Mit einem knappen 1:0 (1:0)-Erfolg im Harzderby gegen den SV Darlingerode/Drübeck hat der FSV Grün-Weiß Ilsenburg die Tabellenspitze in der Fußball-Landesklasse, Staffel III, zurückerobert. Für die Gäste erzielte Marcel Reuß das entscheidende Tor des Tages.

Darlingerode l Wer am Sonnabend nicht live in Darlingerode vor Ort war, dürfte angesichts des Resultats schnell zu dem Urteil kommen, dass es ein enges Spiel war - weit gefehlt. Es war viel mehr ein Spiel auf ein Tor oder noch deutlicher ausgedrückt: Einbahnstraßenfußball. Die Elf des SV Darlingerode/Drübeck kämpfte zwar wacker, war dem alten und neuen Spitzenreiter jedoch in vielen Belangen unterlegen. In Reihen des FSV Grün-Weiß Ilsenburg war wie schon in der Vorwoche gegen Schlanstedt vor allem die schwache Chancenverwertung zu bemängeln. "Wenn man diese klaren Chancen nicht nutzt, macht man es sich natürlich selbst schwer", befand der sportlicher Leiter der Ilsenburger, Jürgen Schröder.

Boas und Co. lassen zahlreichen Chancen liegen

Gegen sehr tief stehende Gastgeber, denen die Verunsicherung der letzten Wochen deutlich anzumerken war, erspielten sich die Grün-Weißen vor allem in der Anfangsphase zahlreiche Chancen. Bereits nach 60 Sekunden setzte Steven Boas seine Direktabnahme nach einem Freistoß von René Harring knapp neben das Gehäuse.

In Reihen der Gastgeber war es in dieser Phase vor allem Torhüter Daniel Gülzow, der sein Team mit zahlreichen Paraden vor dem frühen Rückstand bewahrte. So scheiterten sowohl Sebastian Fabich (3.), Steven Boas (8.) als auch Marcel Reuß per Kopf (13.) und Dawid Lozinski (15.) an den glänzenden Reaktionen von Gülzow.

Die Hausherren starteten wenige zaghafte Versuche in der Offensive, fanden im Angriff aber keine Mittel. So blieb ein Freistoß von Franz Dierks, der den Außenpfosten streifte, die größte Möglichkeit für Darlingerode/Drübeck.

Nach 19 Minuten war es dann endlich soweit: Nach einem Eckball von Boas markierte Reuß per Kopf das 1:0. "Nach der Führung haben wir dann den Dampf rausgenommen", so Schröder. Ein Freistoß von Dawid Lozinski blieb die einzige Möglichkeit bis zur Pause (34.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber zwar bemüht, agierten aber schlichtweg zu harmlos. Auf der Gegenseite konnte Boas zwei weitere gute Gelegenheiten nicht nutzen (58., 62.). Zum Leidwesen von FSV-Trainer Frank Rosenthal sah Andy Hentschel in der 73. Minute noch die Gelb-Rote Karte.

"Man merkt, dass die Spielpraxis fehlt"

Doch auch in Unterzahl war der Sieg der Gäste zu keinem Zeitpunkt mehr gefährdet. Die Ilsenburger, die derzeit immer noch ein Spiel weniger absolviert haben, eroberten somit die Tabellenspitze zurück und verwiesen den Schacksteder SV wieder auf Rang zwei. "Jetzt sind wir wieder da, wo wir natürlich auch hin wollen", sagte Schröder. Er ist sich sicher, dass die mangelhafte Chancenverwertung nicht zum Hauptproblem in den nächsten Spielen wird: "Man merkt zur Zeit einfach, dass etwas die Spielpraxis fehlt."

SV Darlingerode/Drübeck: Gülzow - Türk, Jungermann, Heindorf (70. Riemann), Dierks, Wienert (79. Preiß), Lüderitz, Wiese, Rogacki, Rehse, Hess

FSV Grün-Weiß Ilsenburg: Richter - Galeza, Hentschel, Harring, Grittner, Kremling, Bräunel, Lozinski, Fabich, Reuß, Boas (80. Weber)

Torfolge: 0:1 Marcel Reuß (19.); Schiedsrichter: Robert Pankow (Wernigerode); Zuschauer: 230