Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Dreibahnen-Spiel hat der Harzkreis mit seinen Nachwuchssportlern positiv auf sich aufmerksam gemacht. Die jungen Talente brachten Gold und Bronze mit nach Hause.

Wolfsburg/Harzkreis (kli/fbo) l Der erste Tag verlief aus Landessicht weniger vielversprechend als zuvor erwartet. Mehr als ein hervorragender Bronzeplatz im Doppel bei der männlichen B Jugend durch Leon Lindner (SV Lok Blankenburg) und Chris Rienäcker (Halberstädter KSV Harmonie) mit 746 Holz und ein unglücklicher vierter Platz im Mixed B bei Punktgleichheit mit dem Bronzepaar aus Rostock durch die Blankenburger Zwillinge Lucy und Leon Lindner (740) sprangen aus Sicht von Sachsen-Anhalt nicht heraus.

Die gesamte nationale Spitze, vornehmlich aus dem bundesligaerfahrenen Norden Deutschlands, war am Start. "Das war schon ein anderes Kaliber als zu den Landesmeisterschaften an gleicher Stelle. Die Messlatte liegt hier weit höher", so das Fazit der jungen Sportler. Nervenflattern der Harzer Starter behinderte womöglich noch die eigenen Erwartungen.

Eine solide Partie mit einem sechsten Platz spielten das Halberstädter Zwillingspaar Alicia und Pia Holschumacher im Mädchen B Doppel. Jula und Jeremie Tropschug (SV Heudeber 02) kamen im A-Mixed dieses Jahr nicht über einen siebenten Platz hinaus.

Am Sonntag in den Einzelfinals sollte es aus Harzer Sicht noch besser laufen. Am Start waren Jula Tropschug, Chris Rienäcker, Raciel Straatmann und Lucy Lindner (beide SV Lok Blankenburg). Die Freude stand Jula Tropschug vom SV 02 förmlich ins Gesicht geschrieben, ihr großer Traum, einmal Deutsche Meisterin zu werden, erfüllte sich am Sonntag in Wolfsburg. Freudestrahlend lagen sich Opa Hartmut als ihr Trainer und Jula in den Armen. Auch das gesamte Sachsen-Anhalt-Team, das Jula stimmgewaltig angefeuert hatte, war begeistert. Mit 848 Holz bei 120 Wurfspiel (322 auf Bohle, 283 auf Schere und 243 auf Classic) holte sie überlegen im Einzel der Jugend A weiblich vor Jessica May (Rostock) und Caroline Kettel (Barnim) als erste sachsen-anhaltinische Sportlerin einen Titel im Dreibahnenspiel ins Land.

Das Finale mit der kleineren Kugel spielend war geprägt von einer "Keglersternstunde". Monique Kabisch (KV Dahme Spreewald), mehrfache Deutsche Meisterin, spielte nicht nur einen fantastischen Bahnrekord auf Dreibahnen, sondern durchbrach mit ihren 807 Holz als erste Nachwuchskeglerin die 800-er Schallmauer.

Aus Harzer Sicht verbesserte sich Lucy Lindner (SV Lok) gegenüber dem Vorjahr um fünf Plätze (739) auf Rang sieben. Chris Rienäcker (739) und Raciel Straatmann (725) landeten im Jugend B Einzelfinale bei ihrem Debüt auf Platz neun und elf des 14-er Feldes. Für die männliche Jugend A hatte sich kein Harzer Sportler qualifiziert.

Erfreulich war auch die faire Geste des Wettkampfgerichtes vom DBKV, als man den Blankenburger Zwillingen Lucy und Leon Lindner, zwar inoffiziell, die Bronzemedaille für ihren vierten Platz im B Mixed nachträglich überreichte. Sie waren bei Punktgleichheit auf Rang vier gesetzt worden. Laut Reglement zählen Doppelspiele als Mannschaftsspiele und hier gilt, wer vorgelegt hat, hat den höheren Platz inne. In den Einzeln gibt es dann ein Stechen, wenn es um die Medaillen geht. "Vielleich wird diese alte Regelung, besonders im Kinder und Jugendbereich, ja mal ersetzt", so die Harzer Stimmen.

Schon in knapp vier Wochen trifft sich ein Großteil der Deutschen Keglernachwuchselite zu den Deutschen Meisterschaften auf Bohle in Delmenhorst wieder.

Den Ausrichtern vom KV Wolfsburg war am Ende der Dank für den reibungslosen Ablauf der Titelkämpfe sicher.

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