Zur neuen Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga der Männer übernimmt Matthias Schröder das Traineramt beim HSV Haldensleben. Der 42-Jährige beendete erst vor wenigen Wochen seine aktive Laufbahn beim SV Langenweddingen mit dem Gewinn der Meisterschaft und des Pokals. Nun will er sich ganz auf das Traineramt konzentrieren.

Haldensleben l Für Schröder waren die Erfolge mit dem SVL nicht die einzigen, er ist in seiner langen Laufbahn weit herumgekommen. Volksstimme-Sportredakteurin Stefanie Brandt unterhielt sich mit ihm über seine Zeit als Handballer und seine Zukunft als HSV-Coach.

Volksstimme: Herr Schröder, Sie haben in ihrer Laufbahn schon einige Erfolge gefeiert. Welches waren die Schönsten?

Matthias Schröder: Die, die man zum ersten Mal feiert. Zum ersten Mal DDR-Meister, erster Gesamtdeutscher Meister in der A-Jugend, zum ersten Mal Landespokalsieger mit Lok - das bleibt haften, weil auch die Umstände besonders waren, keiner damit gerechnet hatte, nachdem wir das Hinspiel damals hoch verloren hatten.

Sie haben einige Vereine durchlaufen, folglich auch mehrere Trainer gehabt. Gibt es einen Trainer, der sie besonders geprägt hat?

Man nimmt sich von jedem etwas an. Zu erwähnen ist aber sicher Rainer Koch als eine Art Mentor, der mich damals als Co-Trainer in Staßfurt herangezogen hat.

Was fanden Sie als Spieler an Trainern gut und was vielleicht eher nicht?

Ich habe es immer geschätzt, wenn sie das, was sie gefordert haben, auch selbst vorgelebt haben. Was ich erwarte, das bin ich auch selbst bereit zu geben.

Wenn Sie ihre Philosophie vom Handball in einen Satz packen müssten, wie würde der lauten?

Handballspiel ist Handball spielen - mit Spaß am Spiel.

Was gab den Ausschlag für Ihren Wechsel zum HSV Haldensleben? Gab es noch andere Interessenten?

Es wurde auch das ein oder andere Gespräch geführt, aber beim HSV gab es ein ansprechendes Konzept, das mir vorgelegt wurde. Demzufolge fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

Was beinhaltet dieses Konzept, was daran hat sie überzeugt?

Die handelnden Personen, wie die Zielsetzung für die nächsten Jahre sind, dass auch nicht ausgeschlossen ist, mal eine Liga höher zu spielen. Perspektivisch ist das einfach eine sehr schöne Aufgabe.

Unter ihrem Vorgänger, Grzegorz Subocz, ist der HSV zweimal Siebter geworden, warum sollte der HSV mit Ihnen besser abschneiden?

Für meinen Vorgänger war das auch nicht einfach. Erfolg ist auch immer eine Sache des Personals. Mit der HSV-Mannschaft war ein einstelliger Tabellenplatz auch schon ein Erfolg, wenn man mal die dünne Personaldecke sieht. Das ist auch der Punkt, an dem wir ansetzen müssen! Die Mannschaftsstärke muss sich in der Anzahl erhöhen, um einen regelmäßigen Trainingsbetrieb abzusichern. Nur dann kann man sich taktisch und individuell verbessern. Man kann nicht nur mit fünf Mann eine Spielvorbereitung machen. Das gilt es, für die neue Serie in Angriff zu nehmen.

War das auch eine Bedingung für Ihren Wechsel zum HSV?

Es war keine Bedingung, es wäre aber schön, wenn es der Fall ist. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg und werden eine schlagkräftige Truppe aufstellen können.

Haben Sie das Team schon kennengelernt?

Noch nicht, aber man kennt ja das Gros der Mannschaft schon durch die Begegnungen als Spieler. Natürlich wird mit mir als Trainer auch über mögliche Neuverpflichtungen gesprochen, aber da will ich nicht vorgreifen.

Wann wird dann das erste Treffen mit dem Team als neuer Trainer sein?

Trainingsstart ist am 1. Juli, da werde ich meine "Schäfchen" versammeln, so dass man Gelegenheit hat, sich zu beschnuppern. Scharfer Start ist dann etwa acht Wochen vor dem Saisonstart, der Mitte September sein wird.

Haben Sie beim SV Langenweddingen wirklich Ihr letztes Spiel als Aktiver gemacht, oder kann es unter Umständen eine Rückkehr aufs Parkett geben?

Ich bin in Haldensleben nur Trainer. Ich werde meinen Pass trotzdem anfordern, man weiß ja nie, ob es nicht doch einmal notwendig ist, wenn nur noch sechs Feldspieler da sind. Aber eher wird Ronny Liesche reaktiviert als ich. Das weiß er auch.