Der FSV Reinstedt hat als erste Mannschaft seinen Triumph im Hasseröder Pokal wiederholt. In einem packenden Pokalkrimi besiegte der Cupverteidiger die Harzklasse-Elf des SV Meteor Wegeleben mit 6:5 (2:2, 0:1) nach Elfmeterschießen.

Quedlinburg l Das Endspiel vor knapp 250 Zuschauern im GutsMuths-Stadion hatte alles zu bieten, was das Herz eines jeden Fußballfans begehrt. Die ersten Möglichkeiten waren auf Seiten der Reinstedter, Torjäger Simon Groth und Tino Holzmann per Heber verpassten die Führung. Mit zunehmender Spielzeit erspielte sich Wegeleben ein optisches Übergewicht, Marcus Eilert per Kopfball (21.) und André Brakebusch (23.) hatten die ersten Möglichkeiten für den Harzliga-Aufsteiger. Mit der dritten Chance ging der SV Meteor dann in Führung, nach Lattenschuss von Andreas Kasten war Marcus Eilert im Nachsetzen zur Stelle.

Zehn Minuten später jubelten die Wegelebener Fans erneut, doch der Fernschuss von Kevin Lodahl hatte sich auf das Tordach gesenkt. Die Endphase der ersten Halbzeit ging dann wieder an Reinstedt. Die beste Chance hatte Daniel Brunner per Kopfball nach Groth-Flanke, doch Keeper Benjamin Riethausen parierte stark (45.).

Kurz nach der Pause war dann auch beim FSV Reinstedt der Bann gebrochen, Simon Groth köpfte eine Holzmann-Flanke am langen Pfosten ein (48.). Der Ausgleich war ein Weckruf für die Wegelebener, die nun, angetrieben von Marco Stibane, ihre stärkste Phase hatten. Nachdem der Mittelfeld-Akteur zwei gute Einschussmöglichkeiten hatte (58., 61.), bereitete er mit mustergültigem Pass das 2:1 vor. André Brakebusch vollendete überlegt ins lange Eck.

Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit

Im weiteren Verlauf drängte Reinstedt auf den Ausgleich, die besseren Chancen hatte aber der SV Meteor. Brakebusch traf nur das Torgestänge (78.), in der Nachspielzeit verzog Benjamin Gerloff freistehend. Als alle schon mit dem Abpfiff rechneten, bekam Wegeleben den Ball nach einer Flanke nicht geklärt und Tino Holzmann rettete den Cupverteidiger mit einem Schuss aus der Drehung in die Verlängerung.

Hier sorgte Benjamin Gerloff für den ersten negativen Höhepunkt, der Wegelebener sah für ein Nachtreten die Rote Karte. In Überzahl hatte Reinstedt durch Brian Klanert (100., Kopfball) und Simon Groth, dessen Schuss Keeper Riethausen mit toller Fußabwehr klärte, Chancen zum Sieg. Auf der anderen Seite scheiterte Eilert am stark parierenden Harnisch (105.). Halbzeit zwei der Verlängerung hatte nur noch einen Aufreger zu bieten: Reinstedts Frank Brantin musste mit einem Riss der Achillessehne ins Krankenhaus transportiert werden.

Auch das Elfmeterschießen entwickelte sich zu einem Wechselbad der Gefühle. Nach einem Reinstedter Fehlschuss hatte Meteor zunächst die Nase vorn, durch zwei Fehlversuche der Wegeleber wendete sich das Blatt. Torjäger Simon Groth hätte alles klar machen können, verzog aber knapp. Letztlich war es Wegelebens Kevin Rappe, der den entscheidenden Elfmeter neben das Tor setzte und für enttäuschte Gesichter beim SV Meteor sorgte.

Als Quedlinburgs Oberbürgermeister Dr. Eberhard Brecht, Thomas Trautmann vom KreisSportBund und das KFV-Präsidium um Detlef Rutzen die Medaillen und den Siegerpokal überreicht hatten, gab es zum Abschluss unschöne Szenen. Nachdem sich wenige "Fans" beider Seiten bereits im Spiel provoziert hatten, kam es nach der Siegerehrung noch auf dem Sportplatz zur Schlägerei. Zwar waren die Wogen schnell wieder geglättet, dennoch hatte das Finale einen faden Beigeschmack.

Torfolge: 1:0 Marcus Eilert (24.), 1:1 Simon Groth (48.), 1:2 André Brakebusch (70.), 2:2 Tino Holzmann (90.+6); Elfmeterschießen: Benjamin Däne verschossen, 3:2 André Brakebusch, 3:3 Gunnar Elle, 4:3 Marcus Eilert, 4:4 Tino Holzmann, Marco Schmidt gehalten, 4:5 Daniel Fischer, Udo Romankewitz verschossen, Simon Groth verschossen, 5:5 Michael Walter, 6:5 Hannes Harnisch, Kevin Rappe verschossen; Schiedsrichter: Hans-Joachim Blank (Halberstadt) - Reiner Sechting (Blankenburg), Bernhard Mende (Halberstadt); Zuschauer: 243; bes. Vorkommnisse: Rote Karte gegen Benjamin Gerloff (Wegeleben) wegen Nachtreten (96.).

 

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