Die Handball-Damen des TSV Niederndodeleben hatten am Wochenende allen Grund zur Freude. Am letzten Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga holte die Funke-Sieben einen Punkt gegen den neuen Meister aus Marienberg. Einen Tag später wurde gegen Buna Schkopau nach einem echten Krimi das Finalticket im Landespokal gelöst.

Niederndodeleben l Im Saisonfinale ringen die TSV-Frauen dem neuen Meister HSV 1956 Marienberg einen Zähler beim 26:26 (11:17) ab. Diesem reicht dieser eine Punkt, um den Aufstieg in die dritte Liga perfekt zu machen.

Gutes Wetter und eine tolle Kulisse mit sehr gut gefüllten Rängen ließen auf einen ansprechenden Saisonabschluss hoffen. Zu Gast war der Tabellenführer HSV Marienberg, der im Fernduell gegen den Zweiten aus Markranstädt mindestens einen Punkt brauchte, um die Meisterschaft perfekt zu machen. Die Heimsieben wollte sich vor heimischem Publikum noch einmal präsentieren, um die erfolgreiche Saison mit dem Bronzerang zu bestätigen.

Beide Mannschaften gingen so hoch konzertiert in die Begegnung, agierten im von beiden Seiten sehr engagiert geführten Spiel beim 4:4 (7. Spielminute) und 5:7 (14.) auf Augenhöhe. Nun schien die Heimsieben mehr und mehr das Glück verlassen zu haben, wiederholtes Wurfpech konnten die Gäste nutzen, sich stetig über das 5:10 (18.) zum 8:16 (26.) abzusetzen. Hierbei zeigten sich die Marienbergerinnen keineswegs als Übermannschaft, dennoch nutzten sie ihre Torchancen konsequent. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit fingen sich die Dodeleberinnen wieder und verkürzten zur Pause zumindest auf 11:17.

Mit dieser 6-Tore-Hypothek ging es in den zweiten Durchgang. TSV-Trainer Michael Funke musste in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben. Die TSV-Frauen fanden jetzt zu ihrem Spiel und waren im Abschluss zielsicherer. Nach dem Kontertor der überragenden Ina Bruckbauer zum 15:18-Anschluss (39.) zog Gäste-Trainer Robert Flämmich die grüne Karte.

Nach der Gäste-Auszeit spielten beide Mannschaften ganz nach dem Geschmack der Zuschauer mit offenem Visier. Den Gästen gelang es dennoch, die TSV-Frauen beim 17:20 (42.) und 20:23 (49.) auf Abstand zu halten. Allmählich zeigten die Gäste unter dem Druck der Dodeleberinnen Nerven. Anja Schröder erzielte per Strafwurf den 23:24-Anschluss (53.). Die Gäste konnten zwar noch einmal durch Lucie Hribova zum 24:26 vorlegen, postwendend glichen die TSV-Frauen durch Gegenstoßtreffer von Mandy Mainka und Ina Bruckbauer zum 26:26 (59.) aus. Kurz darauf ging die Schlusssirene im allgemeinen Jubel unter. Die TSV-Frauen freuten sich über den nach der Aufholjagd überaus verdienten Punktgewinn, die Gäste über die Meisterschaft.

Im Anschluss erfolgte die Ehrung der Mannschaften und die Übergabe der Bronze- bzw. Goldmedaillen durch den Präsidenten des Handballverbandes Sachsen Uwe Vetterlein sowie den Staffelleiter Wolfgang Schmerler.

Danach wurde es etwas tränenreich, die langjährigen TSV-Spielerinnen Daniela Schottstedt (Handballpause), Jana Haegebarth und Nicole Reimer (beide Karriereende) wurden verabschiedet. Ina Bruckbauer wurde vom Publikum wie schon im Vorjahr zur Spielerin der Saison gewählt. Nach dem offiziellen Teil klang die Saison bei der Abschlussfeier aus.

TSV: Vanessa Sichmund - Anja Schröder 4/3, Jasmin Maue 1, Vanessa Tornow, Ina Bruckbauer 7, Veronika Bange 2, Anika Wilke, Daniela Schottstedt, Karleen Hartmann 7, Sabrina Thomas, Alina Wollborn, Mandy Mainka 3, Josephin Klöppel 2.

Strafwürfe: TSV 3/3, Marienberg 3/2. Zeitstrafen: TSV 4, Marienberg 5. Karsten Schmidt / Tino Franke (Köthen/Bernburg).

Im Pokal-Halbfinale schalteten die TSV-Frauen den MSV Buna Schkopau aus und stehen damit im Pokalfinale. Mit dem Abpfiff gewinnen die Dodeleberinnen denkbar knapp mit 31:30 (19:15). Die Gäste traten abgesehen von Mandy Mainka und Tina Matthei mit voller Kapelle an, so dass die Vorzeichen ob des Klassenunterschiedes deutlich waren. Nach verhaltener Anfangsphase (3:3, 4. Spielminute) erhöhten die Dodeleberinnen die Schlagzahl und warfen eine 6:3-Führung heraus (9.). Der folgende TSV-Pfostentreffer wirkte wie ein Weckruf an die Heimsieben, die auf Augenhöhe mitspielte und zum 9:8 (17.) aufschloss. Nach einem TSV-Lattentreffer erzielten die Merseburgerinnen den 12:12-Ausgleich und sogar die 14:15-Führung (27.). Dank Vanessa Sichmund im TSV-Tor, die mit vier Paraden in Folge quasi im Alleingang dem Gegner den Schneid abkaufte, konnten die Gäste eine schmeichelhafte 19:15-Halbzeitführung herauswerfen. Nach dem Seitenwechsel kam die Heimsieben deutlich agiler aus der Kabine. Besonders die rechte Angriffsseite mit der Ex-Hallenserin Carina Rosanke und der großgewachsenen Jeannine Grube kam wiederholt zum Torerfolg. Offensichtlich steckte den Dodeleberinnen der anstrengende Vortag in den Beinen, die mit dem 23:23 (44.) den Ausgleich hinnehmen mussten. Wieder war es Vanessa Sichmund, die beim Stand von 24:26 (46.) einen Strafwurf von Ulrike Mittag parierte und ihre Mannschaft vor einem höheren Rückstand bewahrte.

Die TSV-Frauen spielten jetzt wieder bissiger und glichen zum 27:27 (51.) und 28:28 (53.) aus. Trotz Unterzahl aufgrund einer überflüssigen Zeitstrafe (Ballhalten) gelang durch zwei Schröder-Tore die 30:28-Führung (55.). Wieder Anja Schröder legte von der Strafwurflinie zum 31:29 (57.) vor. Nach einer Heim-Auszeit wurde es in den Schlussminuten noch einmal hektisch. Die Heimsieben verkürzte dabei zum 31:30 (59.), dies sollte auch der letzte Treffer der Begegnung gewesen sein.

TSV: Vanessa Sichmund - Anja Schröder 9/5, Jasmin Maue 2, Vanessa Tornow, Ina Bruckbauer 6, Veronika Bange 3, Anika Wilke, Daniela Schottstedt 3, Karleen Hartmann 3, Sabrina Thomas 1, Alina Wollborn, Josephin Klöppel 4.

Strafwürfe: Merseburg 3/1, TSV 6/6. Zeitstrafen: Merseburg 0, TSV 3. Stephanie Kobilke, Jennifer Eckert (Biederitz/Coswig).

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