Wernigerode (fbo) l Mit einer Silbermedaille und einem fünften Platz im Gepäck kehrte die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker von den Senioren-Weltmeisterschaften aus Budapest zurück und feierte damit den größten sportlichen Erfolg ihrer Karriere.

"Ein schöneres Debüt bei meiner ersten WM im Seniorenbereich hätte ich mir nicht wünschen können", so die Athletin. Nach Platz fünf bei den europäischen Titelkämpfen in Zittau vor zwei Jahren sicherte sie sich nun die erste internationale Medaille.

Die erst sechste Senioren-Hallenweltmeisterschaft, bei der gleichzeitig Wettbewerbe im Gehen, Crosslauf und Halbmarathon ausgetragen wurden, lockte fast 5 000 Teilnehmer aus der ganzen Welt in die ungarische Hauptstadt. Dabei stellte die deutsche Nationalmannschaft mit knapp 500 Startern das größte Team, das am Ende mit 40 Goldmedaillen auch das erfolgreichste war.

Bereits am ersten Tag dominierten die deutschen Läufer mit zahlreichen Medaillen im Crosslauf. Auch die Wernigeröderin hatte hier gemeldet. Entgegen der Wetterprognosen blieb der Regen aus und die Läufer konnten bei strahlendem Sonnenschein auf den zwei Kilometer langen Rundkurs gehen. Lediglich kalter Wind blies den Athleten im Stadtpark entgegen. Im Frauenwettbewerb gingen insgesamt 109 Läuferinnen in den verschiedenen Altersklassen gemeinsam an den Start über acht Kilometer. Nach drei von vier Runden lag die Harzerin überraschend auf Medaillenkurs und verlor erst auf den letzten zwei Kilometern an Sekunden. Am Ende lief sie als hervorragende Fünfte in der Altersklasse W 35 ins Ziel und verpasste die Bronzemedaille nur um elf Sekunden. Mit der Zeit von 33:17,80 min blieb sie noch deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel von 34 Minuten.

Große Freude herrschte dann im Lager des DLV über den "silbernen" Erfolg in der Mannschaftswertung. Gemeinsam mit den Kieler Läuferinnen Verena Becker und Christine Dörscher sicherte sich Yvonne Brandecker den Vizeweltmeistertitel. Das deutsche Team lag am Ende nur 40 Sekunden hinter den siegreichen Spaniern. "Mit diesem Erfolg hätten wir im Traum nicht gerechnet", erzählte Ehemann Dirk, der an der Strecke mitfieberte. Dabei verlief die Vorbereitung alles andere als optimal. Drei Wochen lang hatte die 37-Jährige mit einem Infekt zu kämpfen, an Training war nicht zu denken, der Flug nach Budapest war lange fraglich. Erst kurz zuvor kam grünes Licht für den Start. "Die ersten sechs Kilometer waren optimal, dann habe ich nur noch gekämpft", beschreibt Yvonne ihren Lauf. Selbst ihre Teamkameradinnen, die direkt vor der HGL-Athletin ins Ziel kamen, zollten Respekt vor dieser Leistung nach so langer Krankheitspause.

Nun kann sich die Langstrecklerin in Ruhe auf die Bahnsaison vorbereiten, denn bereits im August wartet mit der Senioren-EM in Izmir (Türkei) der nächste Höhepunkt. Und dort soll es möglichst wieder eine Medaille geben.