Zum ersten Mal in der 34-jährigen Geschichte des Ilsenburger Osterlaufes hat sich ein Schotte in die Siegerliste eingetragen. "Profi" Robbie Simpson verwies den heimischen "Seriensieger" Thomas Kühlmann mit über zwei Minuten Rückstand auf den zweiten Platz.

Ilsenburg l Bereits vor dem Startschuss der beiden Hauptläufe über 8,7 und 16,5 Kilometer, die von ingesamt 266 Läufern in Angriff genommen wurden, war der Favorit klar ausgemacht. Der für Salomon Straßdorf startende Schotte Robbie Simpson ist in der Berglauf-Szene bestens bekannt, bietet hier sogar den Weltklasse-Läufern aus Kenia Paroli. Am Wochenende zuvor hatte "der Profi-Läufer", wie es sein Begleiter am Mikrofon von Sprecher Bernd Minnich verriet, mit einem 29. Platz beim Berliner Halbmarathon in einer Zeit von 1:05:21 h aufhorchen lassen.

Obwohl sich Vorjahressieger Thomas Kühlmann krankheitsbedingt kaum auf den Lauf vorbereiten konnte, war er der einzige Läufer im Feld, der Robbie Simpson einigermaßen Paroli bieten konnte. Nach etwa drei Kilometern setzte sich der Schotte von seinem Konkurrenten ab und lief schließlich einen Vorsprung von 2:12 Minuten heraus. Wie hoch die Siegerzeit von 57:34 Minuten einzuordnen ist, verdeutlicht die Tatsache, dass Simpson den 30 Jahre alten Streckenrekord nur um 23 Sekunden verfehlte. Und das bei schwierigen Bedingungen mit vielen matschigen Passagen sowie streckenweise Schnee und Eis auf Höhe des höchsten Streckenpunktes ab der Plessenburg. Hinter Thomas Kühlmann, der in 59:46 min ebenfalls eine super Zeit erzielte, überquerte der Wettiner Toni Keller mit einem respektablen Rückstand von über sieben Minuten als Dritter den Zielstrich auf dem Marktplatz.

Einen überlegenen Sieg gab es im Frauenklassement, hier wiederholte Luisa Merkel vom NSV Wernigerode mit einer Zeit von 1:13:53 h ihren Erfolg aus dem Vorjahr. Obwohl sie mit ihrer Zeit nicht gerade zufrieden war, hatte sie im Ziel über zehn Minuten Vorsprung auf die Magdeburgerin Doreen Kraska (1:24:04 h) und Ines Roeßler vom VfB Fallersleben (1:12:41 h), die sich mit kurzem Zeitabstand die Plätze auf dem Podium sicherten.

Ungefährdeten Siegen liefen auch die beiden Gewinner der 8,7-km-Strecke entgegen. Die Männerkonkurrenz war fest in Wernigeröder Hand: Matthias Göbel vom NSV Wernigerode behauptete sich in einer Siegerzeit von 30:29 min. Es folgte ein Trio des Harz-Gebirgslaufvereins mit Fabian Lippe, Enrico Dietrich und Florian Lippe, die allesamt im Zeitraum bis zu einer Minute zum NSV-Läufer ins Ziel einliefen. Bei den Frauen tauchte zum zweiten Mal der Ort Straßdorf in der Siegerliste auf, diesmal durch die für die Bundeswehr startende Annika Seefeld. Mit einer starken Zeit von 35:03 Minuten - und damit 39 Sekunden über dem Streckenrekord - verwies die 19-jährige Siegerin die beiden einheimischen Yvonne Brandecker vom Harz-Gebirgslaufverein (39:47 min) und Frauke Albrecht vom NSV Wernigerode (40:33 min) auf die Medaillenränge.

Neben Straßdorf und dem NSV Wernigerode tauchte im Kinderlauf ein weiterer Verein doppelt in der Siegerliste auf: Die LG Braunschweig war mit einem starken Aufgebot angetreten und stellte sowohl bei den Jungen mit Carlos Schwarz (5:29 min) als auch bei den Mädchen mit Lara-Noelle Steinbrecher (5:56 min) den Erstplatzierten. Beide Siegerzeiten bedeuteten neuen Streckenrekord im 1,7-km-Kinderlauf. Auf den Medaillenplätzen ordneten sich dann wieder die Harzer ein: Jannis Grimmecke vom NSV Wernigerode lief bei den Jungen in 5:45 min auf Platz zwei. Im Kampf um den dritten Treppchenplatz musste sich der deutlich jüngere Jonathan Toppel vom Harz-Gebirgslaufverein dem Braunschweiger Frederik Mantel nur um drei Sekunden geschlagen geben. Bei den Mädchen folgten mit Alina-Celine Rippin vom NSV (6:15 min) und Amy Turk vom Harz-Gebirgslaufverein (6:21 min) zwei Wernigeröderinnen auf den Podestplätzen.

Eine ausführliche Ergebnisübersicht folgt in Kürze im Harzer Sportkurier

 

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