Die Nachwuchsabteilung des Haldensleber SC kann auf eine der erfolgreichsten Spielzeiten aller Zeiten zurückblicken. Insgesamt wurden fünf Kreismeistertitel und zwei Pokalsiege eingefahren. Warum Erfolg dennoch nicht alles ist und was der Haldensleber SC in seinem Nachwuchssystem noch verbessern will, darüber sprach die Volksstimme mit Nachwuchsleiter Gunnar Schütze.

Volksstimme: Wie lautet Ihr Fazit zur HSC-Nachwuchsarbeit in der abgelaufenen Saison?

Gunnar Schütze: Es ist eine der erfolgreichsten in der Geschichte des HSC. Mit fünf Kreismeistertiteln, einem zweiten und dritten Platz sowie den Kreispokalsiegen in der D- und C -Jugend, der gleichzeitigen Teilnahme am Landespokalfinale der D-Jugend, dem Aufstieg unser C-Jugend in die Verbandsliga, dem dritten Platz bei den Hallenlandesmeisterschaften der B-Jugend und dem Verbleib unserer Großfeldmannschaften in ihren Ligen, hat sich die nicht immer leichte Arbeit unserer Trainer ausgezahlt. Weiterhin haben acht Spieler der A-Jugend den Sprung ins Verbandsligateam und die U23 geschafft. Auch der anhaltende Zulauf bei den Bambinis ist Ausdruck unserer erfolgreichen Arbeit und seit langem haben wieder drei Spieler den Sprung ins Leistungszentrum nach Magdeburg geschafft.

Volksstimme: Was macht aus Ihrer Sicht den Unterschied zu anderen Vereinen?

Gunnar Schütze: Unser Hauptziel ist es, jeden Spieler individuell zu verbessern. Unsere ausgebildeten Trainer sind angehalten, jeden bestmöglich zu fördern, um ein spielstarkes Team zu formen. Wenn am Ende dann die Erfolge in Form von Titeln dabei herausspringen, ist es natürlich um so erfreulicher. Wir wollen 10-15 gleichwertige Spieler pro Team haben, dazu gehört jahrelanger Trainingsfleiß der Spieler und das sich stetige Hinterfragen der Trainer und Betreuer.

Volksstimme: Geht es noch besser?

Gunnar Schütze: Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass wir uns nun ausruhen können. Es ist erst der Anfang eines beschwerlichen Weges, auf dem wir auch auf die Unterstützung und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen angewiesen sind. Ich weiß aber auch, aus vielen Gesprächen, dass man gespannt nach Haldensleben schaut, um unsere Entwicklung abzuwarten. Wir würden uns freuen, wenn wir mit Vereinen ins Gespräch kommen, die gemeinsam mit uns als Partner eine ähnliche Entwicklung in ihren Vereinen herbeiführen wollen.

Volksstimme: Wie sieht Ihre Arbeit im Detail aus?

Gunnar Schütze: Diese ist sehr vielfältig. Von 14-tägigen Trainersitzungen, in denen alle Probleme und Neuigkeiten besprochen werden, bis hin zur Trainings- und Spielbeobachtung, gleichzeitigen Gesprächen mit Trainern, Eltern und Spielern, das Organisieren von Fort- und Weiterbildung sowie als Ansprechpartner für den FSA und KFV. Ein weiterer Punkt ist die Bildung von Partnerschaften mit anderen Vereinen, wie zur Zeit mit Eintracht Nordgermersleben, von denen beide profitieren.

Was sind Ihre Ziele für die Saison 2014/2015?

Gunnar Schütze: Zu aller erst sind wir bestrebt, den Trainingsstandard weiter zu verbessern, das heißt noch besser auf jeden Einzelnen einzugehen, was am Ende dabei herausspringt, wird sich zeigen. Zum anderen haben wir mit der Talenteliga eine neue Aufgabe übernommen, die wir meistern wollen. Hier können wir jungen Talenten aus dem Bördekreis die Möglichkeit geben, sich jedes Wochenende mit den Besten des Landes zu messen. Auch das gemeinsame Training in der Woche trägt dazu bei, die Qualität der Spieler zu verbessern. Weiterhin ist es unser Ziel, in der A- und C-Jugend die Verbandsliga und in der B-Jugend die Landesliga zu halten. Mittelfristig ist es aber unser Wunsch, in allen höchsten Ligen des Landes zu spielen. Zudem wollen wir die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen verbessern und intensivieren.

Volksstimme: Gibt es auch Probleme, vor denen Sie stehen?

Gunnar Schütze: Ja, auch wir müssen feststellen, dass auf Grund der Vielzahl der Kinder und Jugendlichen die aktuell bei uns spielen und trainieren, die optimale Förderung Gefahr läuft, an ihre Grenzen zu stoßen. Wir benötigen dringend engagierte Trainer, Eltern und Betreuer, die unsere Kinder fußballerisch weiterentwickeln wollen. Wir haben bei der G-, F- und E- Jugend zur neuen Saison bereits fünf engagierte Elternteile gewinnen können, aber dies reicht bei weitem noch nicht aus. Die teilweise Doppelbelastung einiger Trainer wollen und müssen wir in der neuen Saison vermeiden. Natürlich sind trotzdem alle Spieler herzlich willkommen, die bei uns das Fußball-ABC erlernen wollen, egal in welcher Altersklasse.