Wernigerode (ybr/fbo) l Die Wernigeröder Leichtathletin Yvonne Brandecker ist erfolgreich von den 10. Hallen-Europameisterschaften der Senioren aus Torun in Polen zurückgekehrt. Im Crosslauf verpasste die Athletin des Harz-Gebirgslaufverein als Fünfte im Einzel und als Vierte der Mannschaftswertung nur knapp eine Medaille.

Etwa 2 500 Teilnehmer zog es in die polnische Kopernikusstadt. Das deutsche Team stellte mit 345 Startern hinter Gastgeber Polen das zweitgrößte Team, das mit insgesamt 253 Medaillen wieder einmal das erfolgreichste war. Neben den Hallenwettbewerben wurden Wettkämpfe im Gehen und Crosslauf ausgetragen. Am vorletzten Meisterschaftstag kämpften die Crossläufer bei Dauerregen und Temperaturen um 6 Grad um die Titel. Auch die Wernigeröderin hatte für diesen Wettbewerb gemeldet und vertrat als einzige Athletin den Landkreis Harz.

Eine anspruchsvolle etwa 1,5 km lange Crossrunde machte ihrem Namen alle Ehre und musste von jedem Läufer dreimal bewältigt werden. Die Strecke verlief überwiegend auf Sandboden und hatte gleich mehrere Bergauf- und Bergabpassagen, so dass ein ständiger Tempowechsel nötig war. Hinzu kam der Wechsel auf ein etwa 300 m langes Asphaltstück. Selbst der DLV-Verantwortliche als Kenner vieler internationaler Cross-Strecken sprach von einem hohen Niveau und "das eigentlich nur noch Matschpassagen fehlten".

Insgesamt gab es elf verschiedene Rennen an diesem Tag. Die Frauen der Altersklassen W 35 bis W 45 starteten im letzten Lauf und hatten dadurch noch schwierigere Bedingungen. "Die Strecke war schon ganz schön zertreten, da haben selbst Pferde ein besseres Geläuf", schilderte Yvonne Brandecker ihre Eindrücke vor Ort. Die HGL-Athletin haderte zudem mit ihrer Form, nachdem ihr krankheitsbedingt fünf Wochen Training fehlten. Die 38-Jährige konnte nur in der ersten Runde mit den Führenden mithalten und kam am Ende nach 4,5 km in 17:49 min als Fünfte der W 35 ins Ziel. Damit erreichte sie die gleiche Platzierung wie im Vorjahr bei der Cross-WM und verpasste Bronze erneut nur um wenige Sekunden. Der Harzerin blieb auch in der Mannschaftswertung eine Medaille versagt. Das DLV-Team landete auf dem undankbaren vierten Platz, war aber in der W 35 neben Brandecker mit einer Geherin und einer Athletin der W 45 eher schwach besetzt.

Nun bereitet sich die Wernigeröderin bereits auf die Bahnsaison vor, denn schon im Mai steht neben dem heimischen Läufertag der Läuferzehnkampf in Sömmerda als nächster Höhepunkt auf dem Programm.