Die Siegesserie der Red Devils hat ein Ende gefunden. Nach acht Siegen in Folge musste sich das Team von Trainer Peter Gahlert dem TV Lilienthal in eigener Halle mit 5:6 geschlagen geben.

Wernigerode (mvo/ige) l Die Red Devils, aktuell auf Rang zwei der 1. Bundesliga, waren gegen den Tabellensiebten aus Lilienthal klarer Favorit. Was von den Vorzeichen her eine klare Angelegenheit war, entwickelte sich jedoch an diesem Tag für die Roten Teufel zu einem Albtraum. Die teuflischen Hausherren blieben in heimischer Stadtfeldhalle weit unter ihren Möglichkeiten.

"Ich kann nur wenig gute Worte zu diesem Spiel finden. Das Abwehrverhalten im ersten Drittel war eine Katastrophe und unsere Torabschlüsse im gesamten Spiel viel zu inkonsequent. Die Niederlage ist nicht das Problem, die Art und Weise allerdings schon", so Devils-Coach Peter Gahlert. Auch Torhüter Gary Blume fand nach der Partie klare Worte: "Es lief bei uns nicht viel zusammen. Wir haben dumme Fehler gemacht und uns mehrmals auskontern lassen. Wir haben zudem nicht gut trainiert in den vergangenen Tagen. Hinzu kam noch ein schlechtes Unterzahl- und Überzahlspiel, was letztlich den Unterschied ausgemacht hat."

Die Lilienthaler Wölfe machten ihrem Namen alle Ehre: Sie präsentierten sich bissig, laufstark und in der Defensive mannschaftlich geschlossen - eben wie ein echtes Rudel. Die Gäste blockten zahlreiche Schüsse, verteidigten eng gestaffelt, so dass sich den Devils nur wenig Räume boten. Nach dem frühen Gegentor gelang Juha-Pekka Kuittinen gegen Mitte des ersten Drittels der Ausgleich. Doch der TV Lilienthal antwortete prompt mit einem Doppelschlag zum 1:3. Binnen drei Minuten drehten zwar die Harzer durch Tore von Robert Müller, Vojta Krupicka und Martin Schaberich die Partie zu ihren Gunsten, doch noch vor der ersten Drittelpause gelang den Gästen wieder der Ausgleich zum 4:4.

Nach acht Toren im ersten Durchgang folgte ein ausgeglichenes zweites Drittel, in dem sich vor allem die beiden Torhüter Gary Blume (Devils) und Nils Hallerstede (Lilienthal) mit sehenswerten Paraden auszeichneten. Erst gegen Ende des Mittelabschnitts konnte Joni Liikanen einen Penalty zur 5:4-Führung nutzen.

Zu Beginn des Schlussabschnitts kassierten die Devils eine Zwei-Minuten-Strafe mit Folgen: Das anschließende Überzahlspiel nutzte Lilienthal nach wenigen Sekunden zum Ausgleichstor. Während die Gäste ihre numerische Überlegenheit eiskalt nutzten, erzielten die Red Devils in ihren drei Überzahlsituationen keinen Treffer. Der Ball lief zu langsam, die Abschlüsse waren zu ungenau und zahlreiche Möglichkeiten endeten durch zu viele Einzelaktionen in unnötigen Ballverlusten.

Die Roten Teufel waren an diesem Tage nicht in der Lage, dass Spiel an sich zu reißen und den Hebel umzulegen. Es fehlten schlichtweg die spielerischen Akzente. Zu allem Überfluss kassierte Kapitän Raiko Krüger knapp drei Minuten vor Spielende eine folgenschwere Zeitstrafe. Etwa 90 Sekunden vor Schluss demonstrierten die Lilienthaler Wölfe nochmals ihre Stärke im Überzahlspiel und gingen mit 6:5 in Führung. In den verbleibenden Sekunden riskierten die Red Devils alles, doch auch die Herausnahme des Torhüters zu Gunsten eines sechsten Feldspielers brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Nach acht Punktspielsiegen in Folge verloren die Roten Teufel ausgerechnet gegen den Siebtplatzierten, der in der bisherigen Bundesliga-Geschichte noch nie gegen die Wernigeröder gewinnen konnte und nun seinerseits von der Playoff-Teilnahme träumt. Für die Red Devils ist damit nicht nur eine Siegesserie gerissen, auch drei wichtige Punkte sind auf der Strecke geblieben. Bei dem schweren Restprogramm gegen die Mitfavoriten Dresden, Weißenfels, Berlin und Leipzig könnte am Ende sogar der zweite Platz in Gefahr geraten, der die direkte Qualifikation für das Playoff-Halbfinale bedeutet.

"Wir haben es in der eigenen Hand. Wenn wir in den kommenden Duellen so spielen wie gegen Lilienthal wird es sicher schwer. Aber wir haben auch schon bessere Spiele in dieser Saison abgeliefert. Wenn wir uns wieder aufrappeln, vor allem hart trainieren, dann könnte es klappen mit Platz zwei", so Gary Blume. Vielleicht war die Niederlage gegen Lilienthal im Hinblick auf die finalen Spiele der regulären Saison und Playoffs der nötige Wachrüttler.

Red Devils: Blume, Severin - R. Müller, Weiß, Fiedler, Liikanen, Krupicka, Schaberich, Löwenberg, Riechel, Kuittinen, Bothe, Mildner, Mertens, P. Müller, Krüger, Niederlein, Berg;

Torfolge: 0:1 Alexander Seitz (2:31), 1:1 Juha-Pekka Kuittinen (9:56), 1:2 Mark Oli Bothe (10:51), 1:3 Daniel Bruns (14:01), 2:3 Robert Müller (16:05), 3:3 Vojta Krupicka (17:23), 4:3 Martin Schaberich (18:38), 4:4 Daniel Bruns (18:55), 5:4 Joni Liikanen (39:27), 5:5 Ole Appenrodt (42:55), 5:6 Dennis Heike (58:22).