Eine zu große Hürde - und das im wahrsten Sinne - ist der Bundesligist aus Lemgo am Mittwochabend für die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer des SV Langenweddingen gewesen.

Langenweddingen l Der Kampfgeist, der den SVL seit Jahren auszeichnet, war den Sülzetalern auch in dieser Partie nicht abzusprechen. Doch wie soll man als Normalsterblicher einen Mittelblock aus Finn Lemke (2,10 Meter) und Hendrik Pekeler (2,03 Meter) überwinden? Immerhin 19 Mal fanden die Langenweddinger die richtige Antwort auf diese Frage.

"Da waren dann auch die 45 Gegentore egal", befand Kreismitte Alexander Rohr und sprach damit wohl allen Zuschauern aus dem Herzen. 700 Fans, die wie der achte Mann hinter dem SVL standen, füllten die Niederndodeleber Wartberghalle und sorgten für eine "geile Stimmung", wie es Lemgos Trainer Niels Pfannenschmidt ausdrückte. Seine Mannschaft wurde ihrer Favoritenrolle gerecht, setzte sich über 3:0 bis zum 12:1 ab und stellte damit gleich klar, dass Hoffnungen auf ein Pokalwunder à la FCM gegen Augsburg vergeblich sind.

Umso lautstarker wurden die anfangs wenigen Langenweddinger Tore dafür aber gefeiert. Das Erste machte Sebastian Schneider vom Siebenmeterpunkt. Er war hier mit drei Treffern bei drei Versuchen erfolgreich und erreichte damit einen besseren Wert als die Lemgoer, die nur vier von fünf Strafwürfen unterbrachten.

Schneider markierte auch den ersten Treffer aus dem Spiel heraus zum 2:12. Gemeinsam mit Alexander Rohr war er mit vier Treffern bester Werfer. Ebenfalls stark: Ricardo Schult, der beim 3:15 Pekeler einfach stehen ließ. Matthias Scheller, der zeigte, dass die Fackel auch mit 42 Jahren noch brennt, und der nimmermüde Tim Heine sorgten für die weiteren Treffer zum 7:23-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel war endlich auch Christopher Ebert von Außen erfolgreich (8:24) und Nick Bollmann gelang es tatsächlich, Lemke mit einem Rückraumwurf zu überwinden (9:25). Die Verletzung von Heine sorgte kurzzeitig für Ruhe in der Halle. Er konnte später aber weitermachen und leitete mit einem tollen Zuspiel auf Ricardo Schult dessen 14:36 (50. Minute) ein. Schwer verdient war auch der Treffer von Stefan Schult zum 17:41. Das letzte SVL-Tor erzielte schließlich Rückkehrer Tobias Deutscher, der schon bei seiner Einwechslung gefeiert worden war. Nicht unerwähnt darf die starke Vorstellung der beiden Torhüter Michael Eisenkolb und Mark Illig bleiben. Sie rundete eine tolle Leistung des ganzen Teams ab. So war es ein gelungener Abend, auch wenn David Goliath diesmal nicht schlagen konnte.

SV Langenweddingen: Eisenkolb, Illig - C. Bzdok, T. Bzdok, Stark, R. Schult (3 Tore), Bollmann (1), Schneider (4), Ebert (1), Scheller (2), Heine (2), Rohr (4), S. Schult (1), Deutscher (1).

TBV Lemgo: Bauer, Dresrüsse - Bechtloff (8), Hornke (6), Schneider (3), Hermann, Pekeler (6), Lemke (6), Herth, Haenen (4), Höning (1), Zieher (7), Niemeyer (4).

2-Min.: SVL 2, TBV 3; 7-Meter: SVL 3/3, TBV 4/5.

   

Bilder