1 649 Männer und 297 Frauen sind bei der Premiere des Strongman-Run Ferropolis gestartet. Darunter befanden sich mehrere Halberstädter, die beim spektakulären Rennen in der "Stadt aus Eisen" gegen Kilometer, jede Menge Schlamm, Wasser, Stroh und Stromschläge kämpften. Raiko Eggert landete in der Gesamtwertung auf Platz 48.

Halberstadt (geg/fbo) l Von den 2456 angemeldeten Teilnehmern aus 22 Nationen für den StrongmanRun versammelten sich am Vormittag 1946 auf dem Startplatz am ehemaligen Braunkohletagebau bei Gräfenhainichen mit seiner imposanten Riesenbaggerkulisse.

"Ich habe mich langfristig angemeldet und mich in den vergangenen Monaten entsprechend vorbereitet", verriet Raiko Eggert, der als Newcomer rechtzeitig am Start stand, "allerdings habe ich nur das Laufen trainieren können. Bei den Hindernissen musste ich mit Überraschungen leben." Davon gab es einige. Denn auf dem 11,5 Kilometer langen Parcours über Wiesen und unbefestigte Wege waren 15 spektakuläre Hindernisse verteilt.

Zu überwinden galt es unter anderem zahlreiche Holzhürden, über drei Meter hoch geschichtete Strohballen, 40 Baumstämme, einige schwindelerregende Konstruktionen aus Übersee-Containern, etliche wacklige Kletternetze, ein Meer von 4 000 Autoreifen, 350 m kaltes Wasser im Gremminer See, ein 30 Meter langes Moorbecken und ein großes Schaumbad.

Bei Unterkriechen des "Voltwunder" und Durchlaufen des "Knock-Out" mit 56 Boxsäcken sorgten zudem herabhängende Stromfäden für zusätzliches Prickeln. Die Hindernisse "The Great Slamm", "Schlammbock", "Watergeddon", "Hammerzonas" und "Alcatraz" wurden ihren Namen mehr als gerecht.

Die Strecke mit 150 Höhenmetern auf dem rund 500 Hektar großen Gelände musste zweimal durchquert werden. "In Runde zwei wusste man, was einen erwartet und konnte sich auf das Krabbeln, Klettern, Kriechen, Balancieren, Schwimmen und Rutschen besser einstellen. Doch leichter wurde es dadurch nicht", so Eggert, der sich vorgenommen hatte, möglichst ausdauernd und schnell zu laufen.

Seine 1:56:57 Stunden bedeuteten Platz 48 gesamt. "Ich war überrascht, auch stolz darauf, dass ich durchgehalten hatte."

So wie er hatten auch die beiden anderen mutigen Halberstädter StrongmanRunner Sebastian und Jonathan Bendin auf Verkleidungen verzichtet. Denn etwa ein Viertel der positiv Verrückten war in Kostüme geschlüpft und zog dadurch die Blicke auf sich. Somit gab es nicht nur Schweiß und Tränen zu sehen, sondern der Tradition nach auch sehr viel zu lachen.

"Ich trainiere regelmäßig und laufe jedes Jahr einen Marathon. Zuletzt war ich auf Helgoland unterwegs", berichtete Sebastian Bendin und verriet, dass er schon einmal beim StrongmanRun auf dem Nürburgring dabei war. Für das Rennen in Ferropolis konnte er seinen Sohn Jonathan begeistern, der sonst Handball spielt und als Leichtathlet aktiv ist. "Wir sind während der gesamten Zeit zusammen geblieben, haben die Hindernisse gemeinsam überwunden", berichtete der Vater, "Jonathan hat alles gut verkraftet, an den Hindernissen keine Probleme gehabt."

Beide bestätigen, dass es in der ersten Runde etwas zäh voranging, an einigen Hindernissen sogar Staus entstanden. Bei der Wiederholung lief dann alles flüssiger, auch weil sich das Feld auseinander gezogen hatte. Damit war die Schwimmpassage, die das Duo als angenehm und willkommene Abkühlung empfanden, besser zu bewältigen. In der ersten Runde war durch einen Stau eine kritische Situation entstanden.

Als die Bendins im Ziel angekommen waren und mit der Finisher-Medaille belohnt worden waren, fiel ihre Entscheidung, das Spektakel im kommenden Jahr zu wiederholen. Zumal am 15. August 2015 erstmals in der Geschichte des Hindernislaufes ein Nachtrennen gestartet werden soll. "Das finde ich gut, eine zusätzliche Herausforderung", stellt Sebastian Bendin fest. Ab dem 6.September kann man sich dafür anmelden.

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