Langenstein. 2 708 Euro Gesamterlös waren am Dienstagabend im Rahmen des Benefiz-Fußballspiels zwischen dem SV Langenstein und dem VfB Germania Halberstadt zusammen gekommen (Volkstimme berichtete). Das Geld kommt den Angehörigen und Verletzten des Zugunglücks von Hordorf zugute. Der Ort Langenstein verlor bei der Katastrophe fünf seiner Einwohner.

Die rund 2 700 Euro summierten sich aus Eintrittsgeld am Abend – viele der Zuschauer hatten mehr als die veranschlagten fünf Euro eingezahlt – und Spenden, die im Laufe der Veranstaltung bei Mitorganisator Fait-Florian Banser eingingen. Den Scheck hatte nach Abpfiff im Namen des VfB Germania Halberstadt Präsident Olaf Herbst an Wolfgang Baake, Vorsitzender des SV Langenstein, übergeben. Stellvertretend für den SVL übernahm Fußballer Sebastian Pieles – der bei der Harzsparkasse arbeitet – die Einzahlung und Überweisung. Pieles, der selbst aktiv im Benefizspiel mitgewirkt hatte, zur Aktion: "Es ist schön, dass so schnell eine Sache für den guten Zweck ins Leben gerufen wurde. Noch besser ist es natürlich, dass so viel Geld zusammen gekommen ist. Das Spiel gegen Germania, dem Nonplusultra hier in der Region, hat Spaß gemacht. Ich denke, dass wir uns trotz des 0:12 gut aus der Affäre gezogen haben. Wir wünschen dem VfB für die Rückrunde alles Gute, auf das der Aufstieg gelingt!"

Das Schiedsrichtergespann um Markus Mende aus Halberstadt hatte auch seinen Anteil am Gelingen, verzichtete im Sinne der Aktion auf anfallende Spesen. "Absolut toll, dass beide Mannschaften so spontan ein Spiel vereinbart haben. Mit dieser Partie haben die beiden Vereine auch ihre soziale Funktion und Verantwortung im alltäglichen Leben unterstrichen. Als Schiedsrichter und Repräsentanten des Landkreises Harz unterstützen wir solche Veranstaltung natürlich gern. Keine Frage, dass dies alles völlig unbürokratisch über die Bühne geht", fasste Markus Mende seine und die Initiative seiner Kollegen Tim Heyer und Dirk Reider zusammen.

Der Präsident des SV Langenstein war am Abend noch sichtlich betroffen, Wolfgang Baake meinte: "Von den zehn Verunglückten stammen allein fünf aus Langenstein. Es herrscht große Betroffenheit. Daher ist es von großer Bedeutung, dass der VfB Germania trotz Vorbereitung auf den ersten Rückrundenspieltag ja gesagt hat. Das verdient viel Achtung. Die Anteilnahme der Mitbürger drückt sich in der hohen Spendensumme aus. Die Partie war absolut sehenswert, es wurden einige gute Spielzüge gezeigt. Dem VfB wünschen wir für die Rückrunde alles Gute, möge der ¿Big Point‘ gelingen. Das wäre gut für die gesamte Region."

Abschließend fasste Horst Rau, zweifacher Torschütze für die Germania, das Benefizspiel aus seiner Sicht zusammen: "Ich glaube es war wichtig, dass die Leute mal wieder an andere Dinge, wichtige Dinge, erinnert wurden. Die Veranstaltung war absolut gelungen. Vielleicht sehen wir den SV Langenstein zu einer Art Rückspiel in Halberstadt wieder. So könnte eine Partnerschaft zwischen beiden Teams entstehen."