Die Bodfeld Baskets haben das Sachsen-Anhalt-Derby in der 2. Regionalliga gewonnen. Die Rhinos vom USV Halle wurden in einer Partie mit vielen Emotionen, Diskussionen und spektakulären Aktionen mit 87:66 besiegt.

Elbingerode l Im ersten Viertel legten die Hausherren los wie die Feuerwehr, dank des des nötigen "Know-How" des Ex-Hallensers Richard Wache waren die Oberharzer sehr gut auf die Rhinos eingestellt. Offensiv waren die Baskets im ersten Spielabschnitt nicht zu stoppen, nach einseitigen zehn Minuten hieß es 27:14.

Zu Beginn des zweiten Viertels änderte sich das Bild. Die Hausherren blieben mit schwacher Defensive und fehlendem Wurfglück vier Minuten ohne Korberfolg. Der USV Halle verkürzte den Rückstand, das Spiel drohte zu kippen. Immer wieder war es Jörg Soyk (16 Punkte in der ersten Halbzeit), der die Gäste mit seinem Zug zum Korb im Spiel hielt. Zum Ende des Viertels gelang es den Oberharzern wieder, den Ball unter den Korb zu bringen und sich Chancen zu erarbeiten. So kam Garny Garcia Nivar zu vier krachenden Dunkings. Zur Halbzeit war der Vorsprung beim Stand von 44:37 fast halbiert.

Nach der Pause hielt die Offensivschwäche der Oberharzer an. Zwar konnte Jorg Söyk unter Kontrolle gebracht werden, dafür war der USV mehrfach aus der Distanz erfolgreich. In dieser Phase war es Kestutis Jakstas, der mit fünf Punkten und einem Assist den sprichwörtlichen "Kopf aus der Schlinge" zog. Vor dem Schlussviertel hatten die Hallenser den Rückstand dennoch auf zwei Punkte (59:57) verkürzt.

In der letzten Pause wurde es laut auf der Mannschaftsbank der BBO: ein Wachrüttler, ein Motivationsschrei und die Starting five mit Primorac, Wache, Harvey, Weber und Matoso sollte es richten. Der Plan ging auf. Von der Ansprache mitgerissen, zündeten die Blau-Weißen ein Offensivfeuerwerk. Auch die Ganzfeldverteidigung zeigte nun endlich Wirkung, der Gastgeber ließ im gesamten letzten Viertel nur noch neun Punkte zu. Die Hallenser zeigten sich unzufrieden mit der Foulverteilung und kassierten im Verlauf der Partie insgesamt fünf technische Fouls - Rekord in der Bodfeld-Halle. Bei den Baskets waren Harvey und Weber nicht mehr zu stoppen. Somit stand unter dem Strich trotz zwei verlorener Viertel ein klarer 87:66-Sieg auf der Anzeigetafel, der in Anbetracht der starken kämpferischen Leistung der Hallenser deutlich zu hoch ausfiel.

"Dank Richard waren wir super auf Halle eingestellt und wussten eigentlich was passiert. Das überragende erste Viertel hat uns leider zu hoch fliegen lassen - den Dämpfer haben die Grünen uns schnell verpasst. Mit der Defensive war ich zufrieden, als Ziel hatten wir uns gesetzt, Halle bei 65 Punkten zu halten. Aber was viel wichtiger war als der Sieg - die Zuschauer haben Leidenschaft und Interesse am Basketball zurückgewonnen. So voll war die Bodfeld-Halle schon lange nicht mehr. Ich hoffe, dass wir in zwei Wochen gegen den USV Potsdam ähnlich unterstützt werden. Ich danke jedem einzelnen Fan, der den Weg zu uns gefunden hat", so ein zufriedener Coach Christian Schäfer nach dem Derby.

Bodfeld Baskets Oberharz: Harvey (35), Jakstas (12), Primorac (6), Weber (17), Matoso (4), Garcia Nivar (11), Addo (2), Wache.