Bernburg/Haldensleben (hwk) l Der Haldensleber SC konnte sein Auswärtsspiel gegen den Aufsteiger zur Oberliga TV Askania Bernburg 2:2 unentschieden gestalten. Die Gästetore erzielten Marvin Mäde, der zu den Besten auf dem Platz gehörte, und Rene Hasse. So richtig freuen konnte sich aber nach schweißtreibenden 90 Minuten auf Gästeseite kein Akteur. Daniel Helmecke, der laut Trainer Roland Zahn sein bestes Spiel im blau-gelben Trikot ablieferte, fasste kurz zusammen: "Wenn du bis zur 82. Minute 2:0 führst, musst du solch ein Spiel gewinnen." Damit hat der HSC-Defensivspezialist sicherlich Recht, aber der Druck des Oberligaaufsteigers sowie eigene Lücken im Abwehrbereich ließen den Gastgeber nach einem 0:2 zurück ins Spiel kommen.

Die Rolandstädter vertrauten der taktischen Grundausrichtung ihres Trainers aus dem Auswärtsauftritt in Sangerhausen. Es ist mittlerweile gleichgültig, wie viele Spieler der HSC-Coach zu ersetzen hat, er tut es einfach, und das mit einem Konzept, welches die Spieler verinnerlicht haben und strikt befolgen. Die Dreier-Abwehrkette mit Helmecke, Kotulla und Müller, die im Rückwärtsgang mit den zweikampfstarken Thang Thuan und Mühlisch zur Fünferkette wurde, stand in der ersten Spielhälfte recht sicher und ließ lediglich in der 28. und 42. Minute Chancen für den favorisierten Gastgeber zu. Dass es in diesen Situationen torlos blieb, war den tollen Reaktionen von Torhüter Switala sowie von Sergio Cristovao zu verdanken. Nach vorn mühten sich Mäde, Hampel und Rückkehrer Hieronymus, den ständig in der gegnerischen Abwehr für Unruhe sorgenden Hasse torgefährlich einzusetzen. In der ersten Halbzeit gelang dies aber erst kurz vor dem Pausenpfiff, so dass das torlose Remis zum Seitenwechsel folgerichtig war.

In der zweiten Spielhälfte zeigten sich die Haldensleber deutlich mehr, hatten mehr eigene Spielanteile. Daran hatte insbesondere auch Florian Ohrdorf einen großen Anteil. Ab der 46. Minute als frischer Mann im Spiel, machte er auf der rechten Außenbahn gewaltig Alarm. In der 51. Minute zwang er den Bernburger Schlussmann mit einem Vollspannstoß zu einer Glanzparade. Drei Minuten später entwischte Ohrdorf seinem Bewacher abermals, wurde jedoch unmittelbar vor der Strafraumgrenze rüde zu Fall gebracht. Er musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch nach nur wenigen Minuten des Mitwirkens ausgewechselt werden. Der Verdacht wurde Stunden später im Krankenhaus in Haldensleben bestätigt. Angestachelt von diesem weiteren verletzungsbedingten Ausfall eines HSC-Akteurs spielten die Gäste munter mit. Sven Hieronymus leitete mit einem sehr weit ausgeführten Einwurf die Gästeführung ein. Lukas Mühlisch verlängerte reaktionsschnell auf Marvin Mäde, der eiskalt zum 0:1 einnetzte. Der blau-gelbe Jubel war riesengroß und führte zu mehr Sicherheit im eigenen Spiel.

Nun traute sich sogar Innenverteidiger Kotulla mit nach vorn und spielte in der 79. Minute Rene Hasse mustergültig frei, der die Übersicht behielt und das Objekt der Begierde zum 0:2 ins lange Eck schob. Trotz dieser, für die letzten zehn Spielminuten, optimalen Gästesituation kam der Gastgeber zurück ins Spiel.

Ein Zweikampf nach 83 Minuten zwischen Härtl und Kotulla führte im Gästestrafraum zum Strafstoß, den der Gefoulte zum Anschlusstreffer nutzte. Die Bernburger warfen nun alles nach vorn und erzielten, bedingt durch eine Unachtsamkeit im HSC-Abwehrgefüge, in der 86. Minute den leistungsgerechten 2:2-Endstand.

HSC-Trainer Roland Zahn bedankte sich nach Spielschluss bei seinen Spielern für das gezeigte Engagement, zudem bei Physio "Caro" Götsch und wünschte insbesondere Florian Ohrdorf beste Genesung.

HSC: Switala - Daniel Helmecke, Mäde, Müller, Cristovao, Hampel (46. F. Ohrdorf - 60. Kania), Hieronymus, Hasse, Kotulla, Mühlisch, Thang Thuan

Torfolge: 0:1 Marvin Mäde (67.), 0:2 Rene Hasse (78.), 1:2 Matthias Härtl (83.), 2:2 Alexander Naumann (86.).