Eine alte Trainerweisheit besagt: "Wintersportler werden im Sommer gemacht". Passend hierzu dreht sich am Wochenende in Ilsenburg alles um den Eiskanal-Sport. Auch wenn es beim Sommer-Bob- und Skeleton-Cup Schienen, Rollen und T-Shirt statt Eisrinne, Kufen und Winterjacke sind.

Ilsenburg l Der Nationalparkort im Harz mit seinem Bob- und Rodelclub ist am Wochenende wieder traditioneller Wintersport-Treffpunkt, wenn auf dem Marktplatz der Stadt eine Startstrecke für Bobs und Skeleton-Schlitten aufgebaut wird. Sonnabend ab 14 Uhr beginnen auf der etwa 120 Meter langen Startbahn die Anschub-Wettkämpfe in den verschiedenen Klassen.

Eine Herausforderung, der sich auch die Weltspitze gern stellt. In den Siegerlisten finden sich Namen wie Bob-Pilot André Lange (vierfacher Olympiasieger, achtfacher Weltmeister), der Schweizer Beat Hefti, Sandra Kiriasis (Olympiasiegerin 2006 und vierfache Weltmeisterin im Damenbob), oder die Skeletonpiloten Michi Halilovic (Junioren-Weltmeister 2005) und Kerstin Szymkowiak (Olympia-Zweite 2010).

Einer der prominentesten Piloten des diesjährigen Sommer-Bob-Cups ist der Sieger von 2012, Beat Hefti aus der Schweiz. Mit Alex Baumann, Jürg Egger und Thomas Lamparter gelang dem Zweiten der FIBT-Weltrangliste ein achter Platz im großen Schlitten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014. Auch aus Deutschland gehen zahlreiche Top-Piloten ins Rennen, darunter Maximilian Arndt, Welt- und Europameister im Viererbob, der amtierende Junioren-Weltmeister und Vorjahressieger Nico Walther und der Deutsche Meister im Zweier-Bob, Benjamin Schmid vom WSV Königssee. Darüberhinaus rechnen die Veranstalter mit vielen Top-Anschiebern der deutschen Bob-Teams. Mit Marko Hübenbecker vom Mitteldeutschen Sportclub aus Magdeburg wird einer der Weltbesten wieder um den Startrekord kämpfen.

Zu einem weiteren Höhepunkt dürfte sich der im vergangenen Jahr ins Leben gerufene "Firmen-Cup" entwickeln. Dieser erfreute sich auf Anhieb großer Beliebtheit. Mitarbeiter-Teams von jeweils zwei Personen haben die Gelegenheit, in einem Zweierbob beim Ilsenburger Sommer-Cup zu starten. Dabei stehen der Teamgedanke und das gemeinsame Erlebnis an erster Stelle, es können nicht nur wintersportbegeisterten Mitarbeiter und Chefs teilnehmen. Die Aufgabe für das Team besteht darin den Zweierbob über eine Distanz von 50 Metern zu starten. Entgegen der bisherigen Jahren, gewinnt diesmal nicht das schnellste, sondern das konstanteste Team. Zwei Rennläufe kommen in die Wertung, das Team mit der geringsten Zeitdifferenz kann sich über einen Gartenkamin als Siegprämie freuen. Somit haben auch Damen- oder Mixed-Teams die gleiche Chance auf den Sieg.

Interessierte Zuschauer sind zu diesem Spektakel wieder gern gesehen. Durch die Einbindung in das Forellenfest rechnet der Bob und Rodelclub 1924 Ilsenburg/Harz am Veranstaltungswochenende wieder mit bis zu 3000 Zuschauern im Stadtzentrum.