Seit den ersten warmen Sonnenstrahlen haben auch die Pferdesportler ihre Saison eröffnet. Einer der Vereine aus dem Altkreis Halberstadt, der seit Jahren mit viel Aufwand diesen Sport betreibt, ist der RFV Eilenstedt. Im Rahmen eines Lehrgangs stellte sich dessen Vorsitzender Hans-Georg-Bothe den Fragen von Sportredakteur Florian Bortfeldt.

Volksstimme: Herr Bothe, was genau ist der Inhalt dieser Veranstaltung gewesen?

Hans-Georg Bothe: Für die Teilnehmer ging es darum, verschiedene Pässe zu erwerben. Ähnlich einer Führerscheinprüfung sind diese notwendig, um aktiv mit Pferden zu tun haben zu dürfen. Wir haben den Basispass, den Reit- und Geländepass, den Springpass, den Dressurpass und den Basispass angeboten.

Pferdesportler, die nicht über so einen genannten Pass verfügen, dürfen also nicht reiten oder fahren?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel für den Fahrerpass. Stellen Sie sich vor, ein Fahrgespann gerät in einen Verkehrsunfall, den Gespannführer trifft dabei keine Schuld. Schnell kommt die Frage nach der Versicherung auf, diese Pässe sind dabei Grundlage. Sie berechtigen zum Fahren, Reiten usw. Aus dem Pass wird ersichtlich, dass derjenige eine Erlaubnis dafür, eine Prüfung absolviert hat.

Wie umfangreich ist so ein Lehrgang und wer nimmt daran teil?

Wir haben die Pfingstferein dafür genutzt, das waren zunächst sechs Tage Lehrgang und am siebenten Tag folgte die Prüfung. Die Teilnehmer kommen dabei aus der Region, am weitesten war davon ein Sportler aus Magdeburg. Wir hatten auch eine Frau dabei, die beruflich mit Pferden zu tun hat und aus versicherungstechnischen Gründen einen Fahrerpass benötigte. Der ist in Sachsen-Anhalt zwar noch nicht Pflicht, das kommt aber. In erster Linie haben wir den Kurs aber als Ferienfreizeit gesehen. Wir verfolgen das Ziel, Kinder und Jugendliche zu beschäftigen. Wir wollen das Interesse an Landwirtschaft und Tieren wecken, so tragen die jungen Leute auch Verantwortung, wie bei anderen Sportarten auch.

Welche sportlichen Höhepunkte gibt es außerdem beim RFV Eilenstedt?

Bei eigenen Turnieren haben wir etwas die Bremse angezogen. Die Gründe dafür sind recht einfach: Nervlich und finanziell ist es schwierig geworden, so etwas optimal umzusetzen. Wir legen den Fokus inzwischen auf die Reitertage, die kosten uns nicht so viel Gebühren. Die ganze Finanzierung für so ein Turnier ist immens. Verschiedene Auflagen müssen erfüllt sein und diese werden nicht einfacher, im Gegenteil. Auch organisatorisch ist so etwas nicht zu unterschätzen, denn das Personal ist nicht mehr so da.

Wir bieten aber unsere Veranstaltung am 25./26. Juli. Hier konzentrieren wir uns mehr auf die Tradition, so gibt es am Sonnabend das Fahren mit historischen Kutschen. Da geht es eine 22 Kilometer lange Strecke entlang, das ist weniger rasant und verdeutlicht mehr den Nostalgiewert. Hier führen wir Menschen zusammen, das ist geselliger. Der Sonntag ist dann dennoch voll dem Sport gewidmet. Da gibt es Dressurreiten, Springreiten, Voltigieren und Fahren.

Der RFV Eilenstedt ist eng verbunden mit dem Namen Bothe. Ihre Tochter Sandra ist erfolgreiche Sportlerin, Ihre Frau Sabine Trainerin.

Das mag stimmen, aber das höre ich nicht so gern. Es gehören viele andere dazu. Der Verein hat rund 50 Mitglieder. Mit Sportlern nur allein aus Eilenstedt würde es dabei auch nicht funktionieren. Es gibt Mitglieder auch aus Niedersachsen und der Umgebung von Eilenstedt.

Ihr Verein lebt auch von den vielen jungen Aktiven, die im RFV voltigieren.

Richtig, das ist das Gute. Wir haben zwei Voltigiergruppen, die jeweils montags und mittwochs trainieren. Wir denken, dass man junge Menschen über das Voltigieren an das Pferd heranführt. Es ist empfehlenswert, Kinder so das Vertrauen aufbauen zu lassen und den Umgang mit den Tieren zu ermöglichen. Später kommt das Gefühl hinzu, ob man auch reiten oder fahren möchte. So steht den Pferdesportlern alles offen.

Viele Vereine kämpfen mit fallenden Mitgliederzahlen. Wie sieht es beim RFV aus?

Derzeit stehen wir diesbezüglich noch auf gesunden Füßen. Insgesamt müssen wir auch kleinere Brötchen backen, man darf nicht vergessen, dass Pferdesport Geld kostet.