Viel besser hätte die Hinrunde bei der Regionalliga-Reserve des VfB Germania Halberstadt nicht laufen können. Das Fußballjahr 2014 beendete die Mannschaft auf dem zweiten Tabellenplatz der Landesliga Nord.

Halberstadt l Im Frühjahr 2014 war die Stimmung im Vorharz - die zweite Mannschaft des VfB betreffend - nicht so toll: Man hatte die Saison 2013/14 auf einem Abstiegsplatz beendet, neben dem Gang in die Landesklasse drohte der völlige Zerfall der Mannschaft. So verabschiedeten sich wiederum etliche Spieler und auch Trainer Torsten Brinkmann wechselte den Verein. Vieles stand also auf der Kippe. Nach der guten Nachricht, dass die Germania aber doch wieder in der Landesliga starten darf, bündelte das Team um den Mannschaftsleiter Roland Voigt schnell alle Kräfte und stellte ein schlagkräftiges Team zusammen. Die sportliche Leitung übernahm das Trainergespann Karsten Armes/Marco Stachowiak. Dazu wurden gleich mehrere namhafte Fußballer verpflichtet, die schon in höheren Ligen aktiv waren und viel Erfahrung mitbrachten. Das Gerüst sollten fortan Denny Piele, die Brüder Carsten und Christian Madaus sowie Marcel Probst darstellen. Dazu "mischte" man "alte" Germania-Kicker wie beispielsweise Florian Köhler und Tobias Wanka und ergänzte das Ganze mit eigenen Nachwuchstalenten und einer "Prise" jungen Neuzugängen. Fertig war die "Mixtur". Diese stellte sich bis zum Ende des Jahres in dieser Zusammenstellung als durchaus erfolgreich dar.

Saisonstart missglückt

Zunächst jedoch gab es einen Nackenschlag, denn das 0:2 zum Saisonstart beim SV Stahl Thale musste vor allem für Karsten Armes so etwas wie eine Bumerang-Wirkung gehabt haben. Nur wenige Tage zuvor hatte er die Saisonzielstellung recht zuversichtlich und selbstbewusst formuliert: "Unter die ersten Drei wollen wir kommen!" Da zuckte so mancher in seinem Dunstkreis zusammen, gehörte man doch nur mit Glück noch zur Landesliga.

Armes` optimistische Äußerung entpuppte sich, zumindest bis zur Halbserie, als realistisch. Nach der Auftaktniederlage folgten vier Siege in Serie, schon da wurde deutlich, dass Germania vor allem in der Offensive gut besetzt war. Das 2:2 im Derby Nummer zwei beim FC Einheit Wernigerode ist noch immer präsent. Armes: "Wir haben 45 bis 60 Minuten lang tollen Fußball gespielt und verdient geführt. Dann stellen wir das Ganze ein und im Gefühl des sicheren Sieges geht die Konzentration flöten. Am Ende mussten wir froh über das Remis sein." Hier wurde für alle Zuschauer deutlich, welches einer der wenigen Kritikpunkte des Teams ist: die Spannung über die vollen 90 Minuten hoch halten. Auch gegen Spitzenreiter Burg (Armes: "Da waren wir besser, verlieren aber 1:2.") sowie in den Begegnungen beim Schlusslicht Förderstedt (0:1), gegen Irxleben (3:1) und Aschersleben (6:3) war das zu erkennen. Insgesamt lief die Maschinerie jedoch rund. Kein Team der Landesliga Nord erzielte mehr Treffer, der VfB schoss pro Spiel mindestens drei Tore. Da verwundert es nicht, dass mit Denny Piele (17) und Kapitän Florian Köhler (8) gleich zwei Akteure unter den Top-5 der Torschützen sind.

Die positive Entwicklung und der zweite Platz zur Halbserie gerieten etwas in den Hintergrund als Marco Stachowiak nach dem letzten Spiel des Jahres aus privaten Gründen seinen Rücktritt erklärte. Gerüchte, dass es Probleme im Trainerkollektiv gab, wollte Armes nicht bestätigen. "Wir müssen ja als Team gute Arbeit geleistet haben, sonst würden wir nicht da stehen, wo wir stehen."

Mit Blick auf die Tabelle und die am 21. Februar startende Rückserie bilanzierte Armes: "Der Abstand zu Burg hätte nicht so groß sein müssen. Wir werden an unserer Konzentration und Konsequenz arbeiten. Chancen haben wir immer mehr als genug. Ich bin weiter optimistisch, denn das Gefüge, zu dem ich auch Roland Voigt und Thomas Waldow zähle, harmoniert." Armes unterstreicht am Ende erneut die Zielstellung: "Wir wollen unter den ersten Drei bleiben!"

 

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