Wernigerode (ige) l Trotz einer lange Zeit überzeugenden Vorstellung hat der HV Wernigerode das Punktspiel der Sachsen-Anhalt-Liga beim Dessau-Roßlauer HV II mit 29:35 verloren. Den mit nur einem Wechselspieler angereisten Harzern fehlte schließlich die Kraft, um ihren Sechs-Tore-Vorsprung aus der starken ersten Halbzeit ins Ziel zu retten.

Der HV Wernigerode reiste mit nur zwei etatmäßigen Aufbauspielern nach Dessau, somit war Trainer Björn Ahlsleben vom Anpfiff weg zum Improvisieren gezwungen. Die Taktik mit zwei Rückraum- und zwei Kreisspielern ging zunächst sehr gut auf. Die Wernigeröder erzielten die ersten beiden Treffer und bauten die Führung auf 5:2 bzw. 9:4 aus. Erst als Norman Hoffmann in Manndeckung genommen wirde, geriet das Angriffsspiel der Harzer ins Stocken. Doch nur für kurze Zeit, denn der in den rechten Rückraum beorderte Benjamin Nierlein lieferte auf ungewohnter Position ein überragendes Spiel. So bauten die Wernigeröder den Vorsprung bis zur Pause sogar auf 18:12 aus.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kämpfte sich die Reserve des Dessau-Roßlauer HV schnell auf 19:21 heran, doch die Wernigeröder bäumten sich noch einmal auf. Mit drei Toren in Folge wuchs der Vorsprung noch einmal auf 24:19 an, ehe bei mehreren HVW-Spielern der Akku komplett aufgebraucht war.

"Da wir nur einen Wechselspieler hatten war es nur eine Frage der Zeit, zumal unsere Deckungsarbeit sehr laufintensiv ist", so HVW-Trainer Ahlsleben. Erschwerend kam hinzu, dass die Gastgeber mehrere Spieler aus dem Kader der spielfreien ersten Mannschaft aufbieten konnten. Lukas Krug, Stammspieler des Drittligisten, steuerte zwölf Treffer bei, Oliver Lindner, einer von vier weiteren Spielern aus dem erweiterten Kader, traf achtmal. So glichen die Gastgeber beim 24:24 erstmals aus und warfen in der Schlussphase noch einen klaren 35:29-Sieg heraus.

"Trotz der Niederlage ein großes Kompliment an die gesamte Mannschaft, die geschlossen aufgetreten ist und bis zum Ende ihrer Kräfte ein überragendes Spiel abgeliefert hat. Auch auf ungewohnten Positionen hat jeder alles gegeben", zeigte sich Trainer Björn Ahlsleben stolz über die Energieleistung seiner Schützlinge.

HV Wernigerode: Wisotzky, Zimmermann - Meißner, Hoffmann (3), Nierlein (8), Karau (1), Weist (7), Stecker (9/7), Völkel (1);

Zeitstrafen: Dessau-Roßlau II 5 - HV Wernigerode 5;Siebenmeter: Dessau-Roßlau II 5/5 - HVW 8/7.