Haldensleben (aro) l Elf Gürtel haben jetzt einen neuen Träger gefunden. Je dunkler die Farbe des Gürtels ist, desto höher ist der Grad der Fertigkeit, die der Träger beherrscht. Die Rede ist von Judo, die Gürtel heißen Kyu. Hagen Wernecke hat die Gürtelprüfung bei den "Ohrelöwen" des Judo-Clubs Haldensleben abgenommen.

Den ersten Gürtel, den weißen, erhält jeder Anfänger. Ohne Gürtel würde das Obergewand schließlich auseinander klaffen, und der Gürtel wird auch aktiv bei den Kämpfen mit einbezogen, im wahrsten Sinne des Wortes. Jeder, der im Judo nach oben kommen möchte, muss mit dem weißen Gürtel anfangen und sich Farbe für Farbe nach oben arbeiten.

Unterschiedliche Griff- und Hebeltechniken müssen die Prüflinge durchführen, entsprechend dem Gürtel, den sie erlangen möchten. Diese heißen teils ganz verständlich Schulterwurf oder Fußfeger, manchmal aber auch Seio-otoshi oder O-uchi-gari. Da wird das Verstehen, was der Trainer von einem verlangt, gleich zum Teil der Prüfung. Für Wernecke war es nicht einfach, in der Prüfung alle Fächer und Techniken für die vier zu prüfenden Graduierungen abzufragen. Trotzdem hakte er stetig nach, um einen besonders guten Judoka aus der Reserve zu locken oder um aufgeregten Teilnehmern zu ihrem sicheren Auftritt zu verhelfen. Nachdem alle mit dem ersten Teil der Prüfung, den Standtechniken, durch sind, gilt es, noch eine Runde zu absolvieren: die Bodentechniken. Bei aller Strenge heißt es am Schluss: "Das Training hat sich bezahlt gemacht", freute sich Trainer Christian Beyer. "Alle haben die Prüfung bestanden", versicherte Wernecke. Somit tragen nun elf Judokas eine dunklere Gürtelfarbe als vorher.