Ergebnis auf einen Blick

Schwimmen: 01:53:46 h; Radfahren: 05:57:49 h; Marathon: 05:13:33 h; Gesamtzeit: 13:13:54 h; AK-Platz: M/50 bis 54 - 177; Gesamtplatz: 1999.

Halberstadt (fbo) l In Frankfurt sind die besten Triathleten der Welt anwesend, weil das der Europaausscheid für die Qualifizierung zur Weltmeisterschaft auf Hawaii ist, die im Oktober stattfindet. "In Frankfurt zu starten und unter dem Zeitlimit von 15 Stunden auf dem Römerberg ins Ziel zu laufen, hatte ich mir bei der Anmeldung vor einem Jahr vorgenommen", so der Halberstädter.

Geschwommen wurde im Langener Waldsee (3,8 km) in zwei Runden, unterbrochen von einem kurzen "Landgang". Als vor dem Start die deutsche Nationalhymne gespielt wurde und alle noch ruhig verharrten, war das für die meisten ein ergreifender Moment. Dann fiel der Startschuss und das Wasser "brodelte" von den 3 000 losstürmenden Triathleten. Nach 1:54 Stunden wechselte Poerschke zum Rad fahren. Neoprenanzug ausziehen, die Radsachen an und auf dem Rad so schnell wie möglich das Tempo finden in dem man die zwei Runden (insgesamt 180 km und 1000 Höhenmeter) durchhält, um danach den Marathon zu laufen. Die Radstrecke führte vom Langener Waldsee durch die Frankfurter City nach Friedberg (Hessen) und zurück über Bad Vilbel durchs Maintal zur zweiten Wechselstelle am Mainkai in Frankfurt.

Auf der Strecke gab es mehrere Stimmungsnester wie den "Heartbreak Hill" die "Burg-Meile" oder den "Hühnerberg", wo wahrlich die Post ab ging. Diese waren meist in Orten an den Bergen oder Verpflegungsstellen, weil hier langsamer gefahren wurde. "Alles lief super", blickte Poerschke später zurück, "die Zuschauer machten Stimmung, ich hab mich nach reichlich Trinken und Essen gut auf dem Rad gefühlt und die Sonne schien immer mehr, was man bei dem Fahrtwind gar nicht so bemerkte".

Nach 5:58 Stunden Rad fahren wechselte der Halberstädter in Frankfurt zum Marathonlauf. Nach zwei Minuten Wechselzeit hieß es vier Runden von je 10,55 km an beiden Seiten des Mains und über zwei Brücken zu laufen. Nun merkte auch der "Härteste", was 30 Grad und die pralle Sonne abforderten.

Nach gut zwei Runden laufen ging in der dritten Runde bei Poerschke fast gar nichts mehr. "Ich musste immer mal wieder gehen." Aber manche konnten selbst das nicht mehr. Aufgeben war für den Halberstädter aber keine Option. Also erfrischte er sich so gut es ging mit Eiswürfeln und Wasser, um nicht in einem der Sanitätszelte zu enden. Etwa 500 Leute sind teilweise gar nicht erst gestartet oder erreichten das Ziel nicht. Hierzu muss man die 4 300 Helfer und den Veranstalter loben, die sich sehr gut auf die Hitze mit Eis und ausreichenden Getränken eingestellt hatten. Poerschke: "Die ganze Organisation war beispielhaft, es hat einfach alles funktioniert."

Die vierte Runde konnte er wieder langsam laufen und kam mit 5:13 Stunden - seiner bisher langsamsten Marathonzeit ins Ziel. Die letzten 200 m bis zum Römerberg ging es über einen roten Teppich, rechts und links hunderte Leute die jeden wie besessen schreiend anfeuerten. "Man hatte den Eindruck, in eine römische Arena einzulaufen", erinnerte er sich. Aus den Lautsprechern dröhnte hämmernde Musik und der Moderator begrüßte ihn im Ziel mit den Worten: "Ralf Poerschke aus Halberstadt: You are an Ironman!" "Das vergisst man nie wieder. Obwohl ich nach über 13 Stunden total fertig war und mir alles wehtat, schwebte ich wie auf einer Wolke", so der Halberstädter nach der Zielankunft.

Für ihn waren das monatelange Training und dieser anstrengende Tag diesen Moment auf jeden Fall wert.