Wittenberg/Haldensleben (dh) l In der zweiten Halbzeit hat dann alles gepasst, der HSV Haldensleben konnte "endlich mal befreit aufspielen", berichtete Trainer Matthias Schröder. Das war dem Sachsen-Anhalt-Ligisten bis zum Sonnabend nicht gelungen in dieser noch jungen Pflichtspiel-Saison. Am jenem Tag aber, beim 33:24 (15:11)-Sieg in der zweiten Runde des Handball-Landespokals bei Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz (Verbandsliga Süd), da spielten sie befreit auf, und "ohne diesen Sieg überbewerten zu wollen, hoffe ich, dass wir dieses Gefühl ins nächste Punktspiel mitnehmen können", erklärte Schröder mit Blick auf den kommenden Sonnabend, wenn in Süplingen der Gegner Landsberger HV (Anwurf: 17 Uhr) heißt.

135 Kilometer mussten die Haldensleber bis nach Wittenberg reisen, um sich dieses Gefühl zu holen. Und dann zündete nicht nur der erfolgreichste Werfer David Stolze, genannt "Lunte", mit 13 Treffern, es zündeten auch jene Akteure, die sonst eher in der zweiten Reihe Platz nehmen, bei Grün-Weiß sahen sie diesmal besser aus. "Jeder hat seine Einsatzchance erhalten und alle haben gezeigt, dass sie Ausfälle kompensieren können", lobte Schröder den kompletten Kader. Immerhin hatte er auf Marcus Tysack, Tim Teßmann und Maximilian Rühl aus unterschiedlichen Gründen verzichten müssen. Und auch die angeschlagenen Hannes Kruse und Marvin Möritz konnten geschont werden. Dafür rückten andere in den Mittelpunkt.

Wie zum Beispiel der 19-jährige Daniel Bierhals, der auf Rückraum Mitte "eine starke zweite Halbzeit gespielt hat" - als alle befreit aufspielen konnten. In der ersten Halbzeit war das noch weniger befreit, oder wie Schröder erklärte: "Am Anfang war es noch recht zäh." Am Anfang war vielleicht noch die Erinnerung an die jüngsten Niederlagen in der Liga, was sich in "einfachen Fehlern und schlechten Entscheidungen beim Abschluss" bestätigte, erklärte Schröder. Nach einem 5:5 setzte sich der HSV allerdings langsam ab, führte zwischenzeitlich mit 15:9, ehe eine letzte Schwächephase Wittenberg noch einmal herankommen ließ.

In der zweiten Halbzeit lief es irgendwann aus einem Guss, gerade nach dem Tor zur 24:14-Führung. "Wir haben einfach das gespielt, was ich immer fordere, mit Druck in die Lücken", so Schröder. "Und alle haben gesehen, dass die Dinge, die wir ständig üben, tatsächlich auch funktionieren." Auch in Überzahlsituationen blieben seine Männer diesmal konsequent. Der Aha-Effekt war womöglich genau das, was dem HSV zuletzt gefehlt hat. Schröder ist jedenfalls nach diesem Sieg nicht erst, aber erst recht davon überzeugt, "dass wir eine gute Mannschaft haben".

HSV Haldensleben: Mocker, Domann, Wolke - Möritz (1), Stolze (13/4), Krüger (1), Mucheyer (1), Fister (6), Demuth (2), Hilliger (7), Wille (1), Wurzel, Bierhals (1)