Der HV Wernigerode hat sein letztes Heimspiel der Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga unglücklich mit 34:35 verloren. Erneut nur mit einer Notaufgebot angetreten, lieferte das Team von Trainer Björn Ahlsleben dem Tabellenzweiten und Oberliga-Aufsteiger, SG Spergau, einen tollen Kampf.

Wernigerode l Die Hausherren mussten wie schon am letzten Spieltag in Langenweddingen mit dem sprichwörtlich letzten Aufgebot Vorlieb nehmen. Während der Tabellenzweite mit "voller Kapelle" angereist war, standen HVW-Coach Björn Ahlsleben genau sechs Feldspieler zur Verfügung. Mit Bastian Liebscher und Lukas Karau fehlte sowohl der Mittelblock als auch beide Kreisspieler, somit musste Maik Stecker auf ungewohnter Position aushelfen.

Folgerichtig brauchten die Wernigeröder etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. Ein 2:4-Rückstand wurde aber schnell egalisiert. Im weiteren Verlauf lieferten die Einheimischen eine ganz starke Vorstellung ab. Die Fehlerquote wurde im ersten Spielabschnitt mit nur zwei Abspiel- und einem technischen Fehler auf einem ganz niedrigen Level gehalten, im Angriff überzeugten die Wernigeröder trotz ungewohnter Formation vor allem spielerisch mit einer starken Leistung. Bis zum Stand von 14:13 lagen die Wernigeröder immer wieder mit ein oder zwei Toren vorn, dann setzte sich die Ahlsleben-Sieben mit drei Treffern in Folge erstmals ab. Auch zur Pause (19:15) stand ein Vier-Tore-Führung auf der Anzeigetafel.

Nach Wiederanpfiff knüpften die Hausherren vor einer ordentlichen Zuschauerkulisse an die gute Vorstellung der ersten Halbzeit an. Zwar konnte sich der bereits feststehende Oberliga-Aufsteiger auf 22:21 heran kämpfen, doch die Wernigeröder hielten mit großem Kampfgeist und vielen spielerischen Akzenten dagegen. Als sich Benjamin Nierlein mit einer Energieleistung durchsetzte und zum 29:25 abschloss, war der Vier-Tore-Vorsprung wieder hergestellt (48.).

In der entscheidenden Phase leisteten sich die Hausherren dann aber den ein oder anderen Fehler zu viel. Dies war allerdings in Anbetracht des enormen Kraftaufwands, den die HVW-Sieben ohne Wechselspieler betrieb, kaum verwunderlich. Fünf Minuten vor Schluss gelang der SG Spergau erstmals seit der Anfangsphase wieder der Ausgleich zum 32:32. In einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Spergau legte zweimal zur Führung vor, doch der HV Wernigerode hatte die letzte Chance. Erneut übernahm Nierlein die Verantwortung, scheiterte diesmal aber an Gästekeeper Tobias Thiele.

"Die Mannschaft hat eine sehr, sehr gute Leistung abgeliefert und den Zuschauern trotz der Personalsorgen eines der besten Saisonspiele geboten. Damit haben die Jungs wieder einmal gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Die knappe Niederlage spiegelt letztlich den Verlauf der Saison wider, uns fehlen einfach die Alternativen. Dass muss sich zur neuen Saison unbedingt ändern", so Trainer Björn Ahlsleben. Trotz der Niederlage wurde die Mannschaft nach Spielende gefeiert, mit vielen Vereinsmitgliedern und Fans wurde bei Freibier und Grillen der Saisonabschluss gefeiert. Zum dritten Mal in Folge beendete der HVW die Serie auf dem neunten Tabellenplatz.

HV Wernigerode: Wisotzky, Zimmermann - Czaja (5), Sackmann (2), Hoffmann (15), Nierlein (2), Stecker (5), Weist (5);

Zeitstrafen: HV Wernigerode 4 - SG Spergau 6; Siebenmeter: HV Wernigerode 7/7 - SG Spergau 7/6.