Herausragende Platzierungen hat eine kleine Harzer Delegation beim 13. Karwendel-Berglauf im bayerischen Mittenwald erzielt. Neben einem starken siebten Platz von Thomas Kühlmann im Einzel erkämpfte sich der NSV Wernigerode bei Deutschlands härtestem Berglauf in der Teamwertung den Bronzerang.

Wernigerode l Zum 13. Mal wurde im bayerischen Mittenwald der Karwendel-Berglauf durch das gleichnamige Gebirge gestartet. Der Wettkampf wies die generelle Charakteristik eines alpinen Berglaufs aus: kurze Distanzen, große Höhenunterschiede und hochalpines Gelände mit Hochwald, Baumgrenze, Fels, Geröll, ewigem Schnee und Klettersteigen. "Die äußerst steilen Anstiege sind teilweise nicht ,laufbar`, die Luft wird zunehmend dünner", berichtet NSV-Läufer Felix Fleischer.

Das Ziel befand sich auf dem Gipfel, die anschließende Talfahrt mit der Seilbahn war im Startgeld inbegriffen. Der Start in der Fußgängerzone Mittenwald (912 Meter über NN) erfolgte am frühen Nachmittag bei 30°C im Schatten, das Ziel befand sich auf der Nördlichen Linderspitze im Karwendelmassiv bei 2372 Metern über dem Meerespiegel. Damit war auf einer Strecke von elf Kilometern ein Höhenunterschied von 1460 Meter zu erklimmen.

Das Starterfeld war auf 400 Teilnehmer begrenzt, da der Lauf durch ein Naturschutzgebiet führt und auf sehr engen hochalpinen Steigen. Ím Vergleich zum Vorjahr gab es eine Streckenänderung, das Ziel wurde noch weiter nach oben auf die Linderspitze verlegt. Damit waren weitere 400 Meter an Strecke und 80 Höhenmeter zu meistern.

Mit dieser Höhendifferenz und den extremen Wegverhältnissen ist die "Streif der Bergläufer", wie der Karwendel-Berglauf auch genannt wird, Deutschlands härtester Berglauf - noch vor dem Nebelhornberglauf in Oberstdorf und dem Osterfelder-Berglauf in Garmisch-Partenkirchen. Damit lockte der LC Mittenwald, mit dem ehemaligen Weltklasse-Bergläufer Kurt König (dreimaliger Sieger des Empire State Building Run-Up) als Organisator, auch diesmal wieder ein internationales Starterfeld mit vielen Topstars an.

Der NSV Wernigerode war mit drei Athleten vertreten, von denen einmal mehr Thomas Kühlmann die beste Platzierung erkämpfte. Bei seiner zweiten Teilnahme lief er in 1:13:01 h auf den siebten Platz der Gesamtwertung und war damit zweitbester Deutscher. Nach dem zweiten Platz beim Rennsteiglauf erzielte der 24-Jährige das nächste Top-Resultat bei einer überregionaler Veranstaltung. Vereinskamerad Guido Cabak absolvierte seine Berglaufpremiere in 1:29:39 h auf einem starken 39. Platz. Für den etatmäßigen Mountainbike-Fahrer war es der erste Start für den NSV Wernigerode.

Als dritter Harzer überquerte Felix Fleischer die Ziellinie. Nach über dreimonatiger Verletzungspause konnte er seinen 42. Platz aus dem Vorjahr (1:23:06 h) zwar nicht wiederholen, Platz 90 in 1:42:13 h war aber ein guter Wiedereinstieg für den Studenten. Mit diesen Einzelergebnissen platzierte sich der NSV Wernigerode in der Teamwertung in 4:24:54 h auf einen tollen dritten Platz, nur das Siegerteam Run2gether Austria mit Läufern aus Kenia (3:24:29 h) und das Team des Hauptsponsors Dynafit (4:15:14 h) waren schneller.

Die vierköpfige Reisegruppe des NSV Wernigerode wurde von Sebastian Enke aus Jena komplettiert, der bei seiner Premiere auf den 105. Platz in 1:45:28 h lief.

Die Siegerehrung wurde durch den Bürgermeister von Mittenwald und die einheimische Weltcup-Biathletin Nadine Horchler vorgenommen. Ausgezeichnet wurden alle Altersklassen-Platzierungen, die acht schnellsten Herren und sechs schnellsten Damen (enptsrechend der Teilnehmerzahlverhältnisse: 299 Herren, 47 Damen) sowie die drei schnellsten Vereinsteams.

Für die Teilnahme am Karwendel-Berglauf verzichteten die drei NSV-Athleten sogar auf den Sachsen-Anhalt-Tag in Wernigerode, zeigten sich aber später bei den TV-Aufzeichnungen enttäuscht über die Unterrepräsentation des SVSA bzw. der Wintersportregion Harz bei den Feierlichkeiten. Ein Dank richteten die drei Harzer an Beate Fleischer für die freundliche Bereitstellung der Unterkunft vor Ort.

Nähere Informationen und Ergebnislisten im Internet unter www.karwendel-berglauf.de/index.htm

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