Acht Spieler des neuen Kaders haben die Bodfeld Baskets bereits bekannt gegeben, die große Frage nach dem Trainerstab war bisher ungeklärt. Nun ist es offiziell, das bisherige Trainergespann Christian Schäfer/Kilian Klankers wird auch die neue Saison in der 2. Regionalliga auf der Bank sitzen.

Elbingerode l Allrounder Christian Schäfer wird damit nicht nur hinter den Kulissen die Strippen ziehen, sondern wie in der Vorsaison als Headcoach agieren. Dabei wird ihn auch weiterhin Kilian Klankers als Assistenztrainer unterstützen.

"Wir wollen mehr in die Richtung eines Konzepts mit regionalen Identifikationsfiguren gehen. Christian und Kilian haben die Sache letztes Jahr, trotz des sportlichen Abstiegs, nicht schlecht gemacht. Das Team hat sich im Laufe der Saison enorm gesteigert. Wir haben in der Rückrunde vier Siege geholt. Am Ende sind wir verdient abgestiegen, aber dennoch darf man das nicht alles auf den Schultern der beiden abwälzen. Es war ihre erste Profisaison", blickt Vereinschef Holger Neubert zurück.

"Unser Neuanfang soll das Personal langfristig binden."

"Dass die beiden das Projekt unter diesen Voraussetzungen angegangen sind, ist lobenswert. Wir hatten keine zehn Spieler, Kevin Weber und Leon Dronjak waren viel verletzt, Ricardo Thomas sogar fast die gesamte Hinrunde. Im Overtimekrimi bei ALBA Berlin hat unser US-Boy Mason Walters komplett gefehlt. Das alles, gekoppelt mit der Unerfahrenheit, hat wohl am Ende zu dem einen fehlenden Sieg geführt. Unser Neuanfang soll das Personal, einschließlich Spieler, langfristig binden. Christian ist hier mittlerweile eine Größe in der Region und deshalb ist er so wichtig für den gesamten Verein", fügte der BBO-Vorsitzende hinzu.

Nicht nur an der Seitenlinie werden die beiden Harzer agieren. Kilian Klankers wird das Projekt BBO-TV leiten und Coach Schäfer sich verstärkt um die Sponsorenakquise kümmern. Ganz nebenbei leiten die beiden auch weiterhin die Arbeitsgemeinschaften in den Grundschulen und werden als Referees aktiv sein.

"Ich möchte jetzt nicht über Zeitaufwand sprechen. Jeder der für die BBO arbeitet oder sich engagiert, muss total Basketball verrückt sein. Aber darin sehe ich kein Problem. Dann doch schon eher an unserem Vorbereitungsplan. Der ist unglaublich intensiv gestaltet, da wir einen Monat später als fast alle Teams anfangen. Jeder einzelne wird an seine Grenzen und darüber hinaus gehen müssen. Ich bin ja eigentlich mehr der stille Taktiker und Planer, aber für Zurückhaltung ist auf dem Niveau kein Platz, das habe ich schon gelernt", so Kilian Klankers zu seinem neuen und alten Aufgabenfeld:

"Ich gebe zu, eigentlich war mein Plan die Arbeit im Verein auf viele Schultern zu verteilen. Das ist dann wohl in die andere Richtung ausgeschlagen", meinte Christian Schäfer mit einem Lächeln. "Mein persönlicher Anspruch ist klar, ich möchte das tun, was für die Baskets, als Team, am besten ist. Und das kann ich in der jetzigen Situation nur, indem ich mich als Coach verbessere. Vorgenommen habe ich mir, so viel Zeit wie möglich für meine kleine Familie zu finden. Das wird nicht einfach werden. Während der gesamten Saison gehe ich auf meiner eigentlichen Arbeitsstelle, außerhalb vom Basketball, nur sechs Stunden am Tag arbeiten und muss dafür natürlich auch auf Gehalt verzichten - und das mache ich gerne, damit das Projekt weiter gehen kann", so der alte und neue HeadCoach der Baskets. "Auch jeder Spieler wird 200 Prozent in jedem einzelnen Training geben müssen, dafür werde ich sorgen. Natürlich ist niemand so verrückt wie ich, das verstehe ich. Aber ich gehe mit gutem Beispiel voran und polarisiere auch nach außen hin, das ist mir bewusst."

Vorausblickend auf die neue Saison hat Schäfer ein festes Ziel: "Dem Verein schulde ich Erfolge als Trainer - das werden wir gemeinsam von der Liste streichen. Kilian ist eine riesige Stütze und mit seiner ruhigen Art ergänzen wir uns gut. Ich bin sehr impulsiv und emotional. So haben wir beispielsweise eine Regel, dass ich mich erst bei ihm auslassen muss, bevor ich was zum Referee sagen darf. Hört sich komisch an, funktioniert aber."

"Kein Basketballverein - ein Haufen positiv Verrückter."

Die Bodfeld Baskets Oberharz sieht er dabei "nicht als Basketballverein, sondern eher als ein Haufen positiv Verrückter. In keinem anderen Verein weiß jeder einzelne Fan wo du wohnst oder du wirst nach jedem Spiel gefragt ,Gibt´s Freibier damit das Fass alle wird ?` Oder etwa ,Meine Tochter braucht ein Shirt in pink, mach was!`. So etwas gibt´s nur hier und das liebe ich", so Schäfer.

"Zum Ende der letzten Saison, muss ich zugeben, war ich fertig mit der Welt. Der Stress war groß, wir hatten kaum Erfolgserlebnisse, am letzten Spieltag wog ich unglaubliche 129 Kilogramm. Soweit wird es dieses Jahr nicht kommen. Der Vorbereitungsplan steht bereits und ich bin auch fast wieder fit. Die Ampeln stehen auf grün! Alle warten auf den 21. August, damit es endlich los geht", beendet der Trainer/Manager seine Ausführungen.

Für alle Medienvertreter, Sponsoren und Dauerkartenbesitzer besteht schon in der letzten Augustwoche die Möglichkeit, das neue Team ganz nah kennen zu lernen. Alle Spieler, Organisatoren und Trainer werden eine Stunde lang im "Napoleon" in Wernigerode für Fragen, Interviews und Gespräche zur Verfügung stehen.