Wernigerode (sku) l Mit dem BSV "Fichte" Erdeborn kam ein Team nach Wernigerode, das bei den meisten Zuschauern einen fragenden Gesichtsausdruck verursachte. Grund dafür war, dass viele von dem Verein aus dem Spielbezirk Süd noch nie etwas gehört hatten. Das Hinspiel hatte die Kaufmann-Truppe nach einem wechselvollen Verlauf noch für sich entschieden. Somit stellte Trainer Jens Kaufmann seine Mannschaft auf einen unbequemen Gegner ein.

Und so sah es in den ersten fünf Minuten auch aus. Erdeborn legte vor, die Hausherren mussten nachziehen. Bis zur zehnten Minute erspielten sich die Wernigeröder einen 7:4-Vorsprung. Dennoch lag die Chancenauswertung schon zu diesem frühen Zeitpunkt unter 50 Prozent. In den folgenden Minuten wurde es auch nicht besser. Die Gäste nutzten daher die Schwächephase konsequent aus und drehten die Begegnung. Bis zur 15. Minute gingen sie mit 8:7 in Führung. Aus dem Rückraum kamen die Erdeborner Michak und Rothe zu leichten Toren. Der Rückstand war für die Gastgeber aber ein Weckruf. Die Abwehr verteidigte nun besser und auch der Angriff war wieder erfolgreich. Fünf Tore in Folge zum 12:8 waren die Wende. Allerdings gab sich "Fichte" nicht geschlagen und ließ sich bis zur Pause nicht weiter abhängen. Beim Stand von 17:13 für den HVW war der erste Durchgang vorbei.

In der Halbzeit wurden die HVW-Jungs vom Coach neu eingestellt und die Fehler angesprochen. Die Offensive der Harzer schloss zwar konzentriert ab, doch die Abwehrleistung war noch nicht auf dem geforderten Niveau. Somit lief es bis zur 45. Minute (27:21) ähnlich wie im ersten Durchgang. Auf jeden erzielten Treffer, folgte fast postwendend ein weiteres Gegentor. Die deutlich jüngeren Erdeborner Spieler hielten bis zum Schluss dagegen, ohne allerdings selbst den Abstand verkürzen zu können. Mit zunehmender Dauer setzten sich die Wernigeröder weiter ab. Die beiden HVW-Torhüter zeichneten sich in der Schlussphase durch einige gute Paraden aus und ließen den Vorsprung weiter wachsen. Der Widerstand der Gäste war gebrochen und mit 38:26 fiel der HVW-Sieg recht deutlich aus. Jens Kaufmann hat trotz des Sieges aber einige Schwächen gesehen: "Wir haben es uns heute selbst schwer gemacht. Die hohe Zahl an Fehlwürfen und technischen Fehlern spielte dem Gegner in die Karten. Wir haben uns auch schlecht bewegt und so den Erdebornern immer wieder Chancen eingeräumt. Am Ende war es ein Arbeitssieg, der nicht so deutlich war, wie es das Ergebnis aussagt."

HV Wernigerode: Hesse, Beer - Garm (1 Tor), König, Kaufmann (14), Rühlmann (5), Bartsch, Richter, Christiansen (6), Nitsch (1), Schulze (11).