Der Haldensleber SC hat sein letztes Spiel der Saison im heimischen Waldstadion gegen einen ebenbürtigen Gegner aus Merseburg mit 2:1 gewonnen. Für den Gastgeber waren Rene Hasse und Stefan Kotulla erfolgreich. HSC-Torhüter Florian Switala parierte in der 37. Minute einen Foulstrafstoß der Gäste.

Haldensleben (hwk) l Beide Mannschaften lieferten sich auch am Sonnabend als Tabellennachbarn ein Duell auf Augenhöhe, welches der HSC schon frühzeitiger für sich hätte entscheiden müssen.

Der Gast, der zu Beginn der Partie seine Abwehrreihe sehr weit aufrücken ließ, wurde in den Minuten 12 und 14 klassisch ausgekontert. Verantwortlich dafür waren zwei blitzsaubere Zuspiele von Lucas Mühlisch auf HSC-Torjäger Rene Hasse, der seine Treffsicherheit, die er in dieser Saison bereits mehrfach und eindrucksvoll nachgewiesen hat, in diesen zwei Szenen noch nicht unter Beweis stellen konnte. Nach 22 Minuten passierte dieses Missgeschick einem Gästestürmer auf der anderen Seite.

Die wenigen Zuschauer machten die subtropischen Temperaturen dafür verantwortlich, was aber der Spielfreude beider Mannschaften keinen Abbruch tun sollte. Nach 31 Minuten schickte HSC-Kapitän Sven Hieronymus seinen bereits erwähnten Torjäger in des Gegners Hälfte. Mit seinem unbändigen Antritt verschuf sich Hasse einige Meter Vorsprung und erzielte mit seinem dritten Versuch die 1:0-Führung für sein Team.

Der Gast blieb gefährlich und zwang die Abwehrreihe des HSC um Schütte, Müller und die Helmecke-Brüder zu vollster Konzentration. In der 37. Minute hatte Mister Zuverlässigkeit seinen Auftritt. Gemeint ist HSC-Torhüter Switala, der einen Foulstrafstoß der Gäste eindrucksvoll parieren konnte, so dass die knappe Führung seines Teams zur Pause Bestand hatte.

Die zweite Halbzeit war sieben Minuten alt, als der Gast mit einem Bilderbuchtor den Ausgleich erzielte. Ein Angriff über die linke Seite der Gäste wurde mit einer weiten und hohen Eingabe an die rechte Strafraumgrenze des HSC gespielt, von wo aus der Gästeakteur Schlorf per Direktabnahme und aus sehr spitzem Winkel den unhaltbaren Ausgleich erzielte. Erinnerungen wurden bei diesem Tor an den Holländer Marco van Basten während der Europameisterschaft 1988 in Deutschland wach, wurden dann aber wenige Minuten später durch die aktuelle Realität verdrängt.

Stefan Kotulla erkämpfte sich das Leder und zog aus 22 Metern ab. Sein Ball war wie ein Strich in der Landschaft und schlug ebenfalls unhaltbar zum 2:1 im Gehäuse der Gäste ein. Das Spiel wurde nun deutlich unterhaltsamer, weil auch die Gäste gewinnen wollten. Es gab auf beiden Seiten weitere Möglichkeiten, die von den Stürmern nicht genutzt werden konnten, oder die beiden Torhüter den Abteilungen Attacke die Show stahlen. So wie in der 80. Minute, als Tausendsassa Switala eine Gästechance aus fünf Metern Entfernung reaktionsschnell zunichte machte. Wie in einem guten Drehbuch wechselte HSC-Trainer Zahn in der 81. Minute seinen Co-Trainer Nico Strickrodt ein, der vor dem Spiel von den HSC-Verantwortlichen für seine Verdienste als Spieler und Trainer geehrt und verabschiedet wurde. 250 Spiele für den HSC seit 1994 (mit einigen wenigen Unterbrechungen) und 40 erzielte Tore sprechen eine deutliche Sprache für einen Fußball-Gentleman, der seine Torgefährlichkeit in der 90. Minute mit einem Lattentreffer untermauerte. Zu mehr reichte es trotz der Unterstützung der HSC-Angriffsreihe an diesem Tage nicht mehr. HSC-Fußballlehrer Roland Zahn stellte nach dem Abpfiff fest: "Was die Spielanteile betrifft, war es eine ausgeglichene Partie. Was die Torchancen betrifft, so hätten wir bereits zur Halbzeit mit zwei Treffern vorn liegen müssen. Ich hoffe zur neuen Saison auf die Gesundung einiger meiner Leistungsträger."

HSC: Switala - Daniel Helmecke, Schütte, Müller, Christovao, Krüger (39. Hampel), Hieronymus, Hasse, Mühlisch (82. Strickrodt), Marcel Helmecke, Kotulla.

Torfolge: 1:0 Rene Hasse (39.), 1:1 Sebastian Schlorf ( 52. ), 2:1 Stefan Kotulla ( 67. )

Zuschauer: 42