Einen mitreißenden Fußballabend haben die Zuschauer im Landesliga-Derby zwischen Einheit Wernigerode und Germania Halberstadt II geboten bekommen. Mit einem Tor in letzter Minute drehten die Hasseröder ein schon verloren geglaubtes Spiel.

Wernigerode (jsv/ige) lSchon in der zweiten Minute hatte Martin Gottowik die Möglichkeit zur Einheit-Führung, er konnte eine Flanke von Nick Schmidt aber nicht im Gästetor unterbringen. Danach war Einheit um Spielkontrolle bemüht, traf aber auf aggressive und geradlinig spielenden Halberstädter. In der 18. Minute nutzte der pfeilschnelle Regionalliga-Stürmer Malick Bolivard einen der gefährlichen Konter nach tollem Pass von Danny Wersig zum 0:1. Mit dem Rückstand wirkte Einheit zunehmend nervöser. Nur sieben Minuten später überwand Florian Köhler das Geburtstagskind Kevin Wellhausen im Einheit-Tor mit sehenswertem Schuss aus spitzen Winkel. Von Einheit war in dieser Phase wenig zu sehen. Erst ab der 30. Minute, als Marco Oberstädt das Leder nach Köppe-Flanke nicht voll traf und über die Latte setzte, fand die Heimelf wieder besser ins Spiel.

Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber sofort hellwach und schnürten die Halberstädter in der eigenen Hälfte ein. Einen Schuss von Leeroy Götz verpasste Andy Wipperling knapp, bei einem Foul an Oberstädt im Strafraum blieb die Pfeife des Referees Reise stumm (62.). Allerdings hätte es im Angriff zuvor auch Elfmeter für die Gäste geben können, als Bolivard von Wellhausen zu Fall gebracht wurde.

In der 65. Minute wurden die Offensivbemühungen der Gastgeber belohnt, nach Freistoß von Nick Schmidt ans Lattenkreuz staubte Alexander Kopp ab. Der Jubel war noch nicht verhallt, da traf Gottowik mit sehenswertem Heber zum 2:2. Von nun an hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen, lautstark peitschten die Einheit-Fans ihr Team nach vorn. Oberstädt (68.) und Gottowik (77.) hatten den Siegtreffer auf dem Fuß bzw. Kopf. Eine Riesenchance von Gottowik nach Ballverlust von Baldes läutete die an Spannung kaum zu überbietende Schlussphase ein. Im direkten Gegenzug verzog Florian Köhler nach Zusammenspiel von Baldes und Stammer völlig freistehend. So war es in der 90. Minute Marco Oberstädt, der nach Vorarbeit des eingewechselten Benjamin Lindemann und Nick Schmidt zum Siegtreffer einschob und das Stadion an der Mannsbergstraße in ein Tollhaus verwandelte.

Torfolge: 0:1 Malick Bolivard (13.), 0:2 Florian Köhler (20.), 1:2 Alexander Kopp (65.), 2:2 Martin Gottowik (66.), 3:2 Marco Oberstädt (90.); Schiedsrichter: Steffen Reise; Zuschauer: 146.