Ilsenburg (mak) l Die Hoffnung war lange da, die Sensation quasi schon zum Spüren nahe. Am Ende waren es die letzten drei Minuten der Partie, die dem FSV Grün-Weiß Ilsenburg den hoch verdienten 3:1 (1:1)-Sieg bescherten und Liga-Schlusslicht Olympia Schlanstedt einen Punkt kosteten. "Man hat unserem Team die fehlende Spielpraxis etwas angemerkt, aber Schlanstedt hatte keine wirkliche Torchance. Wenn wir unsere Chancen früher nutzen, dann ist das Spiel frühzeitig entschieden", bilanzierte Jürgen Schröder, sportlicher Leiter des FSV Grün-Weiß Ilsenburg.

Nach exakt vier Wochen Zwangspause traten die Hausherren am Sonnabend erstmals wieder in einem Punktspiel an. Es entwickelte sich frühzeitig eine einseitige Partie, so dass Dawid Lozinski den Gäste-Keeper Christian Stosch nach 80 Sekunden das erste Mal prüfte. Lozinski war es auch, der die Gastgeber nach einem Eckball von Steven Boas mit 1:0 in Führung köpfte (6.).

Vor allem in den ersten 30 Minuten der Partie drängten die Ilsenburger auf die vorzeitige Entscheidung. Es ergaben sich Chancen im Minutentakt: So traf René Harring per Freistoß nur den Querbalken (14.) und auch Martin Salajka konnte zwei gut herausgespielte Chancen nicht verwerten (15., 16.). Den nächsten Freistoß von Lozinski parierte Stosch wiederum glänzend (21.). Ein Kopfball von Lozinski (25.) und ein Distanzschuss von Dawid Grittner (29.) gingen knapp am Tor vorbei.

Im Anschluss verloren die Hausherren ihren spielerischen Faden. Die Gäste kämpften aufopferungsvoll, waren nun präsenter in den Zweikämpfen und wurden für ihr Engagement belohnt. Mit einem satten Schuss markierte Florian Trabandt aus dem buchstäblichen Nichts den 1:1-Ausgleich (40.). Sebastian Fabich hatte drei Minuten später die passende Antwort parat. Einzig Patrick Schrader verhinderte mit seiner Rettungstat auf der Linie, dass das Solo von Fabich mit einem Tor gekrönt wurde.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber nervöser und versuchten es mit der "Brechstange" - zunächst ohne Erfolg. Immer wieder parierte der glänzend aufgelegte Stosch im Gäste-Gehäuse und vereitelte die Chancen von Boas (57.) und Marcel Reuß (72.). Salajka traf zudem nur den Pfosten (50.). Letzterer hatte zudem Pech, dass der Unparteiische bei seinem Treffer in der 74. Minute auf Abseits entschied.

"Man muss schon sagen, dass Schlanstedt wirklich tapfer gekämpft hat", richtete Schröder sein Lob an die Gäste, die den Punktgewinn über die Zeit retten wollten. Auch nachdem Sebastian Schweinehagen wegen einer Unsportlichkeit die Gelb-Rote Karte sah, konnten die Ilsenburger zunächst nichts aus ihrer Überzahl machen. So traf Reuß erneut nur den Querbalken und Fabich scheiterte im Nachsetzen (86.).

Doch am Ende war der Fußballgott auf Seiten des FSV Grün-Weiß Ilsenburg, was zumindest hinsichtlich der größeren Spielanteile und besseren Spielanlage als gerecht bezeichnet werden darf. In der 90. Minute erlöste Salajka seine Teamkollegen und die eigenen Anhänger und traf aus Nahdistanz zum viel umjubelten 2:1. Nur zwei Minuten später markierte Reuß den 3:1-Endstand (90. + 2). Beide Treffer bereitete Dawid Mateusz Grittner vor.

FSV Grün-Weiß Ilsenburg: Richter - Himburg, Reuß, Harring, Hentschel, Kremling, Grittner, Boas, Lozinski, Fabich, Salajka;

SV Olympia Schlanstedt: C. Stosch - Erdmann (68. Lansmann), Eggert, S. Stosch, Ahrens, Trabandt (81. Köhler), Jirka (64. Stoffregen), Meyer, Schrader, Hercht, Schweinehagen

Torfolge: 1:0 Dawid Lozinski (6.), 1:1 Florian Trabandt (40.), 2:1 Martin Salajka (90.), 3:1 Marcel Reuß (90. + 2); Schiedsrichter: Tim Heyer (Halberstadt); Zuschauer: 82