Osterwieck l Denn man könnte meinen, "Täglich grüßt das Murmeltier" im Ratsgarten.Wie schon in den Jahren zuvor hat der SVE den Klassenerhalt erst kurz vor Ultimo gesichert. Kann man von den "Unabsteig- baren" sprechen? Co-Trainer Hannes Deicke, der sich nach einem Kreuzbandriss im Vorjahr vom aktiven Wettkampfsport verabschiedete, aber in anderer Funktion beim Team bleibt: "Wir haben ganz sicher nicht die goldene Glaskugel und wissen, dass wir zuletzt richtig viel Glück hatten. Jedoch wollen wir auch weiterhin alles daran setzen, weiter mit Osterwieck in der Landesklasse vertreten zu sein. Dazu wollen und müssen wir ab jetzt wieder Vollgas geben."

Seit dem Trainerwechsel vor wenigen Monaten haben sich am Ratsgarten ein paar Dinge verändert. Deicke: "Die Stimmung im Team ist besser, dazu hat sich auch die Trainingsbeteiligung erhöht. Positiv ist auch, dass mit Rainer Dube jetzt ein fester Trainer an der Seitenlinie agiert, kein Spielertrainer mehr. So gibt es einen klaren Ansprechpartner, Diskussionen, wer wo spielt, geht man da aus dem Weg."

Eigener Nachwuchs bekommt seine Chance


Neu im Team sind David Wagner (Fortuna Dingelstedt), Justin Hesse und Toni Tor- bahn (beide eigene Jugend). Beide sind sehr talentiert und durften währen der Vorberei- tung schon mehrfach mit ran. Rainer Dube: "Wir sind froh, dass wir sie halten konnten." Andy Steinkampf (Karriereende), Christoph Tantius (Karriereende) und Michael Strube (verletzungsbedingte Pause) gehören nicht mehr dazu. Nikolas Steinkampf und Alex Stingl folgten Ex-Trainer Sven Hahmann zum WSV Wiedelah.

Taktisch und spielerisch kann man nun beim SVE auf einzelnen Positionen besser reagieren. Weil ein großer Teil des Stammkaders geblieben und die Truppe an sich eine verschworener Haufen ist, kann die sportliche Führung etwas optimistischer nach vorne schauen. Dube unterstreicht: "Das Verhältnis Trainer und Mannschaft funktioniert. Wenn ab der neuen Saison auch noch unsere drei Spieler aus Tschechien und der Slowakei, die ihre Eingewöhnungszeit nach einem Jahr jetzt abgeschlossen haben sollten, weniger Rote Karten sehen, gibt uns das in der Serie 2014/15 mehr Sicherheit." In der Vorsaison hatten Mosko und Co. mehrfach ihr Temperament nicht im Griff.

Ziel ist ein gesicherter Platz im Mittelfeld


Als Favoriten auf den Staf- felsieg nennt Co-Trainer Dei- cke Westerhausen, Ilsenburg und die SG Bernburg, zu mögli- chen Abstiegskandidaten sag- te er nichts. "Nur so viel: wir werden es nicht sein." Denn: Das Saisonziel in Osterwieck lautet gesicherter Mittelfeld- platz, "rechtzeitig die nötigen Punkte dazu einfahren", erklärte Dube. "Wir wollen es diesmal möglichst vermeiden, noch am letzten Spieltag zu zittern." Ein Rang zwischen sieben und zehn ist das Ziel, um auch in den folgenden Jahren fester Bestandteil der Landesklasse zu bleiben. "Es wäre auch mal schön", beschreibt Hannes Deicke, "von den anderen Landesklasseteams nicht automatisch als Abstiegskandidat gehandelt zu werden. Kurzum: Wir wollen, dass wir uns wieder mehr Respekt verschaffen".

Dazu soll die Spielweise im Ratsgarten von jetzt an verändert sein, die Eintracht will künftig selbst das Spiel gestalten, mehr agieren, "sonst haben wir oftmals zu viel reagiert", so Rainer Dube. "Wir müssen und wollen unser Spiel durchziehen." Es geht auch darum, zu einer attraktiveren Spielweise zurückzukehren. "Die Zuschauer kamen immer auch deswegen in den Ratsgarten, zuletzt wurden es aber immer weniger, sank die Zahl drastisch", weiß Co-Trainer Deicke. Im Ratsgarten soll sich in dieser Saison als ein anderes Team präsentiert werden. In diesem Zusammenhang nennt das Trainerduo einen anderen Faktor, auf den wieder verstärkt geachtet werden soll: Junge Spieler sollen bleiben. "Die Fußballer, die bei der Eintracht ausgebildet wurden, müssen wir motivieren, hier bei uns am Ball zu bleiben", erklärt Rainer Dube. Mit den Nachwuchskräften Kevin Hildach, Justin Hesse und Toni Torbahn ist man da auf einem guten Weg. Vielleicht gehören sie ja schon in wenigen Jahren zu den unverzichtbaren Stammkräften beim SVE.