Mit dem jüngsten Aufgebot der Vereinsgeschichte hat der Haldensleber SC, nach einem personellen Umbruch vor einem Jahr, seine elfte Spielzeit in Sachsen-Anhalts höchster Leistungsklasse auf Rang neun beendet.

Haldensleben (hwk/mke) l Bei wohltuend verbesserter vereinsinterner Kommunikation und gemäß neuer Leitlinien, die die Arbeit mit vorwiegend ortsansässigen Aktiven vorsieht, erzielte Trainer Roland Zahn mit seinem Team einen mehr als beachtlichen neunten Tabellenplatz.

Chefcoach Zahn: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden, aber nicht selbstzufrieden! Man muss die Hin-und Rückrunde unterschiedlich bewerten: Nachdem unsere vorwiegend jungen Spieler schnell gemerkt hatten, dass sie bei konsequentem Einhalten ihrer taktischen Aufgabenstellung sehr wohl in der Verbandsliga mithalten können, gelangen uns beachtliche Erfolge."

Robin Schütte, Leistungsträger des Zahn-Teams dazu: "Wir sind auf Grund der Neustrukturierung der Mannschaft mit dem neunten Platz sehr zufrieden. Wären wir von dem dramatischen Verletzungspech verschont geblieben, wäre mehr als Platz neun drin gewesen."

Obwohl nach der mit 1:3 verlorenen Hinrunden-Hängepartie gegen Bernburg ein weiterer Punktezuwachs mit Positionsverbesserung ausblieb, hatte man bereits zur Winterpause 21 Hinrundenzähler auf der Habenseite und befand sich mit dem gleichbedeutenden sechsten Platz in sehr ruhigen Verbandsliga-Gewässern.

"Eine sportliche Selbstverständlichkeit war das nicht", weiß HSC-Fußballlehrer Zahn zu berichten. "Immerhin galt es, während der gesamten Hinrunde auf die Spieler Berger und Gießmann, später noch auf Kessler, Hieronymus, Berlin, Tim und Dennis Girke, Hasse, D. Helmecke, Folkens sowie Schiefer und weitere Akteure zu verzichten. Der Start mit den Siegen gegen Ramonta Amsdorf (4:1), Halle-Ammendorf (1:0), in Stendal (1:2) sowie der Punkt beim Derby in Oschersleben verlieh meinen Jungs jedoch Kraft und Selbstvertrauen," betont der Vater des Haldensleber Fußball-Erfolges.

Hoffnungsträger Clemens Berlin schätzt ein: "Zu Beginn der Saison habe ich als junger Spieler Lehrgeld gezahlt. Das wurde nach einigen Partien besser und gegen Schönebeck durfte ich von Beginn an spielen. Wenn ich nach der Verletzung aus dem Sangerhausen-Spiel wieder gesund bin, muss ich körperlich zulegen und an meinem linken Fuß arbeiten."

Mühlisch, Berlin, Kania, Hampel, Krüger und Wojtzyk kamen somit zu einer Reihe von Verbandsliga-Einsätzen, für die ihnen ihr Trainer ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. An der Seite von Kapitän Hieronymus, den Girke-Brüdern, dem cleveren Cristovao oder dem in der Hinrunde überragenden Kessler schnupperten die Mühlisch Co. nicht nur die raue Verbandsligaluft, sondern spielten munter mit. Sebastian Wojtzyk schätzt rückblickend ein: "Ich bin stolz, den Sprung aus der A-Jugend in das Verbandsligateam geschafft zu haben. Auch wenn ich gerade in der Rückrunde einige Tiefs zu durchschreiten hatte, verspüre ich eine sehr positive Entwicklung. In der neuen Saison werde ich vor allem an meinem Kopfballspiel arbeiten."

Rückrunde unter anderen Vorzeichen

Die Rückrunde der 1. Männermannschaft wurde unter anderen Vorzeichen und Zielstellungen angegangen. In einer bislang einzigartigen, letztendlich aber nicht zum Erfolg führenden Doppelstrategie des Klassenerhalts beider Männermannschaften, gab es eine wöchentliche und regelkonforme Personalrotation zwischen beiden Teams, die der Zweiten des HSC die Landesklasse sichern sollte. Die Hypothek an nicht erzielten Punkten und Toren aus der Hinrunde sollte sich aber letztendlich als ein zu großes Erbe erweisen. Die daraus resultierende Doppelbelastung für einige HSC-Akteure hinterließ im Team der Ersten ihre Spuren. Ein HSC-Lazarett mit bis zu 13 Verletzten hatte es bislang bei den Rolandstädtern noch nicht gegeben.

Der HSC-Coach musste teilweise, wie in Sangerhausen, sechs A-Jugendliche einsetzen, konnte sich aber auf sie verlassen. Mit den Heimkehrern Marcel Helmecke und Stefan Kotulla gelang es den Verbliebenen, in der Rückrunde 3 Siege und 14 Punkte einzusammeln.

Unter normalen Umständen sicherlich zu wenig. In der beschriebenen Situation des HSC aber ehrenvoll, denn in welcher Zusammenstellung und gegen welchen Gegner sie auch immer antraten, einen sportlichen Einbruch gab es in keinem Spiel und zu keiner Phase. Trainer Zahn schätzt diese sportliche Tatsache zu Recht höher ein, als die ohnehin stolze Hinrunde. So musste seine Mannschaft - als einziges Liga-Team neben Arnstedt - in keiner Partie mehr als drei Gegentreffer und Niederlagen mit höchstens zwei Toren Differenz hinnehmen.

HSC-Urgestein Mario Keilwitz führt aus: " Die Einbindung vieler Nachwuchsspieler hat gefruchtet. Das lässt für die Zukunft hoffen."