluten Spitzenkämfern immer wieder, war aber für Felix in dem Moment kein Trost", meinte Henschel zu dieser Aktion.

Mit ihren Platzierungen sind alle fünf VfB-Judokas für die Mitteldeutschen Meisterschaften, die am 15. und 16. Februar in Eisennach stattfinden, qualifiziert. Dort treffen sie dann auf die besten Judokas aus Sachsen und Thüringen.